
Entwicklungsetappen und Probleme
Im Laufe der Zeit wurden die Probleme mit dieser Berechnungsgröße
immer deutlicher. Deshalb ging man dazu über, den IQ als Abweichung
einer Person vom Mittelwert ihrer Altersgruppe zu definieren. Dabei vermied
man dann aber das Intelligenzalter. Allerdings blieb der Begriff IQ bis
heute erhalten.
Ein neues Problem trat bei dieser Betrachtungsweise des IQ auf: Man kann
Abweichungen von einem Mittelwert in der Statistik vielfältig ausdrücken.
Die meisten IQ-Skalen haben ihren Mittelwert bei 100, aber sie sind verschieden
gestreckt.
Beispiel: Ein IQ von 130 markiert in einer Skala vielleicht die Grenze
zu den oberen 2 %, in einer anderen liegen unter Umständen 10 % der
Bevölkerung noch darüber. Deshalb sagt die Nennung eines IQ-Werts
allein überhaupt nichts aus. In den Vereinigten Staaten werden z. B.
Tests eingesetzt, deren Skalen bis weit über 200 hinausgehen: Boulevard-Meldungen
von Rekord-IQs sind daher mit Vorsicht zu genießen.
Intelligenztests - ihre Anwendungen
und ihre Grenzen
Intelligenz wird in der Regel mithilfe von Intelligenztests gemessen. Intelligenztests
sind meistens so angelegt, dass einzelne Intelligenzfaktoren durch eine
Reihe von Aufgaben verschiedener Schwierigkeitsgrade gemessen werden.
Intelligenzfaktoren
sind z. B. Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Raumvorstellung, Sprachverständnis,
logisches Denken, Rechenfähigkeit und Gedächtnisleistungen.
Je mehr Aufgaben innerhalb einer festgelegten Zeit gelöst werden,
desto höher ist die Ausprägung des betreffenden Intelligenzfaktors.
Man kann auf diese Art zwei Dinge erkennen:
Intelligenztests werden in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens eingesetzt, zum Beispiel in der Schulberatung oder in der Berufsberatung. Ein großer Nachteil besteht allerdings darin, dass sie kein richtiges Bild der gesamten Begabungen des Menschen vermitteln können. Kreativität, schöpferisches Erfinden, soziale Fertigkeiten und künstlerische Fähigkeiten werden nicht mit einbezogen, obwohl sie für den Lebenserfolg von größter Bedeutung sind.
Die Ergebnisse der Intelligenztests hängen außerdem von der
jeweiligen Testsituation ab, von den Motiven der getesteten Personen sowie
von deren Prüfern.