Biologie
Einrichten eines Aquariums
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Kauf eines Aquariums
In den Zoofachgeschäften wird eine Vielzahl von Aquarien angeboten. Durchgesetzt hat sich die rechteckige Form. Gegen den Erwerb sogenannter Anfängersets, dabei handelt es sich um kleinere Aquarien mit komplettem Gerätesatz, ist im Prinzip nichts einzuwenden. Man sollte jedoch darauf achten, dass Glasscheiben verwendet wurden (Plexiglas verkratzt zu schnell) und die Filterleistung der Beckengröße angepasst ist (mindestens doppelter Beckeninhalt in Liter/Stunde).

Leider kommt es immer wieder vor, dass bei käuflichen Komplettsets auch gleichzeitig Bodengrund, Fische und Pflanzen verkauft werden. Dabei sollte man sich jedoch vor den gern mitverkauften Flüssigkeiten zur schnellen biologischen Aufbereitung des verwendeten Leitungswassers hüten. Denn nicht selten führen diese magischen Wässerchen zu regelrechten Katastrophen im Lebensraum "Aquarium".

Auch auf das runde Goldfischglas von Großmutter oder andere exotische, interessant wirkende aber platzsparende Formen sollte aus Haltungszwecken verzichtet werden. Diese kleinen Behältnisse sind Tierquälerei und verboten!

Aufstellen des Aquariums
Das Aquarium sollte auf einem ausreichend stabilen Untergestell (1 Liter Wasser wiegt immer noch 1 Kilogramm) so aufgestellt werden, dass das Sonnenlicht nicht direkt in das Becken fällt.

Algengeplagte Freunde unseres Hobbys wissen, dass die Fensterbank ein denkbar schlechter Aufstellungsort ist. Um Spannungen in der Bodenscheibe zu vermeiden, legt man am besten eine Styroporschicht zwischen Aquarium und Untergestell. Auf jeden Fall muss die Bodenscheibe plan aufliegen.

Bodengrund des Aquariums
Vor Einfüllen des Bodengrunds müssen eventuell vorgesehene größere Dekorationssteine ebenfalls mit einer angepassten Styroporunterlage in das Aquarium eingebracht werden. Verschiedene Gesteinsarten zusammen wirken aber unnatürlich.
Auch sollte das Gestein im Hinblick auf eine chemische Reaktion mit dem jeweiligen Aquarienwasser überprüft werden.
Bewährt haben sich Schiefer, Kiesel, Granit, Tonschlacken und Lava. Art und Körnung des Bodengrundes hängen vom geplanten Fischbesatz ab. Ein Kiesgrund mit einer 1-2 mm Körnung wird im Normalfall ausreichen. Welse, die mit einem scharfkantigen Lavasplit vorlieb nehmen mussten, erkennt man leicht an ihren abrasierten Barteln. Fische aus Regenwaldgebieten Südamerikas und Afrikas bevorzugen eher einen dunklen, die der ostafrikanischen Seen eher einen hellen Untergrund. Die Höhe des Bodengrundes richtet sich nach der Wurzellänge der vorgesehenen Wasserpflanzen, sollte jedoch 5 cm nicht unterschreiten.

Einrichtung und Bepflanzung
Ein beliebtes Dekorationsmaterial bilden die Moorkien- bzw. Mooreichehölzer. Da zumindest die Moorkienhölzer in der Regel noch Huminsäuren an das Aquarienwasser abgeben, sollte man darauf achten, dass nur die Fische eingesetzt werden, die auch in der Natur an solche Säuren gewöhnt sind, z. B. Bewohner des Amazonas- und des Kongostromgebietes. Bevor nun mit dem Einsetzen der Wasserpflanzen begonnen wird, füllt man das Aquarium zur Hälfte mit Wasser auf, ohne den Bodengrund aufzuwirbeln. Vor der Bepflanzung werden die Wurzeln der Wasserpflanzen mit einer scharfen Schere auf 3-4 cm gekürzt und ohne zu knicken in eine entsprechend vorbereitete Grube gesetzt.

