






Der Flusskrebs
Körpergliederung und Bau
Am Europäischen Flusskrebs (Astacus astacus) fallen zuerst die zwei großen
Scheren und der feste Panzer auf. Dieser besteht aus Kalk
und Chitin.
Er bildet das schützende Außenskelett
und gibt dem Körper Halt.
Der Körper ist in zwei große, ungleichmäßige Abschnitte
gegliedert, in Kopfbrust und Hinterleib.
Am starr verwachsenen Kopfbruststück
sitzen 2 Paar Fühler, Stielaugen und 5 Paar Laufbeine, von denen
das vordere Paar mit großen Scheren ausgestattet ist. Am gegliederten
Hinterleib sitzen 5 Paar kleine Schwimmbeine und am Ende ein Schwanzfächer.
Da der harte Panzer des Flusskrebses nicht mitwachsen kann, muss der Kalk-Chitinpanzer
1- bis 2-mal jährlich gewechselt werden. Die Häutung
erfolgt unter Mitwirkung von Hormonen.
Während dieser Zeit der Häutung wird unter dem alten Panzer
bereits ein neuer größerer, aber weicher Panzer gebildet (Butterkrebs).
Bis der Panzer wieder fest ist, lebt der Flusskrebs relativ wehrlos versteckt
unter Steinen oder Wurzeln.
Ernährung, Fortbewegung und Atmung
Nachts verlässt der Flusskrebs sein Versteck und geht auf Nahrungssuche.
Dabei schreitet er mit seinen Laufbeinen langsam auf dem Gewässergrund
vorwärts. Seine Beute, vor allem Schnecken, Würmer, kleine Fische,
aber auch Pflanzen, wird mit den großen Scheren ergriffen, zerkleinert
und den Mundgliedmaßen zugeführt. Der Flusskrebs kann also
auf seinen vier hinteren Laufbeinpaaren langsam vorwärts laufen.
Zum Schwimmen benutzt er seine kleinen Schwimmbeine am Hinterleib und
seinen Schwanzfächer. Diesen schlägt
er kräftig ruckartig gegen den Bauch. Auf diese Weise kann er blitzschnell
rückwärts schwimmen. Die Atmung erfolgt durch Kiemen, die als
Kiemenbüschel unter den Seitenteilen der Kopfbrustregion sitzen. Sie sind
von feinen Blutgefäßen durchzogen. Mit ihrer Hilfe nimmt der
Flusskrebs den zum Leben notwendigen Sauerstoff aus dem Wasser auf. Im
Blut wird der Sauerstoff in den Körper transportiert. Aus dem Körper
gelangt das Kohlenstoffdioxid mit dem Blut zum Herzen, von dort in die
Kiemenbüschel, wo es ausgeschieden wird.
Fortpflanzung
Nach der Paarung im Herbst heftet das Weibchen die außerhalb des
Körpers befruchteten Eier an die Unterseite des Hinterleibes. Dort
entwickeln sich die kleinen Krebse, die nach dem Schlüpfen, im Mai
des kommenden Jahres, noch einige Zeit am Bauch des Muttertieres verbleiben.
Sie halten sich dort mit ihren kleinen Scheren so lange fest, bis ihr
Dottervorrat aufgebraucht ist. Erst dann gehen sie zum selbständigen
Leben über. Dieses Verhalten bezeichnet man als Brutpflege.
Reaktion auf Umwelteinflüsse
Mit den am Kopf sitzenden 2 Paar Fühlern kann sich der Flusskrebs,
vor allem nachts bei der Nahrungssuche, gut orientieren und seine Beute
aufspüren. Die auffälligen, auf Stielchen sitzenden Augen können
unabhängig voneinander bewegt werden. Sie ermöglichen trotz
Unbeweglichkeit des Kopfes einen guten Rundumblick. Fühler und Augen
stehen über Nervenstränge mit Gehirn und Strickleiternervensystem,
das den ganzen Körper durchzieht, in Verbindung. Durch das Zusammenwirken
von Nervensystem, Augen und Fühler kann sich das Tier gut in seiner
Umwelt orientieren.
Weitere Vertreter der Krebstiere
Hummer (Homarus gammarus):
Lebensraum: Stein- und Felsenküsten (in
Deutschland nur bei Helgoland)
Besondere Merkmale: 2 gewaltige, ungleich entwickelte
Scheren, breiter Schwanzfächer; begehrtes Nahrungsmittel für
den Menschen; Länge bis 60 cm
Nahrung: Muscheln, Krabben, Seesterne, Schnecken
Kellerassel (Porcellio scaber):
Lebensraum: Keller, Gewächshäuser,
unter Steinen (feuchte Lebensräume!)
Besondere Merkmale: dunkelgrauer, abgeplatteter
Körper ohne Kopfbruststück; atmet mit Kiemen und kleinen Lungen; Länge etwa 1,5 cm
Nahrung: Falllaub, Holz, abgestorbene Pflanzen