
Radioaktive Nuklide,
auch Radionuklide genannt, zerfallen
im Laufe der Zeit. Dabei bilden sich andere Atomkerne, die ebenfalls wieder
radioaktiv oder auch stabil sein können. Eine wichtige Größe,
die die Schnelligkeit des Zerfalls der ursprünglich vorhandenen Atomkerne
charakterisiert, ist Halbwertszeit.
Die Halbwertszeit eines Nuklids gibt an, in
welcher Zeit sich jeweils die Hälfte der ursprünglich vorhandenen
Atomkerne in andere Atomkerne umwandeln.
| Formelzeichen: Einheit: |
![]() eine Sekunde (1 s) |
Eingeführt wurde der Begriff Halbwertszeit 1903 von dem französischen Kernphysiker PIERRE CURIE (1859 – 1906). Bild 1 zeigt als ein Beispiel Wasserstoff-3 (Tritium). Die Halbwertszeit beträgt 12,3 Jahre.
Beispiel: Caesium-137
Das Nuklid Caesium-137 ist ein Beta- und Gammastrahler. Es hat eine Halbwertszeit
von etwa 30 Jahren. Das bedeutet:
Wie groß
sind die Halbwertszeiten?
Die Halbwertszeiten liegen für die verschiedenen Nuklide
zwischen Bruchteilen von Sekunden und Milliarden von Jahren.
Aus Bild 2 ist erkennbar: Radionuklide
zerfallen unterschiedlich schnell. Das gilt auch für die Isotope
eines Elements, wie die Beispiele Uran und Radium zeigen.
Diese unterschiedlichen Halbwertszeiten sind auch für Anwendungen
von Bedeutung. So nutzt man z. B. im medizinischen Bereich Radionuklide
mit kurzen Halbwertszeiten, um die Strahlenbelastung gering zu halten.
Die Halbwertszeit von Kohlenstoff-14 spielt eine entscheidende Rolle bei
der Altersbestimmung von organischen
Stoffen nach der C-14-Methode (Radiokarbonmethode).
Halbwertszeit von
Zerfallsreihen
In der Natur existieren einige Zerfallsreihen.
Radionuklide zerfallen über eine ganze Reihe von Folgekernen, die
ihrerseits wieder radioaktiv sind, bis zu einem stabilen Nuklid. Auch
für eine solche gesamte Zerfallsreihe lässt sich eine Halbwertszeit
angeben. Die folgende Übersicht gibt die Halbwertszeiten für
die vier Zerfallsreihen an.
| Zerfallsreihe |
Ausgangsnuklid (radioaktiv) |
Halbwertszeit in Jahren |
Endnuklid (stabil) |
| Thorium-Reihe | Thorium-232 | ![]() |
Blei-208 |
| Uran-Radium-Reihe | Uran-238 | ![]() |
Blei-206 |
| Uran-Actinium- Reihe | Uran-235 | ![]() |
Blei-207 |
| Neptunium-Reihe | Neptunium-237 | ![]() |
Bismut-209 |
Für die Uran-Radium-Reihe bedeutet das:
Von einem Kilogramm Uran-238 ist nach einer Zeit von 4,51 Milliarden
Jahren ein halbes Kilogramm zu stabilem Blei geworden.
Man beachte bei dieser Zeit:
Das Alter der Erde wird auf etwa 5 Milliarden Jahre geschätzt. Unsere
Zeitrechnung begann vor etwa 2 000 Jahren. Das ist nur ein Bruchteil dieser
Halbwertszeit, etwa 0,00004 % davon.
Die Neptunium-Reihe spielt in der Natur wegen der relativ kurzen Halbwertszeit
keine Rolle mehr. Die in der Natur auftretenden Zerfallsreihen sind eine
Ursache dafür, dass die Menschheit in ihrer Entwicklung ständig
einer geringen radioaktiven Strahlung ausgesetzt war und es auch heute
ist.