








Die Fotosynthese der Pflanzen ist ein grundlegender Prozess der Stoff- und Energieumwandlung, der in pflanzlichen Zellen vor sich geht. Sie ist eine Form der autotrophen Assimilation, bei der Pflanzen und auch einige Bakterien aus körperfremden Stoffen körpereigene Stoffe aufbauen.
Ausgangsstoffe, Bedingungen und Produkte
Ausgangsstoffe
für die Fotosynthese sind über die Wurzeln der Pflanzen aufgenommenes
Wasser und über die Blätter aufgenommenes Kohlenstoffdioxid
der Luft.
Als Produkte entstehen in den
Blättern Kohlenhydrate (Glucose) und Sauerstoff, wobei der Sauerstoff
über die Blätter an die Umgebung abgegeben wird.
Bedingungen für den Ablauf der Fotosynthese sind:
Orte der Fotosynthese
Bau der Chloroplasten
Von den Pflanzen werden Kohlenhydrate,
Fette, Eiweiße und viele andere organische Stoffe aufgebaut. Unter
diesen Stoffen gibt es einen Stoff, der das Ausgangsmaterial für
den Aufbau aller organischen Stoffe in der Pflanze darstellt. Es ist die
Glucose (Traubenzucker), die innerhalb der Stoffgruppe der Kohlenhydrate
zu den Einfachzuckern gehört.
Glucose entsteht in den Pflanzen an Orten, die man nur mit dem Mikroskop finden kann. Auf der Suche nach dem Entstehungsort der Glucose müssen wir mithilfe des Mikroskops in das Innere des Laubblatts vordringen.
In den Zellen des Palisaden- und Schwammgewebes befinden sich grüne,
linsenförmige Zellbestandteile, die Chloroplasten. Sie haben einen Durchmesser von 4 bis 6
und eine Dicke von 2 bis 3
.
Eine Zelle aus dem Palisadengewebe des Laubblatts enthält etwa 18-20
Chloroplasten.
Mit dem Elektronenmikroskop konnten die Wissenschaftler den Bau des Chloroplasten genauer erforschen.
Der Chloroplast ist von einer Chloroplastenhülle umgeben, die aus zwei Membranen besteht. Eine Membran ist eine sehr dünne Haut aus Plasma. Der Innenraum des Chloroplasten ist von einer farblosen Grundsubstanz ausgefüllt.
Sie wird von Membranen durchzogen, die Membranstapel bilden. Auf den Membranen ist ein grüner Farbstoff aufgelagert, der als Chlorophyll bezeichnet wird. Das Chlorophyll ist ein kompliziert aufgebauter organischer Stoff, der nur in Pflanzen und Bakterien vorkommt.
Stoff- und Energieumwandlungen während
der Fotosynthese
Das Vorhandensein von Chlorophyll und die Zufuhr von Lichtenergie sind
die Bedingungen für den Ablauf der Fotosynthese. Während der
Fotosynthese werden Kohlenstoffdioxid und Wasser in die Chloroplasten
aufgenommen. Diese Stoffe sind die Ausgangsstoffe für die Fotosynthese.
In den Chloroplasten werden während der Fotosynthese Glucose und
Sauerstoff als Produkte gebildet.
Die Ausgangsstoffe (Kohlenstoffdioxid und Wasser) und Produkte (Glucose und Sauerstoff) der Fotosynthese unterscheiden sich in ihren Eigenschaften. So ist zum Beispiel die Glucose ein weißer, kristalliner Stoff, der wasserlöslich ist und süß schmeckt, das Wasser ist eine farblose Flüssigkeit.
Während der Fotosynthese entstehen in den Chloroplasten neue Stoffe mit anderen Eigenschaften. Das bedeutet, dass in den Chloroplasten chemische Reaktionen ablaufen. Dabei werden die Ausgangsstoffe Kohlenstoffdioxid und Wasser in die Produkte Glucose und Sauerstoff umgewandelt.
Für diese Stoffumwandlung kann man folgende Gleichung schreiben:
| Kohlenstoffdioxid |
+
|
Wasser |
![]() |
Glucose |
+
|
Sauerstoff |
![]() |
+
|
![]() |
![]() |
![]() |
+
|
![]() |
Die Stoffumwandlungen während der Fotosynthese sind mit Energieumwandlungen verbunden. Wie alle chemischen Verbindungen enthalten auch die Ausgangsstoffe und Produkte der Fotosynthese chemische Energie.
Bei einem Vergleich der Energieinhalte (E) der Ausgangsstoffe und der Produkte der Fotosynthese erkennt man, dass der Energieinhalt der Ausgangsstoffe kleiner ist als der Energieinhalt der Produkte:

Das bedeutet, dass die Fotosynthese ein endothermer Prozess ist. Zur
Bildung von Glucose und Sauerstoff aus Kohlenstoffdioxid und Wasser während
der Fotosynthese ist wie bei jeder endothermen chemischen Reaktion Energie
notwendig. Bei der Fotosynthese ist das Lichtenergie. Die Glucose hat einen sehr hohen Energiegehalt, sie ist ein energiereicher Stoff. Während der Fotosynthese nimmt das
Chlorophyll Lichtenergie auf. In den Chloroplasten wird Lichtenergie in
chemische Energie der Glucose umgewandelt.
