







Säugetiere auf Galapagos
(Auswahl)
Heute existieren auf Galapagos nur 6 Säugetierarten, die Galapagos-Seelöwen,
Galapagos-Pelzrobben (Galapagos-Seebären), zwei Fledermausarten und
zwei Arten von Reisratten.
Die Galapagos-Seelöwen
stammen von dem Kalifornischen Seelöwen ab. Sie
besitzen kleine Ohrmuscheln, gehören also zur Familie der Ohrenrobben.
Charakteristische Merkmale sind der hundeähnliche Kopf mit langer
Schnauze, kleine Augen und die laute, bellende Stimme. Mit ihrem spindelförmigen
Körper, den zu Flossenfüßen umgewandelten Gliedmaßen
können sie bei Fischjagden im Wasser eine Stundengeschwindigkeit
von 15 km und eine Tauchtiefe bis zu 200 m erreichen.
Galapagos-Seelöwen leben an Sandstränden oder flachen Lavaküsten
in Kolonien von bis zu 30 Seelöwen, meist Weibchen (50-80 kg)
zusammen. Beherrscht, beschützt und verteidigt gegen Eindringlinge
werden die Weibchen von einem ausgewachsenen Seelöwenbullen von imposanter
Größe und schwerem Gewicht (bis zu 300 kg). Er zeichnet sich
durch seinen massigen, dicken Nacken, seinen aufgewölbten Schädel
und seine Angriffslust aus.
Die Galapagos-Pelzrobben
(Galapagos-Seebären)
stammen von den Südamerikanischen Seebären ab. Diese
Ohrenrobben sind kleiner als die Galapagos-Seelöwen. Ihr Gewicht
beträgt nur 30-50 kg. Sie besitzen ein dichtes, dunkelbraunes
Fell (deshalb Pelzrobben), große Augen (da nachtaktiv), kräftige
flossenähnliche Gliedmaßen und einen bärähnlichen
rundlichen Kopf mit kurzer Schnauze. Sie leben auch in Kolonien, aber
die Tiere halten einen größeren Abstand voneinander. Bevorzugte
Lebensräume sind die Höhlen, Spalten und Kliffs der Lavastrände,
die Schatten spenden, da diese Tiere hitzeempfindlich sind.
Sie sind ausgezeichnete Kletterer und bewegen sich geschickt aus ihren
Lavaspalten und -höhlen über steile Kliffs ins küstennahe
Wasser.
Kriechtiere (Reptilien) auf Galapagos
(Auswahl)
Die Vertreter dieser Tiergruppe sind die auffälligsten auf Galapagos,
das betrifft insbesondere die Echsen und Schildkröten.
Die bis über 1 m lange dunkelgefärbte, drachenähnlich aussehende
Meerechse bevölkert
in großer Anzahl die Lavaküsten auf einigen Inseln. Sie liegen
dicht gedrängt, fast unbeweglich und sonnen sich. Mit ihrem stacheligen
Nacken und gezacktem Rückenkamm sieht die Meerechse einem kleinen
Drachen aus der Sagenwelt ähnlich. Es ist daher nicht verwunderlich,
dass frühere Seefahrer diese Echsen als "schreckliche Seedrachen"
und selbst CHARLES DARWIN sie auf seiner Weltreise (1835) als "Kobolde
der Finsternis" bezeichnete.
Die Meerechse ist die weltweit einzige Echsenart, die sich von Meeresalgen und anderen Meerespflanzen ernährt. Dazu tauchen sie über 10 m in die Tiefe und können dort bis zu einer Stunde verbleiben. An diese Lebensweise sind die Meerechsen speziell angepasst: sie besitzen
Auf einigen Galapagos-Inseln leben Verwandte der Meerechsen, die bis
1 m langen, gelblich-orange bis rötlich-braun gefärbten Landleguane
. Sie besitzen ebenfalls einen stacheligen Nacken und Rückenkamm
(drachenähnlich) und sitzen oft bewegungslos und fast reglos unter
den Pflanzen der Trockenzone, z. B. Baumkakteen (Opuntien), sukkulenten
Bodenpflanzen (Sesuvien, Portulak). Sie ernähren sich von Knospen,
Blüten, Früchten und Blättern.
Männliche Landleguane sind aggressiv gegenüber ihrem Nebenbuhler
und verteidigen ihr Revier.
Die bekanntesten Tiere der Galapagos-Inseln sind die Galapagos-Riesenschildkröten,
die den Inseln den Namen gaben (span. galapagos = deutsch Schildkröte).
Die Männchen können bis zu 350 kg schwer werden und ein Alter
von bis zu 200 Jahren erreichen.
In Angepasstheit an die unterschiedliche Vegetation und an die unterschiedlichen
Klimabedingungen entwickelten sich zwei Hauptarten von Galapagos-Riesenschildkröten.
Für die Bewohner der Trockenzone der Inseln mit hohen Temperaturen
sind Sattelpanzer und längere Beine charakteristisch. Sie
können noch bodennahe Zweige und Blätter erreichen.
