Eine bestimmte
Form des Zusammenlebens zwischen zwei artverschiedenen Organismen ist der
Kommensalismus.
Hierbei sind die Partner meist locker miteinander vergesellschaftet, und
nur ein Partner zieht aus dieser Vergesellschaftung einen Nutzen. Es besteht
also eine Wechselbeziehung zwischen den Partnern.
Bei dieser Form des Zusammenlebens artverschiedener
Tiere profitiert z. B. die eine, meist kleinere Art von der Nahrung
der anderen Art, ohne den Partner zu schädigen oder ihm zu nützen.
Es ist eine "Tischgenossenschaft"
(lat. commensalis = Tischgenosse).
Beispielsweise werden große Landraubtiere bei ihren Beutefängen
von Aasgeiern begleitet. Letztere ziehen einen Nutzen aus den Beuteresten,
die nach dem Abzug z. B. von Löwen zurückbleiben.
Einige Fische, sogenannte Schiffshalter, nutzen größere Fische
und Wale vorübergehend als Transportmittel. Anstelle einer Rückenflosse
besitzen sie eine Scheibe, mit der sie sich festsaugen können. Sie
können dadurch ihre Lebensräume erweitern.
Auch bei vielen Pflanzen könnte man im weitesten Sinne Kommensalismus mit Tieren feststellen. Beispielsweise werden Beeren und saftige Früchte von Vögeln verzehrt (Vogelbeeren von Amseln, Mistelbeeren von Misteldrosseln). Die Samen sind unverdaulich und werden oftmals weit entfernt von den Mutterpflanzen durch die Vögel ausgeschieden. Finden sie günstige Bedingungen, keimen die Samen. Auf diese Weise werden Pflanzen verbreitet. Bei der Klette wirkt ein anderer Mechanismus. Die Früchte besitzen hakenförmige Haaren als Haftvorrichtungen. Diese hakenförmigen Haare bleiben am Fell vorbeistreifender Tiere haften und werden so ebenfalls verbreitet.
Auf Regenwaldbäumen wachsen häufig u. a. Bromelien, Farne und tropische Orchideen. Diese Pflanzen verschaffen sich dadurch günstigere Lichtverhältnisse. Die Trägerbäume werden nicht beeinträchtigt. Sie sind nur Wuchsort für die aufsitzenden Pflanzen.
Eine Form des Kommensalismus ist auch die zeitlich später liegende Nutzung von verlassenen Wohnstätten von anderen Organismen. So werden Spechthöhlen durch andere höhlenbrütende Vogelarten, z. B. durch Stare, oder durch Kleinsäugerarten wie den Siebenschläfer belegt.