


Schall, der an unsere Ohren gelangt, kann bei uns
angenehme Empfindungen auslösen, z. B. die Sprache von vertrauten
Menschen, Musik oder das knisternde Geräusch eines Lagerfeuers. Schall
kann uns aber auch stören, belästigen oder sogar schädigen.
Schall, der als belästigend empfunden
wird oder gar zu gesundheitlichen Schäden führen kann, wird
als Lärm bezeichnet.
Dabei ist zu beachten: Lärm ist eine subjektive Empfindung. Das,
was der eine als Lärm empfindet, muss ein anderer nicht zwangsläufig
auch als Lärm empfinden.
Lärm ist keine Erscheinung unserer Zeit, sondern hat schon immer
Menschen beschäftigt. So bestimmte z. B. das Allgemeine Preußische
Landrecht von 1793:
"Mutwillige Buben, welche auf den Straßen
lärmen, sollen mit verhältnismäßigem Gefängnis,
körperlicher Züchtigung oder Zuchthaus bestraft werden".
Unbestritten ist, dass die uns umgebende Welt lauter geworden ist: Autos,
Motorräder, Flugzeuge, Radios, CD-Player und Fernsehgeräte tragen
ebenso zum Lärm bei wie Rockkonzerte oder Diskotheken. Etwa 25 Millionen
Bürger der Bundesrepublik Deutschland, das sind ca. 40 %, fühlen
sich zeitweise oder dauernd durch Lärm belästigt.
Messung von Lärm
Schall breitet sich als Druckwelle in der Luft aus. Wir nehmen ihn nur
dann wahr, wenn er oberhalb der Hörschwelle
und unterhalb der Schmerzschwelle liegt.
Gemessen wird der Schallpegel – subjektiv
als Lautstärke empfunden – in Dezibel
(dB). Die Hörschwelle liegt bei 0 dB, die Schmerzschwelle bei 130 dB. Gemessen werden kann der Schallpegel mit Schallpegelmessern.
Wirkungen von Lärm
Die Wirkungen von Lärm sind sehr
unterschiedlich. Dauerhafter und starker Lärm, aber auch kurzzeitiger
sehr intensiver Lärm kann den menschlichen Körper stark beeinflussen
und zu gesundheitlichen Schäden führen. So kann es durch Lärm
zu einer Erhöhung des Blutdrucks, zu einer Beschleunigung der Atmung
sowie zu einer Erhöhung der Herzfrequenz kommen. Es können Schlafstörungen,
eine Minderung der Konzentrationsfähigkeit sowie Kopf- und Magenschmerzen
auftreten. Medizinisch nachweisbar sind Veränderungen der Gehirnaktivität
und der Durchblutung sowie das Ausscheiden von Stresshormonen.
Wenn man sich längere Zeit stärkerem Lärm aussetzt, kann
auch das Gehör geschädigt werden. Es tritt dann Lärmschwerhörigkeit
auf. Jedes menschliche Ohr enthält etwa 20 000 Sinneszellen (Haarzellen),
die die ankommenden Schallwellen in elektrische Signale umwandeln, die
ihrerseits zum Gehirn geleitet werden und dort die Hörempfindung
auslösen. Diese Sinneszellen werden durch Lärm beinflusst. Kurzzeitiger
Lärm verringert ihre Leistungsfähigkeit zeitweise. Es kommt
zu einer vorübergehenden Betäubung. Länger anhaltender
stärkerer Lärm von über 85 dB führt zu einem allmählichen
Absterben von Haarzellen. Da sich diese Zellen nicht regenerieren, entsteht
dadurch ein bleibender Hörschaden, der im Extremfall bis zur Taubheit
führen kann.
Als Grundsatz sollte deshalb für jeden gelten:
Die Vermeidung von Lärm ist der beste Schutz vor gesundheitlichen
Schäden. Wo es möglich ist, sollte Lärm gedämpft oder
gedämmt werden.
Schutz vor Lärm
Lärmschutz ist darauf
gerichtet, schädliche Umwelteinwirkungen durch Lärm auf den
Menschen zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen. Am besten wäre
es natürlich, die Entstehung von Lärm zu vermeiden. Wo das nicht
möglich ist, muss der Lärm durch verschiedene Maßnahmen
gedämpft und gedämmt werden.
Schalldämmung erfolgt durch Reflexion. Dazu eignen sich besonders Stoffe mit glatter Oberfläche.
Schalldämpfung erfolgt durch Absorption. Dazu eignen sich besonders raue, poröse Stoffe mit glatter Oberfläche.
Da der Straßenverkehr die wichtigste Lärmquelle
ist, werden seit geraumer Zeit Grenzwerte für Straßenfahrzeuge
festgelegt. Die innerhalb der Europäischen Gemeinschaft einheitlichen
Grenzwerte sind in Bild 4 dargestellt.
Die rot eingezeichneten Werte galten bis 1889, die blau eingezeichneten
zwischen 1989 und 1995 und die grün eingezeichneten ab 1995.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von technischen Maßnahmen,
die auf die Lärmbekämpfung gerichtet sind. Dabei wird genutzt,
dass Schall an glatten Flächen gut reflektiert und von porösen
Flächen gut absorbiert wird.
Zu solchen Maßnahmen des Lärmschutzes gehören:
An Stellen, wo sich Lärm weder vermeiden noch
dämmen lässt, ist es mitunter erforderlich, durch Gehörschutz
(spezielle Kopfhörer) gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Notwendig ist das z. B. bei der Einweisung von Flugzeugen auf Flugplätzen
oder beim Arbeiten mit einem Presslufthammer.
Bei einem Diskothekbesuch sollten Ohrnstöpsel genutzt werden.