


Die Nahrungssubstanzen, die der Körper für seinen Aufbau und für die Herstellung körpereigener Energie braucht, heißen Nährstoffe. Zu den Nährstoffen zählen drei Hauptgruppen:
Unter dem Begriff Kohlenhydrate wird
eine Vielzahl organischer Verbindungen zusammengefasst. Der Name bedeutet
"mit Wasser angereicherte Kohlenstoffatome" (hydros
(griech.) = Wasser).
Kohlenhydrate sind die wichtigsten Energielieferanten.
Seit Millionen von Jahren wird in den Pflanzen durch Fotosynthese
aus den anorganischen Ausgangsstoffen Wasser und Kohlenstoffdioxid die
Substanz Traubenzucker gebildet. In
ihr ist die Energie des Sonnenlichtes gewissermaßen chemisch gespeichert.
Die Fotosynthese ist der wichtigste
biochemische Prozess der Erde. Nahezu alle Lebewesen sind direkt oder
indirekt von den auf diese Weise gebildeten Kohlenhydraten abhängig.
In pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismen sind sie für
die Stoffwechselvorgänge unverzichtbar.
Als Endprodukte des Stoffwechsels werden die energieärmeren Verbindungen
Wasser und Kohlenstoffdioxid wieder von den Organismen ausgeschieden. Sie stehen
später der Fotosynthese durch die Pflanzen wieder zur Verfügung.
Auf diese Weise schließt sich der Kreislauf, in dem die Organismen
der Erde verbunden sind.
Aus den drei Elementen Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff setzen sich sämtliche Kohlenhydrate zusammen. Die Grundbausteine aller Kohlenhydrate sind gleich oder ähnlich. Durch Kombinationen und unterschiedliche Verknüpfung der Bausteine entsteht eine Vielzahl von Kohlenhydraten, von Einfachzuckern (z. B. Fructose) mit nur einem Grundbaustein bis hin zu Fasern mit mehreren Tausend Bausteinen (z. B. Cellulose). So bieten Kohlenhydrate eine große Vielfalt in ihrer Struktur und damit auch in ihren Eigenschaften. Als Nahrungsmittel haben sie große Bedeutung in Form von Zuckern (schnelle Energiespender), Stärke (Reservestoff in Pflanzen), Gummi arabicum (Stabilisator bei Süß- und Backwaren), Pektin (zur Geleebildung), Cellulose (Ballaststoff) oder auch Carubin (Johannisbrotkernmehl als Bindemittel für Saucen und Eiscreme).
Der Johannisbrotbaum hat im Mittelmeerraum
eine große Bedeutung. In den großen Schoten befinden sich
die Samen. Die Araber nannten die Samen "Karat". Im getrockneten
Zustand dienten sie als Gewichtseinheit (ca. 200 mg). Bis in unsere Tage
hinein hat sich diese Gewichtseinheit erhalten und zwar in einem ganz
anderen Bereich, nämlich für Edelsteine. Das Gewicht für
Rubine, Saphire, Diamanten etc. wird noch heute in Karat angegeben.
Ernährungsphysiologisch wichtig ist die Spaltbarkeit
der verschiedenen Kohlenhydrate.
Im Verdauungstrakt werden Kohlenhydrate
in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt (Glucose, Fructose, Galactose).
Diese können von den Darmwänden aufgenommen werden. Von dort
aus gelangen sie ins Blut. Einfachzucker, wie Traubenzucker, stehen daher
sehr schnell nach der Nahrungsaufnahme als Energiespender zur Verfügung.
Sie müssen nicht aufwendig gespalten werden. Cellulose
hingegen kann vom Menschen nicht zur Energiegewinnung genutzt werden.
Sie wurde deshalb als Ballaststoff bezeichnet. Rinder hingegen nutzen
Cellulose als Nahrungsquelle. Ebenso wie andere Wiederkäuer (Schafe,
Ziegen) verfügen sie über ein Enzymsystem, mit dem die Verknüpfungen
der Cellulose gespalten werden können. Wenn der Mensch das auch könnte,
eröffneten sich ihm nahezu unerschöpfliche Nahrungsquellen.
Cellulose ist die häufigste organische Verbindung auf unserer Erde.

Die meisten kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel sind in ihrer natürlichen,
ursprünglichen Form Träger weiterer Nahrungsbestandteile, z. B.
von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Die
tägliche Ernährung sollte daher aus mindestens zu 55 % aus Kohlenhydraten
bestehen. Vor allem Vollkorngetreide (z. B. Roggen, Hafer, Reis usw.),
Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Mais, Gemüse, Obst u. a. sollten
genutzt werden.
Anteil an Kohlenhydraten in verschiedenen Nahrungsmitteln (%):
Tierische
Nahrungsmittel
| Magerquark |
2
|
| Hartkäse |
3
|
| Eiscreme |
25
|
| Milch |
5
|
| Eier |
1
|
| Jogurt |
5
|
| Fleisch |
1
|
| Leber |
6
|
Pflanzliche Nahrungsmittel
| Haferflocken |
66
|
| Kartoffeln |
17
|
| Obst |
11
|
| Mehl |
74
|
| Bananen |
21
|
| Reis |
79
|
| Trockenobst |
60
|
| Cornflakes |
83
|
| Obstsäfte |
11
|
| Vollkornbrot |
46
|
| Schokolade |
55
|
| Brötchen |
58
|
| Marmelade |
66
|
| Knäckebrot |
71
|
| Honig |
81
|
| Gemüse |
7
|
| Bonbons |
94
|
| Hülsenfrüchte |
57
|
| Zucker |
100
|
Ausmahlungsverluste bei Weizen
(Verhältnis Vollkorn zu Auszugsmehl Type 405, Durchschnittswerte)
| Tabelle 2 (aus D. Henrichs und A. Münzel Vitalstoffe und Gesundheit, München 1999) | |
|
Verluste in %
|
Vitamine
|
|
86
|
Vitamin B 1
|
|
69
|
Vitamin B 2
|
|
86
|
Vitamin B 3
|
|
54
|
Vitamin B 5
|
|
50
|
Vitamin B 6
|
|
100
|
Provitamin A
|
|
Verluste in %
|
Mineralstoffe/ Spurenelemente
|
|
99
|
Chrom
|
|
84
|
Eisen
|
|
75
|
Kupfer
|
|
52
|
Magnesium
|
|
71
|
Mangan
|
|
76
|
Kalium
|
|
50
|
Calcium
|
|
73
|
Zink
|
|
Verluste in %
|
Faserstoffe (Ballaststoffe)
|
|
fast 100
|
|
Sehr beliebt als Beilagen sind auch Reis und Nudeln.
Ernährungsphysiologisch ist brauner, nicht polierter Reis wegen
des höheren Nährstoffgehaltes wertvoller. Gleiches gilt für
die Vollkornnudel.
Der Kohlenhydratgehalt von Kartoffeln
liegt bei nur ca. 20 %. Die Eiweißwertigkeit ist hoch, obwohl der
Eiweißanteil nur ca. 2 % beträgt. Zudem ist die Kartoffel eine
der wichtigsten Quellen für Vitamin C und Kalium, der Rest (ca. 75 %) ist Wasser. Kartoffeln gelten zu Unrecht als Dickmacher. In Form von
Pommes frites oder Kartoffelchips mit reichlich Fett und Salz versehen
kommen die guten Eigenschaften unseres wichtigen Grundnahrungsmittels
allerdings nicht mehr zur Geltung.