

Zu den Kriechtieren gehören u. a. Echsen, Schlangen, Schildkröten und Krokodile. Sie kommen vor allem in warmen Gebieten vor, sind aber zum Teil auch bei uns heimisch.
Allen Schlangen gemeinsam ist ihr "starrer" Blick. Ihre Augenlider
sind zu einer durchsichtigen Haut verwachsen. Die Augen können
nicht geschlossen werden.
Schlangen haben einen sehr langen, runden Körper und keine Gliedmaßen.
In Deutschland kommen u. a. vor: Ringelnatter,
Kreuzotter und Schlingnatter.
Die meisten Schlangen sind Räuber und jagen lebende Tiere, z. B.
Mäuse, Eidechsen, Fische, Frösche und Vögel. Die Beute
wird durch die Augen und durch den Geruch mit der "züngelnden"
Zunge wahrgenommen. Sie wird entweder lebend gefressen (z. B. Ringelnatter)
oder vor dem Verschlucken durch Umschlingen erdrosselt (z. B. Schlingnatter).
Giftschlangen (z. B.
Kreuzotter) vergiften ihre Beute erst, lassen sie dann wieder laufen,
finden das tote Tier durch "Züngeln" und verschlingen
es.
Merkmale, Lebensraum und Verbreitung
Die Kreuzottern können bis zu 90 cm lang werden. Im Durchschnitt
erreichen sie jedoch eine Länge von 50 bis 60 cm, wobei die
Weibchen größer werden als die Männchen. Den Kopf kann
man gut erkennen, denn er ist vom Körper abgesetzt, die Pupillen
sind senkrecht. Der Schwanz endet in einer hornigen Spitze.
Die Körperoberseite der Kreuzotter ist unterschiedlich gefärbt.
Die Färbung reicht bei Männchen von fast weiß über
silber, grau, aschgrau, grüngrau, braungrau bis zu gelbbraun. Bei
Weibchen reicht sie von sandgelb über gelbrot, rost- oder kupferfarben
bis dunkelbraun. Bei beiden Geschlechtern gibt es sogar schwarze Tiere.
Besondere Kennzeichen der Kreuzottern sind das Zickzackband
auf dem Rücken und die seitlichen Fleckenreihen. Bei Männchen
sind sie schwärzlich und scharf abgesetzt, bei den Weibchen dagegen
bräunlich und weniger deutlich von der Grundfarbe abgehoben.
Die Kreuzotter ist in weiten Teilen Europas verbreitet und lebt in den verschiedensten Biotopen: Waldränder, Waldlichtungen, Heidegebiete, Moore, Feuchtwiesen, gestrüppreiche Kanal- und Bahndämme, Steinbrüche, Kies- und Tongruben. Die Tiere kommen auch in Höhen bis 3 000 m vor.
Fortpflanzung und Entwicklung
Die Kreuzottern paaren sich in den Monaten April bis Mai. Bevor es zur
eigentlichen Paarung kommt (die Kopulation kann mehrere Stunden andauern),
führen die Männchen einen Kommentkampf aus: in diesem wird
wahrscheinlich der soziale Rang der um das Weibchen konkurrierenden
Männchen festgelegt.
Kreuzottern sind lebend gebärend. Die Eier reifen innerhalb des
Mutterleibs heran bis zur Geburt der lebensfähigen Jungen. Meist
werden Ende August bis Anfang Oktober 5 bis 15 Junge geboren. Nach
ca. 3 bis 4 Jahren erlangen die jungen Kreuzottern ihre Geschlechtsreife.
Die etwas andere Art, Beute zu erledigen
Die Kreuzotter ist überwiegend tagaktiv, aber auch dämmungs-
und nachtaktiv (je nach der Luftfeuchtigkeit der Umgebung; in trockenen
Gebieten eher dämmerungs- und nachtaktiv). Ihre Nahrung sind vor
allem Kleinsäuger, Frösche und Eidechsen.
Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange Deutschlands und kommt in
fast allen Gebieten vor. Beim Beutefang setzt sie ihr Gift gezielt ein.
Entdeckt eine Kreuzotter ein Beutetier, folgt sie ihm lautlos. Ist sie
nahe genug dran, krümmt sie sich s-förmig zusammen und schnellt
den Kopf dann blitzschnell vor und beißt zu. Bevor sie zubeißt,
richten sich im Oberkiefer aber zwei Giftzähne
auf. Diese sind sonst in Hautspalten verborgen. In diese Giftzähne
münden Giftkanäle, über die das Gift, welches in Giftdrüsen
gebildet wird, zum Zahn gelangt. Durch eine kleine Öffnung hinter
der Spitze des Zahns wird das Gift dann beim Biss in den Körper
des Beutetiers gespritzt.
Der Biss der Kreuzotter kann auch für den Menschen gefährlich
sein. Sie greift den Menschen aber nur an, wenn sie überrascht wird.
Sonst flüchtet sie.
Nach dem Biss zieht sich die Kreuzotter sofort zurück und verharrt
kurz. Das Beutetier flüchtet. Doch schon nach kurzer Zeit bricht
es zusammen, denn das Gift der Kreuzotter ist für diese kleinen
Tiere immer tödlich. Die Kreuzotter verfolgt ihre Beute nun entspannt
anhand der Duftspur.
Hat sie das tote Beutetier gefunden, verschlingt sie es im Ganzen, mit
dem Kopf zuerst.
Das gelingt der Kreuzotter, wie übrigens allen anderen Schlangen
auch, indem sie ihr Maul vergrößert. Fast alle Teile des
Mauls sind veränderbar miteinander verbunden. Die beiden Hälften
ihres Unterkiefers sind durch ein elastisches Band miteinander verbunden.
Dadurch können sie auseinanderweichen. Beim Schlingen werden im
Wechsel die rechte und die linke Kieferhälfte nach und nach über
das Opfer geschoben.
Eine weitere Besonderheit des Schädels besteht darin, dass der Unterkiefer
nicht direkt am Schädel befestigt ist. Zwischen beiden liegen Quadratbeine.
Wenn diese aufgerichtet werden, vergrößert sich der Schlund
um ein Vielfaches.