







Nach ihrem Bau kann man bei den Moosen
die Gruppe der Laubmoose und die Gruppe
der Lebermoose voneinander unterscheiden.
Zu den Laubmoosen gehören die meisten Moosarten. Die Laubmoospflanze besteht aus einem Stämmchen an dem sich viele Blättchen befinden.
Die Lebermoose sind sehr vielgestaltig. Bei manchen Moosarten aus der
Gruppe der Lebermoose (z. B. dem Brunnenlebermoos) bestehen die Moospflanzen
nur aus einem lappenartigen Pflanzenteil, an dessen Unterseite sich Rhizoide
befinden.
Hornmoose bilden eine weitere, jedoch sehr kleine Gruppe der Moose. Die Hornmoospflanze ist blattlos, oft thalös, rundlich bis unregelmäßig geformt und hornartig versteift.
Bau und Funktion der
Teile einer Moospflanze
Wenn man ein Moospolster
der Laubmoose genauer untersucht, stellt man fest, dass es aus vielen
einzelnen Moospflanzen besteht.
Jede Moospflanze besteht aus einem Moosstämmchen,
an dem sich viele Moosblättchen
befinden. Die Moospflanzen sind durch wurzelähnliche Haftorgane,
die Rhizoide, im Boden verankert. Rhizoide
sind farblose oder braune Fäden, die bei manchen Moosarten einen
dichten Rhizoidenfilz bilden. Im Unterschied zu den Samenpflanzen besitzen
die Moospflanzen keine Wurzeln. Die Wasseraufnahme erfolgt durch die gesamte
Oberfläche der Moospflanze. Das Stämmchen hat nur eine geringe Leitungsfunktion, es dient hauptsächlich der Stabilität.
Einige Moose (z. B. die Torfmoose, die zu den Laubmoosen gehören) können in ihren Blättchen, durch spezielle Zellen,
Wasser speichern.
Torfmoose können um das 30-Fache ihres Trockengewichts an Wasser aufnehmen, andere Moose um das 7-Fache.
In den interaktiven Rechenbeispielen kann man unter anderem das Trockengewicht und den Wassergehalt einer Pflanze bestimmen und somit den Wasserhaushalt einer Pflanze untersuchen. Dazu bestimmt man das Frischgewicht eines Moospolsters (die feuchten Pflanzen) mithilfe einer Waage. Lässt es dann vollständig austrocknen, wiegt erneut, um das Trockengewicht zu erhalten.
Fortpflanzung der MooseDie Schwärmzellen sind durch zwei Geißeln im Wasser beweglich.
Bei feuchter Witterung schwimmen die Schwärmzellen durch Wassertropfen
im Moospolster von den männlichen zu den weiblichen Fortpflanzungsorganen,
wo es zur Befruchtung der Eizelle kommt. Aus der befruchteten Eizelle
keimt ein langer Stiel, mit einer Sporenkapsel.
In den Sporenkapseln reifen Sporen, die
der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienen. Bei trockener
Witterung öffnet sich die Sporenkapsel und die reifen Sporen werden
ausgestreut. Die Spore keimt zu einem verzweigten Faden, dem Vorfaden (Vorkeim),
aus. Aus den Knospen an diesen verzweigten Vorfäden wachsen neue
Moospflanzen heran, die wieder männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane bilden.
Bei der Fortpflanzung der Moose kommt es zur Aufeinanderfolge einer geschlechtlichen
und einer ungeschlechtlichen Generation. Die geschlechtliche Generation
ist die Generation, die Eizellen und Schwärmzellen bildet. Die Generation,
die die Sporen bildet, ist die ungeschlechtliche Generation. Die eigentliche Moospflanze
(Gametophyt) stellt die geschlechtliche Generation dar, aus der befruchteten Eizelle
geht die ungeschlechtliche Generation (Stiel mit Sporenkapsel = Sporophyt) hervor.
Die Fortpflanzung der Moose ist durch einen Generationswechsel
gekennzeichnet.
Ernährung der Moospflanzen
Moospflanzen ernähren sich von Wasser, Kohlenstoffdioxid und Mineralsalzen.
Die Aufnahme von Wasser und Kohlenstoffdioxid erfolgt durch die gesamte
Oberfläche der Moosblättchen.
Im Licht und mithilfe des grünen Blattfarbstoffes, des Chlorophylls,
werden in den Moosblättchen aus Kohlenstoffdioxid und Wasser die
Stoffe Traubenzucker und Sauerstoff gebildet. Sie ernähren sich autotroph.
Der Sauerstoff wird durch die Oberfläche der Moosblättchen abgegeben.
Traubenzucker ist Grundlage für die Bildung anderer Stoffe, z. B.
Stärke und Fette.
Für die Bildung weiterer Stoffe, z. B. Eiweiß, benötigen
die Moospflanzen außerdem Mineralsalze. Diese entnehmen sie in gelöster
Form mit den Rhizoiden aus dem Boden. Die Bildung von Stoffen in den Moosblättchen
ist Voraussetzung für das Wachstum.
Vertreter der Moose in
ihrem Lebensraum
Auf der Erde gibt es etwa 20 000 verschiedene Moosarten. Viele sind noch gar nicht entdeckt oder beschrieben worden. Die Mehrzahl
von ihnen kommt auf dem Land vor.
Die meisten Moosarten besiedeln schattige Orte, z. B. den Waldboden und
Gebirgsschluchten, aber auch Baumstämme. Abgestorbene, morsche Baumstämme
und Baumstümpfe sind oftmals mit einem dichten Moospolster bedeckt.
Auf dem Waldboden findet man häufig Moosarten aus der
Gruppe der Widertonmoose (sie gehören zu den Laubmoosen). Das gewöhnliche Widertonmoos (Polytrichum commune, auch goldenes Frauenhaarmoos genannt) wächst vor allem an nassen Stellen in Nadelwäldern. Das Wacholder-Widertonmoos (Polytrichum juniperinum) bevorzugt trockenere Plätze auf kalkfreien Sand-Schuttböden.