Das Balzverhalten
Das Balzverhalten dient
dem Finden und Zusammenführen der potenziellen Sexualpartner, der
Paarbildung, sowie dem Aufbau
einer Paarbindung. Es hat
weiterhin Bedeutung für die sexuelle Stimulation und Synchronisation
unmittelbar vor der Begattung und verhindert sexuelle Kontakte mit Artfremden.
Es ist eine Verständigungsform unter Geschlechtspartnern und dient
dem Abbau aggressiver Verhaltensweisen. Balzverhalten ist angeboren. Der
Paarung geht im Tierreich oft die Balz voraus.
Balzverhalten des Dreistachligen Stichlings
Ein interessantes Balzverhalten legt der Dreistachlige Stichling an den
Tag. Es ist wie ein Ritual und läuft nach einer Reiz-Reaktionskette
ab (früher auch als Instinkthandlung bezeichnet).
Im Frühling verlassen die Männchen die in tieferen Gewässern
lebenden Schwärme und suchen flachere Ufergewässer auf.
Diese Handlungsbereitschaft
wird durch das Heranreifen der Geschlechtsorgane und Veränderungen
im Hormonspiegel ausgelöst. Dabei verfärbt sich der Bauch des
Stichlingmännchens leuchtend rot (Hochzeitskleid).
Die Revierbildung wird durch die
Wassertemperatur und den Pflanzenwuchs ausgelöst. Algenfäden
und andere Pflanzen bedingen als optische Reize das Nestbauverhalten.
Mit dem Maul gräbt das Männchen eine Grube in den Sand und baut
aus Pflanzen und einer klebrigen Nierenabsonderung eine Nestkugel. Das
Aussehen des Weibchens und seine spezifischen Bewegungen lösen beim
Männchen ein Entgegenschwimmen in Form des Zick-Zack-Tanzes aus.
Und nun läuft eine Handlungskette ab, bei der ein Schlüsselreiz
immer eine bestimmte Reaktion auslöst und diese Reaktion der Schlüsselreiz
für die nächste Reaktion ist, bis die Endhandlung,
das Ablaichen und die Besamung, erfolgt.
Diese Balzkette läuft aber nicht immer so reibungslos ab, wie beschrieben. Das Weibchen macht es dem Männchen manchmal schwer. Erst folgt es dem paarungsbereiten Männchen, dann stoppt es plötzlich, um sich mit einem anderen Männchen zu vergnügen und auch zu paaren. Bei den Dreistachligen Stichlingen sorgt übrigens nur das Männchen für den Nachwuchs. Daher müssen die Weibchen bei der Wahl ihres Partners auch berücksichtigen, wie das Männchen das Nest baut und sein Revier verteidigt.