Ein immer wieder zu beobachtender Fehler ist, die Wasserpflanzen einzeln, oder aber auch wie die Soldaten in Reih und Glied einzusetzen. Wie in der Natur, so sollten die Pflanzen auch im Aquarium, jede Art für sich, in Gruppen gesetzt werden.
Die höher wachsenden Pflanzen nimmt man für die Hintergrund-, die kleiner bleibenden für die Vordergrundbepflanzung.
Entscheidend aber ist, welchen Gesamteindruck das Becken im Zusammenspiel von Dekoration und Bepflanzung hinterlässt.
Sind Wasserpflanzen eingebracht und gerichtet, wird das Becken voll aufgefüllt und Filter, Heizung sowie Beleuchtung werden in Betrieb genommen.

Der Fischbesatz
Das Sozialverhalten der Fische spielt eine wesentliche Rolle. Auch der Besatz in einem Gesellschaftsbecken muss so abgestimmt werden, dass die Ansprüche der Aquarienfische im Hinblick auf Wasserbeschaffenheit, Temperatur, Fressverhalten und Umgebung übereinstimmen.
Wenn man weiß, dass in der freien Natur der Neonfisch zur Hauptspeise der Skalare gehört, wird man sich hüten, diese Tiere in einem unverträglichen Größenverhältnis miteinander zu vergesellschaften.

Zuchtversuche mit bodenlaichenden Tieren werden ergebnislos bleiben, wenn sich Laichräuber, wie Welse und Schmerlen, im Becken tummeln. Ebenso wie die Vergesellschaftung, so ist auch die Anzahl der im Aquarium lebenden Fische zu beachten. Faustregeln, wie "pro Liter Wasser 1 cm Fisch" taugen in den meisten Fällen nichts. Weniger ist oft mehr. Das trifft nicht nur für die reine Anzahl der Tiere in einem Aquarium, sondern auch für die Häufigkeit innerhalb der gepflegten Gattungen zu. Ausgesprochene Schwarmfische, wie fast alle Salmlerarten, sollte man auch im Schwarm, zumindest aber in einer Gruppe von 12-15 Tieren halten.
Im Zweifelsfalle kann die einschlägige Fachliteratur oder ein Beratungsgespräch mit einem seriösen Fachhändler bzw. mit einer aquaristischen Vereinigung (auch mit einem Verein) weiterhelfen.

Einsetzen der Fische
Nach ca. 3-4 Wochen haben die Wurzeln der Wasserpflanzen Fuß gefasst und man kann davon ausgehen, dass sich Flora und Mikrofauna im Aquarium in einem gewissen Gleichgewicht befinden. Der Filter ist "eingefahren" und der bakterielle Abbau von Schadstoffen hat eingesetzt. Dieser Vorgang kann mit anfänglich eingesetzten Wasseraufbereitern zwar beschleunigt, aber nie überbrückt werden. Nun können die Fische eingesetzt werden. Das geschieht unter langsamem Auswechseln des Wassers im Transportbehälter mit dem Aquarienwasser. Temperaturschocks sind in jedem Fall zu vermeiden. Es sollen alle Tiere zusammen in das Aquarium eingesetzt werden. Bei neu ins Becken eingesetzten Fischen kann man oft einige Minuten lang unkontrollierte Schwimmbewegungen feststellen. Bereits eingewöhnte Tiere, vor allem Raubfische, erkennen dies als Zeichen einer Erkrankung und die Neuankömmlinge werden manchmal gleich das Opfer einer Attacke.

Zuletzt werden noch einmal der richtige Sitz der Filterschläuche und die ordnungsgemäße Anbringung des Heizers überprüft. Die Deckscheiben sollten so geschnitten sein, dass gerade noch die Versorgungsleitungen für Filter und Heizer aus dem Aquarium herausgeführt werden können. So mancher springfreudige Fisch fand sich auf einmal unversehens im Staubsaugerbeutel wieder.

Mit der Anschaffung und Einrichtung eines Aquariums wird auch die Verantwortung gegenüber lebenden Tieren übernommen.
Fische können Schmerz und Unmut über schlechte Umweltbedingungen nicht in Lauten ausdrücken. Hier bedarf es einer sorgfältigen Beobachtung und einer gewissenhaften Pflege. Aquarianer sollten Fischpfleger und keine Fischverbraucher sein!

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