

Ihren Namen haben Meerschweinchen
wahrscheinlich daher, dass die Spanier sie im 16. Jahrhundert über
das Meer nach Europa brachten. Das lautstarke Quieken der Tierchen erinnert
außerdem sehr an das Gequieke von "normalen Hausschweinen"
und der Name war geboren.
Wurden sie bei den Indianern in Südamerika gehalten und gezüchtet
und dort vor allem als Nahrungsmittel genutzt, erfreuen sie unsere Kinder
ausschließlich als Haustier.
Um lange Freude an diesen Tierchen zu haben, muss man sie artgerecht
halten, d. h. entsprechend ihrer natürlichen Lebensweise.
Zur Biologie
Meerschweinchen sind Wirbeltiere
und gehören zur Gruppe der Säugetiere.
Nach einer Tragzeit von bis zu 72 Tagen bringen sie 2 bis 5 Junge
zur Welt, die gesäugt werden. Obwohl Meerschweinchen als Nestflüchter
nach der Geburt die Augen öffnen, schon herumlaufen und bereits
einige Stunden danach an Heu und Gemüse knabbern können, werden
sie von der Mutter 2-3 Wochen lang gesäugt, bis sie völlig
selbstständig sind. Meerschweinchen können je nach Haltung
bis zu 8 Jahre alt werden.
Ein wichtiges Merkmal der Meerschweinchen sind die Zähne, die zeitlebens nachwachsen. Meerschweinchen haben 20 Zähne, im Ober- und im Unterkiefer je 2 Schneidezähne sowie 8 Backenzähne. Alle Zähne haben offene Wurzeln und wachsen ständig weiter. Das ist insofern wichtig, als Meerschweinchen einen Zahnabrieb (und Zahnnachwuchs) von bis zu 2 mm pro Woche haben. Meerschweinchen haben ein typisches Nagergebiss.
Haltung, Kosten und Beschäftigungsmaterial
Meerschweinchen sind keine Einzelgänger, sondern leben in Gruppen
von 3 bis 10 Tieren zusammen. Demzufolge ist die Gruppenhaltung
die einzig artgerechte
Haltung. Deshalb sollte man mindestens 3 Tiere halten, denn
eins würde verkümmern und 2 würden mit der Zeit träge
werden, da sie nicht genug Kontaktmöglichkeiten haben. Ihren Spieltrieb
können sie nur in der Gruppe ausleben. Am besten hält man
mehrere Böcke. Diese sollten bei der Vergesellschaftung noch nicht
geschlechtsreif sein. Man kann aber auch mehrere Weibchen halten oder
aber idealerweise mehrere Weibchen mit einem kastrierten Bock.
Meerschweinchen haben einen großen Bewegungsdrang. Deshalb muss
man ihnen ausreichend Platz und Beschäftigung zur Verfügung
stellen. Für zwei bis drei Tiere braucht man ein Gehege, das mindestens
1,40 m x 0,70 m groß ist. Der Bau oder der Kauf eines
solchen artgerechten Geheges ist ziemlich teuer. Dazu kommen die Kosten
für Heu, Einstreu, Futter und Tierarzt. Neben dem Zeitfaktor stellt
dies ein wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen die Meerschweinchenhaltung
dar. Darüber hinaus sollte man sich im Vorfeld über Tierhaarallergien
informieren, damit keine gesundheitlichen Probleme auftreten und die
gerade angeschafften Tiere dann im Heim landen.
Da Meerschweinchen Nagetiere
sind, sollte man ihnen Material zum Nagen zur Verfügung stellen.
Trockenes Brot, Äste von Buchen, Obstbäumen oder Haselnusssträuchern
eignen sich dazu, ihre nachwachsenden Nagezähne abzunutzen.
Meerschweinchen sind Fluchttiere. Das Gehege muss deshalb so eingerichtet
werden, dass es ihnen Möglichkeiten zum Schutz bietet. Diesen Zweck
erfüllen Häuschen, Tunnel, ausgehöhlte Wurzeln oder beispielsweise
hohle Baumrinden.
Nahrung
Hauptnahrungsmittel der Meerschweinchen ist Heu. Deshalb muss man ihnen
ständig Heu in guter Qualität zur Verfügung stellen.
Frisches Futter aus Gemüsegärten, von Feldern und Wiesen ist
wesentlich besser als Abgepacktes aus Supermärkten und Zoofachgeschäften.
Nach der morgendlichen Heufütterung sollte man täglich viel
abwechslungsreiches Grünfutter anbieten, darunter sollte immer
ein Stück Apfel sein (beugt Verdauungsproblemen vor), außerdem
eine Möhre und im Wechsel Löwenzahn, Salatgurke, Möhrengrün,
Kohlrabi, Petersilie, Paprika, Melone oder einfach mal frisch geschnittenes
Gras.
Trinkwasser muss täglich frisch und ausreichend angeboten werden.
In abgestandenem Wasser bilden sich schnell Algen, die für die
Meerschweinchen schädlich sind.