Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten von Verletzungen an dem aus Knochen, Sehnen und Muskeln bestehendem Stützsystem. Das sind einerseits stumpfe Verletzungen wie Prellungen und Stauchungen und andererseits Knochenbrüche. Es gibt viele Situationen, in denen man sich verletzen kann. Ist es einmal passiert, muss man wissen, wie man sich richtig verhält und am besten helfen kann, um komplizierte Heilungsprozesse oder gar dauerhafte Schäden zu vermeiden.
Verletzungen an Muskeln, Gelenken und Sehnen
Hier handelt es sich um Verletzungen, die nicht unser Skelett also die Knochen betreffen. Diese bleiben unverletzt. Häufig verlaufen solche stumpfen Verletzungen sogar sehr viel schmerzhafter und langwieriger als ein Bruch. Je schneller die ersten Maßnahmen eingeleitet werden, desto geringer können sich die Beschwerden ausbilden.
Die Prellung
Eine Prellung ist die Folge einer
stumpfen Gewalteinwirkung. Man hat sich zum Beispiel gestoßen oder
etwas Schweres ist auf den Fuß gefallen. Es gibt keine äußeren
Verletzungen, jedoch wird häufig ein Bluterguss sichtbar.
Maßnahmen:
Der Bluterguss
Der Bluterguss entsteht, wenn
feine Blutgefäße unter der Haut verletzt sind. Aus diesen Gefäßen,
sogenannte Kapillargefäße, dringt Blut in das umliegende Gewebe.
Dort entstehen schmerzhafte Schwellungen. Am Anfang ist ihre Färbung
blau. Während des Heilungsprozesses verändert sie sich über
lila, grün bis hin zu gelb.
Maßnahmen:
Verstauchungen
Am häufigsten sind Verstauchungen
an Handgelenken und an den Fußgelenken. Zum einen führen
Stürze auf die vorgestreckten Arme oder aber der berühmte verknackste
Fuß zu einer Verstauchung. Das betroffene Gelenk schmerzt und schwillt
stark an. Häufig entwickelt sich auch ein Bluterguss.
Maßnahmen:
Quetschungen
Meist sind die Finger betroffen, zum Beispiel wenn man sich die Finger
in einer Tür eingeklemmt hat. Es kommt zu starken Schmerzen. Bei
einer Quetschung werden auch
feine Blutgefäße beschädigt, Blut tritt aus und es bildet
sich ein Bluterguss.
Maßnahmen:
Verrenkungen
Verrenkungen betreffen immer
Gelenke. Im Gegensatz zu Verstauchungen sind hier die Gelenke nicht wieder
in ihre normale Position zurück geschnappt. Wie auch bei allen anderen
Verletzungen unseres Stützsystems muss auch hier das betroffene Gelenk
ruhig gestellt werden. Hierzu sollte man das Gelenk in eine möglichst
schmerzarme Position bringen. Um Schwellungen
zu verringern und die Schmerzen zu lindern, eignen sich kalte, feuchte
Umschläge. Auch Eisbeutel sind geeignet. Es muss unbedingt ein Arzt
aufgesucht werden, da nur er die Einrenkung des Gelenkes vornehmen kann.
Je schneller dies geschieht, desto besser und desto kürzer der Heilungsprozess.
Oft kann das Gelenk nur in einer Operation wieder eingerenkt werden, darum
darf der Patient nichts zu sich nehmen.
Kieferverrenkung. Sie ist Folge eines Schlages. Aber auch ein zu weit geöffneter Mund, etwa beim Gähnen, kann eine Verrenkung des Kiefergelenkes zur Folge haben. Als erste Maßnahme muss ein Kinnstützverband angelegt werden.
Hüftgelenksverrenkung. Man erkennt sie an einer Fehlstellung des Beines, das in einer Streck- oder Beugestellung verharrt. Dabei ist es nach innen oder nach außen verdreht. Durch die Verrenkung kommt es zudem zu einer Verkürzung des betroffenen Beines. Der Patient ist nicht mehr in der Lage, es zu bewegen und empfindet starke Schmerzen. Der Hüftbereich ist geschwollen und zeigt eine Verformung. Das Hüftgelenk muss ruhig gestellt und der Arzt informiert werden.
Schulterverrenkung. Hier ist eine deutliche Verformung des Schultergelenks zu erkennen, durch die es zu einer Fehlhaltung des Armes kommt. Der gesamte Gelenkbereich ist angeschwollen und verursacht starke Schmerzen. Die Bewegungsfähigkeit ist stark eingeschränkt. In der Erstversorgung legt man dem Verletzten ein Armtragetuch (Dreieckstuch) an, um den Arm ruhig zu stellen. Im Anschluss daran ist der Arzt aufzusuchen.
Wie meldet man einen Notfall?
Es ist sehr wichtig in einer Notsituation, in der andere Menschen Verletzungen
erleiden, zu wissen, was zu tun ist. In einem Erste-Hilfe-Kurs kann man
lernen, wie die Erstversorgung eines Verletzten auszusehen hat. Aber auch
ohne Erste-Hilfe-Kurs sollte jeder wissen, wie man
einen Notfall meldet. Denn schon
durch schnelles und besonnenes Reagieren kann man Menschenleben retten.
Die Notrufnummer in Deutschland ist 110
oder 112. Eine optimale Notfallmeldung
sollte in jedem Fall die 5 W´s enthalten: