




Der Löwe zerlegt beim Fressen mit seinen großen, scharfen Zähnen rasch ein Fleischstück. Das Rind dagegen rupft gemächlich und in aller Ruhe das Gras und kaut sehr lange. Das Eichhörnchen im Park hat ganz schnell eine Nuss mit seinen scharfen Zähnen aufgebrochen und verspeist. Das Wildschwein durchwühlt den Boden nach Fressbarem, z. B. Kartoffeln, Schnecken, Würmern, Mäusen.
Säugetiere nehmen die unterschiedlichste Nahrung auf. Sie werden entsprechend der Art der aufgenommenen Nahrung in Allesfresser, Fleischfresser und Pflanzenfresser eingeteilt.
Die Nahrung enthält Stoffe, die das Säugetier für Wachstum, Aufrechterhaltung der Körpertemperatur und das Ausführen von Bewegungen braucht, z. B. Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße sowie Vitamine, Wasser und Mineralstoffe.
Die aufgenommene Nahrung nimmt einen ganz bestimmten Weg durch den
Verdauungskanal des Körpers. Mit dem Gebiss wird die Nahrung in
der Mundhöhle zerkleinert. Durch die Abgabe von Speichel entsteht
ein schluckfähiger Nahrungsbrei. Dieser rutscht durch die Speiseröhre
in den Magen. Dort vermischt sich die Nahrung mit Verdauungssäften.
Aus dem Magen gelangt die Nahrung in den Darm.
Im Darm werden dem Nahrungsbrei Nährstoffbausteine und Wasser entzogen.
Diese Stoffe gelangen in das Blut und mit dem Blut in alle Teile des
Körpers. Aus dem Rest des Nahrungsbreis entsteht der Kot, der über
den After aus dem Körper abgegeben wird.
Darmlängen sind je nach Nahrung
unterschiedlich
Aus pflanzlicher Nahrung können die Nährstoffe nicht so schnell
entzogen werden wie aus tierischer Nahrung. Die Verdauung dauert länger.
Da die Nährstoffe der Nahrung im Darm entzogen werden, haben einige
Pflanzenfresser, z. B. Hase, Kaninchen, Meerschweinchen, Pferd,
einen wesentlich längeren Darm als die Fleischfresser.
Der Hund hat beispielsweise einen Darm von 5 m Länge, der
Darm der Ziege weist dagegen eine Länge von 32 m auf. Der
Darm vom Rind ist ca. 12 m lang, der des Löwen nur ca. 7 m
und beim Wolf ca. 6 m lang.
Gebisse sind der Nahrung angepasst
Entsprechend der aufgenommenen Nahrung besitzen die Säugetiere
unterschiedlich gebaute Gebisse. Es haben sich verschiedene Gebisstypen
herausgebildet.
Das Gebiss der Raubtiere
ist ein Fleischfressergebiss.
Es hat meißelförmige Schneidezähne, dolchartige, etwas
gebogene Eckzähne, mit denen die Beute erfasst, festgehalten und
getötet wird. Die scharfen Backenzähne zerschneiden und zerquetschen
das Fleisch und zerbrechen die Knochen. Der größte Backenzahn
ist der Reißzahn zum Zerreißen der Nahrung. Solch ein Gebiss
haben die Raubtiere, z. B. Hund, Fuchs, Marder, Wolf, Luchs.
Igel, Maulwurf und Spitzmaus ernähren sich von Insekten und deren
Larven, von Würmern und Schnecken. Alle Zähne ihres Gebisses
sind spitz und scharf. Sie haben ein Insektenfressergebiss.
Das Pflanzenfressergebiss
kann auch unterschiedlich gebaut sein. Befinden sich im Ober- und Unterkiefer
ständig nachwachsende lange, gebogene, meißelförmige
Schneidezähne zum Zernagen der Nahrung, haben die Tiere ein Nagergebiss.
In ihm fehlen die Eckzähne. Solch ein Gebiss haben beispielsweise
Eichhörnchen, Hamster, Nutria, Biber, Hausmaus und Ratten.
Sind im Gebiss im Unterkiefer stumpfe Schneidezähne vorhanden,
haben die Tiere ein Wiederkäuergebiss.
Mit den breiten Backenzähnen wird die derbe pflanzliche Nahrung
zermahlen. Solch ein Gebiss haben u. a. Rind, Reh, Schaf und Ziege.
Im Allesfressergebiss
sind spitze Eckzähne zum Erfassen und scharfe Schneidezähne
zum Abschneiden der Nahrung vorhanden. Die Backenzähne dieser Tiere
sind breit und flach wie die der Pflanzenfresser. Sie zermahlen die
Nahrung. Solch ein Gebiss besitzen z. B. Schweine, Bären,
Affen und auch der Mensch.