




Die Galapagos-Inseln
sind ozeanische Inseln, da sie durch Vulkanismus vom Meeresboden zur Meeresoberfläche
aufgebaut worden sind. Eine Kombination zweier Phänomene ist Ursache
ihrer Entstehung: Die Verschiebung der Kontinentalplatten mit Schwächezonen
an ihren Grenzen, wo Vulkane entstehen, und die "Hot Spots" (heiße
Flecken), aus dem Erdinneren gespeiste Magmakammern, die sich ortsfest im
Erdmantel bilden und bei Überdruck entladen, wobei ebenfalls Vulkane
aufgeschüttet werden. Die Galapagos-Inseln befinden sich im Grenzbereich
mehrerer Platten. Diese driften vorherrschend in östliche Richtung
zum südamerikanischen Kontinent (5 cm/Jahr). So gelangen die Vulkaninseln
aus dem Einflussbereich der Hot Spots und versinken, auch unter der Wirkung
der Brandungserosion, wieder im Meer. Daher finden wir die jüngsten
Vulkane im Westen auf den Inseln Fernandina und Isabela, die noch direkt
über den Hot Spots sitzen. Die Galapagos-Vulkane gehören
zum Typ der Schildvulkane.
Sie sind aus einzelnen, übereinander ausgeflossenen Lavadecken entstanden
und besitzen in der Gipfelregion meist eine Caldera (span. "Kessel"),
einen Einsturztrichter im Schlotbereich.
Nur wenige der Vulkaninseln sind bewohnt, z. B. Floreana, Isabela, San Christóbal,
Santa Cruz.
Die Inseln des Galapagos-Archipels
(Auswahl)
Baltra, Fläche 27 km²
Hafen und Flughafen als Ausgangs- und Endpunkt von Inselkreuzfahrten;
Hoheitsgebiet des ecuadorianischen Militärs
Bartolomé, Fläche 1,2 km²
Unberührte Vulkanlandschaft; Felsnadel Pinnacle Rock (Rest
eines Tuffkegels ist Wahrzeichen der Insel); Vulkan Bartolomé (114
m); Überreste von Lavatunnel; Schweißschlackenkegel (um den
Förderschlot stapeln sich teilweise miteinander verschweißt
riesige Lavaklumpen, ca. 40 m hoch)
Española, Fläche 60 km²
Flaches, kaum bewachsenes Lavaplateau; nahe der südlichen Steilküste
befindet sich ein "Blasloch", eine Felsspalte, durch
deren Öffnung das Brandungswasser 20-30 m hochschießt
Fernandina, Fläche 643 km²
Drittgrößte Insel des Archipels, mächtiger, über
1200 m hoher Schichtvulkan mit gewaltigen Lavaströmen (Blocklava
und Stricklava); weiße Sandbuchten, Mangrovenbewuchs
Floreana, Fläche 173 km²
Trockenvegetation; einige Parasitärkegel (Sekundärvulkane);
seit 1793 von engl. Walfängern eingerichtete "Poststelle"
(ein Holzfass, Bild 5), die in Seekarten eingetragen war
Isabela Fläche, 4588 km²
Größte Insel des Archipels; 5 Schichtvulkane, darunter die
höchste Erhebung des Archipels: Wolf (1660 m), Darwin (1330 m), Alcedo
(1125 m), Sierra Negra (1490 m), Cerro Azul (über 1000 m); Trockenvegetation;
im Süden bewohnt
San Christóbal, Fläche 558 km²
Siedlung im Südwesten, Flughafen; einzige Insel mit reichlichem Süßwasservorkommen
(Kratersee El Junco); Nordostteil der Insel trocken, Südwestteil
niederschlagsreich, üppige Vegetation mit Guave-Monokultur, Guave
(Bäume mit zitronenähnlichen Früchten, die zu Fruchtsaft
und Marmelade verarbeitet werden.) verdrängte die einheimischen Pflanzen
Santa Cruz, Fläche 986 km²
Zweitgrößte Insel des Archipels; Charles-Darwin-Forschungsstation
(seit 1964) und Nationalparkverwaltung (seit 1968) im Städtchen Puerto
Ayora; touristisches Zentrum; Schildkrötenreservat in den
Bergen
Santiago, Fläche 585 km²
Viertgrößte Insel des Archipels; im Nordwesten erhebt sich
der an seinen Hängen dicht bewachsene Hauptvulkan Cerro Cowan
(920 m); an der Westküste befinden sich hohe Tuffklippen; der flache
östliche und der südliche Teil der Insel sind mit dunkler Stricklava
(Pahoehoelava) bedeckt