
In enger Verbindung mit der biologischen Evolution verlief die kulturelle Evolution des Menschen anfangs äußerst langsam, seit etwa 80 000 Jahren jedoch sehr beschleunigt. Dabei handelt es sich um die Herausbildung von Traditionen und deren Weitergabe von Generation zu Generation.
Biologische und kulturelle Evolution sollten als Einheit gesehen werden, da die Leistungen des Menschen nur aufgrund seiner genetischen Ausstattung möglich sind.
Zeugnisse der kulturellen Evolution
Bei Grabungen wurden zusammen mit den fossilen Knochenfunden auch eine
Vielzahl von Gerätschaften entdeckt, durch die sich recht genaue
Rückschlüsse auf die Lebensweise dieser Menschen ziehen lassen. Als
neue Errungenschaften in kulturell-technischer Hinsicht gelten
Beeindruckend sind auch Zeugnisse seiner künstlerischen Betätigung, die uns als Ritzzeichnungen und Höhlengemälde sowie als Plastiken überliefert wurden.
Die Vielfalt der Gerätschaften lässt auf eine Arbeitsteilung innerhalb der Horde schließen. Bis vor 15 000 Jahren lebten die Menschen nur von dem, was die Natur ihnen bot oder was sie der Natur direkt abringen konnten. Sie waren noch immer Sammler und Jäger, aber ihre Jagdbeute war aufgrund der moderneren Gerätschaften sicherlich erheblich größer als die der Neandertaler.
Vor etwa 10 000 Jahren gingen die Menschen dazu über, Tiere
nicht nur zu jagen, sondern sie auch lebendig einzufangen und zu
zähmen, eine Zeit lang zu halten und später sie auch
zu vermehren. So schufen sie sich Nahrungsreserven für Zeiten, in
denen die Jagd weniger erfolgreich war oder keine Früchte gesammelt
werden konnten.
Wenig später fingen sie auch an in einigen Gebieten der Erde den Boden zu bearbeiten und Pflanzen zu kultivieren. Aus dem eiszeitlichen (fossilen) Jetztmenschen entwickelte sich der heute lebende (rezente) Jetztmensch. Es kam zu einer stürmischen kulturellen Entwicklung des Menschen.
Traditionen wurden herausgebildet und von Generation zu Generation weitergegeben, z. B.
Der Mensch wurde zum Gestalter seiner Umwelt und seines Lebens.