Die Schildkröten der kühleren und vegetationsreicheren Hochländer
besitzen einen Kuppelpanzer, der ihnen wenig Bewegungsspielraum
lässt. Sie fressen hauptsächlich am Boden wachsende Gräser.
Vögel auf Galapagos (Auswahl)
Auf den Galapagos-Inseln gibt es eine faszinierende Vogelwelt. Dazu gehören
sowohl die Land- und Watvögel, z. B. der Galapagos-Bussard, die sperlingsähnlichen
Darwinfinken (13 Arten), die Galapagos-Tauben, als auch die Seevögel
wie Tölpelarten, Albatrosse, Fregattvögel, Möwen, Kormorane,
Pinguine, Reiherarten.
Der flugunfähige
Kormoran hat als einzige Kormoranart das Fliegen "verlernt".
Er bewohnt die Lavaküsten einiger Inseln. Durch die Rückbildung
der Vordergliedmaßen zu "Stummelflügeln" ist er an
einen ehemals feindfreien und nahrungsreichen Landlebensraum angepasst.
Sein Körperbau (kurze Stummelflügel, stromlinienförmiger
Körper, kleiner Brustbeinkamm, kräftige Füße) machen
ihn zu einem guten Schwimmer und geschickten Tauchgänger, so dass
seine Nahrungsquelle die Meeresküste ist.
Der kleine Galapagos-Pinguin
(35-45 cm, Bild 11) ist die kleinste und die am weitesten vom Südpol
nach Norden vordringende Pinguinart. Er lebt an den Lavaküsten einiger
Inseln (Fernandina, Isabela), legt 1-2 Eier in Lavahöhlen oder
-spalten, die die Pinguinpaare gemeinsam ausbrüten. Angepasst durch
ihren Körperbau sind die Galapagos-Pinguine ausgezeichnete Schwimmer
(über 40 km/h) und Taucher, dagegen wirken sie auf den Felsen durch
ihren watschelnden Gang unbeholfen.
Der größte Vogel der Galapagos-Inseln (auf Española)
ist der Galapagos-Albatros
(Spannweite ca. 2,4 m, gänsegroß; Bilder 12 und 13).
Er ist ein ausgezeichneter Flieger, hat aber wegen seiner Körperschwere
Schwierigkeiten beim Starten und Landen.
Einzigartig anzusehen ist das Balzverhalten dieser Vögel. Es wird
laut geschnäbelt, getanzt, sich gegenseitig der Hals mit dem Schnabel
gekrault.
Die häufigste Tölpelart auf Galapagos ist der Blaufußtölpel. Er ist ein guter Flieger und erbeutet seine Nahrung
(Fische) im Sturzflug aus über 20 m Höhe. Während der Fortpflanzungszeit
zeigen Blaufußtölpel ein interessantes Balzverhalten. Es beinhaltet
verschiedene charakteristische Körperhaltungen, tänzelnde Watschelschritte,
gegenseitiges Zeigen der blauen Füße, dazu helles Pfeifen vom
Männchen und heiseres Schreien vom Weibchen.
Die Fregattvögel
sind ein Wahrzeichen der Galapagos-Inseln. Sie besitzen eine
Spannweite von bis zu 2 m und wiegen bis zu 1,5 kg. Es sind
ausgezeichnete "Segler". Fregattvögel sind "Luftpiraten".
Sie stehlen im Flug anderen Vögeln, z. B. Tölpeln, die
Beutefische aus dem Schnabel.
Neben den vorgestellten Tierarten gibt es eine Vielzahl weiterer Tierarten,
die die Galapagos-Inseln bewohnen und die Mannigfaltigkeit der Tierwelt
veranschaulichen.
Dazu gehören neben den Wirbeltieren (z. B. Säugetieren, Kriechtieren,
Fischen, Vögeln) auch zahlreiche wirbellose Tiere wie Krabben.
Die Rote Klippenkrabbe
lebt im Lavafelsbereich direkt an der Wasserlinie. Sie ernährt
sich vorwiegend von Algen.
Tierwelt auf Galapagos und Naturschutz
Teile der Galapagos-Inseln mit ihrer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt
wurden 1959 unter Naturschutz gestellt. Im Jahre 1964 wurde auf der Insel
Santa Cruz die Charles-Darwin-Forschungsstation
eingerichtet. Hier laufen für bedrohte Tierarten Zuchtprogramme,
z. B. für die gefährdeten Riesen-Schildkröten
und Landleguane. Seit 1985/86 wurde das die Inseln umgebende Meer in den
Nationalpark mit einbezogen.
In Bezug auf den Erhalt einheimischer Tierarten konnten durch die Forschungsstation
Erfolge erzielt werden. Ökologische Probleme gibt es zusehends durch
den Anstieg des Tourismus (1969 ca. 1200 Touristen jährlich,
1997 über 65000 Touristen jährlich). Nur durch das exakte Einhalten
der strengen Nationalparkbestimmungen (Verhaltensregeln) durch die Besucher
sind die Galapagos-Inseln als Tierparadies zu erhalten.