Bildung weiterer organischer Stoffe
Die während der Fotosynthese gebildete Glucose ist Grundlage für
die Bildung weiterer organischer Stoffe in den Pflanzenzellen. Die Glucose
wird durch biochemische Reaktionen in andere Kohlenhydrate (z. B. Cellulose)
und Fett umgewandelt. Die Cellulose ist zum Aufbau der Zellwände
der Pflanzen notwendig, die Samen einiger Pflanzenarten besitzen einen
hohen Gehalt von Fetten.
Auch die Eiweiße entstehen auf der Grundlage von Fotosyntheseprodukten.
Betrachtet man die Formel von Glucose (
)
lässt sich feststellen, dass sie wie alle Kohlenhydrate
nur aus den chemischen Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und
Sauerstoff (O) besteht.
Eiweiße enthalten neben diesen chemischen Elementen aber auch Stickstoff
(N) und Schwefel (S). Deshalb sind zum Aufbau von Eiweißen auch
Mineralsalze notwendig (z. B. Nitrate und Sulfate), die diese chemischen
Elemente enthalten. Eiweiße sind Hauptbestandteil des Zellplasmas.
Durch den Einbau von Eiweißen in das Zellplasma kommt es zu einer
Vermehrung der Plasmamenge, die Zelle wächst.
Neben den Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen wird in den Pflanzenzellen eine große Zahl anderer Stoffe gebildet. Dazu gehören Vitamine, Nektar, Harz, Duft- und Geschmacksstoffe, Holzstoff (Lignin), Farbstoffe und Alkaloide. Einige Stoffe aus der Gruppe der Alkaloide werden wirtschaftlich vom Menschen genutzt (z. B. das Koffein aus den Früchten des Kaffeestrauchs als Genussmittel, das Atropin aus den Früchten der Tollkirsche als Mittel zur Erweiterung der Pupillen beim Augenarzt).
|
Fettgehalt in Samen
von wirtschaftlich genutzten Pflanzen
(Angaben in % des Trockengewichts) |
|
|
Pflanzenart
|
Fettgehalt
|
| Hasel |
60-68
|
| Kakaobaum |
50-58
|
| Kokospalme |
65-72
|
| Mohn |
40-51
|
| Sonnenblume |
40-65
|
| Raps |
22-49
|
| Walnuss |
64
|
Während der günstigen Lichtverhältnisse im Sommer läuft
die Fotosynthese in den Zimmerpflanzen intensiver ab als in den Wintermonaten.
Bis zum Erreichen einer bestimmten Lichtstärke, die für verschiedene
Pflanzenarten unterschiedlich hoch ist, bewirkt eine Erhöhung der
Lichtstärke eine Erhöhung der Intensität der Fotosynthese.
Es werden mehr Fotosyntheseprodukte (Glucose) gebildet, die den Pflanzen
für die Bildung weiterer organischer Stoffe und damit für das
Wachstum zur Verfügung stehen. Durch eine zusätzliche Belichtung der tropischen Zimmerpflanzen von
November bis Ende Februar, z. B. mit Leuchtstofflampen,
kann man erreichen, dass diese Pflanzen auch im Winter optimal gedeihen.
In Gewächshäusern nutzt man die Zusatzbelichtung vor allem bei der Anzucht von Jungpflanzen und der Produktion von Zierpflanzen (z. B. Rosen) in den Wintermonaten. Dazu werden in den Gewächshäusern Natriumhochdruckdampflampen installiert.
Die Intensität der Fotosynthese wird auch vom Kohlenstoffdioxidgehalt
der Luft beeinflusst. Die Luft enthält 0,03-0,04 % Kohlenstoffdioxid.
Die Erhöhung des Kohlenstoffdioxidgehalts der Luft (z. B. auf 0,08 % in Gewächshäusern) bewirkt, dass die Fotosynthese in den Pflanzen
intensiver abläuft. Dazu wird Kohlenstoffdioxid aus
-Tanks durch Schläuche in das Gewächshaus geleitet (
-Begasung). Mithilfe
von Messfühlern wird der Gehalt an Kohlenstoffdioxid in der Luft
des Gewächshauses kontrolliert.
Außerdem müssen die Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt
werden. Steht den Pflanzen genügend Wasser zur Verfügung, sind
die Spaltöffnungen der Laubblätter geöffnet, und die Pflanzen
können das Kohlenstoffdioxid als Ausgangsstoff für die Fotosynthese
aufnehmen. Verengen sich die Spaltöffnungen infolge von Wassermangel,
wird die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid behindert und dadurch der Ablauf
der Fotosynthese eingeschränkt.