Bau der Muskeln
Die Muskulatur ist die Gesamtheit
der Muskeln des Menschen. Sie
dient der Bewegung des Körpers und seiner Teile. Der Mensch hat etwa
400 Skelettmuskeln, die meistens durch Sehnen an den Knochen befestigt
sind. Die Muskeln bestehen aus Muskelzellen. Es sind spezialisierte Zellen,
die in der Lage sind, sich zu verkürzen. Dieser Vorgang wird als
Muskelkontraktion bezeichnet.
Anschließend können sie sich wieder dehnen, sie erschlaffen.
Es werden zwei Formen von Muskulatur unterschieden. Die glatte Muskulatur, die aus spindelförmigen Muskelzellen besteht, und die quergestreifte Muskulatur, die aus Muskelfasern aufgebaut ist.
Zur quergestreiften Muskulatur gehört die Skelettmuskulatur.
Der Mensch hat etwa 400 Skelettmuskeln. Diese bestehen aus vielen feinen
elastischen Muskelfasern,
die durch Bindehaut zu Muskelfaserbündeln
vereinigt sind. Sehnen übertragen die Muskelbewegung auf die Knochen.
Funktionen der Muskeln
Die Muskelfasern können sich auf "Befehle" des Gehirns
zusammenziehen und den ganzen Muskel dadurch anspannen. Das liefert die
Kraft, um die am Muskel befestigten Knochen in einer bestimmten Stellung
zu halten oder in Gelenken zu bewegen.
Mit der Muskelkraft halten wir unseren Körper aufrecht, laufen wir
und tragen Lasten, arbeiten und treiben wir Sport. Weil jeder einzelne
Muskel sich nur in einer Richtung zusammenziehen und dadurch Arbeit leisten
kann, sind zur Bewegung der Körperteile immer mindestens zwei, oft
auch mehrere Muskeln notwendig.
Sie arbeiten entweder miteinander oder im Wechsel gegeneinander, die einen
als Beuger, die anderen als Strecker.
Sie sind Gegenspieler oder
Antagonisten.
Gut erkennen und ausprobieren lässt sich das am Beispiel der Bewegung
des Armes im Ellbogengelenk.
Wird der Armbeugemuskel ("Bizeps") angespannt, wird der Arm
gebeugt. Wird der Armstreckermuskel ("Trizeps") angespannt,
wird der Arm gestreckt.
Vielfältig ist das Zusammenwirken der Rumpfmuskulatur mit den Arm-
und Beinmuskeln bei sportlichen Übungen und Arbeitstätigkeiten,
z.B. Rad fahren und Schwimmen.
Beim Rad fahren beispielsweise wird vor allem die Beinmuskulatur beansprucht.
Beim Schwimmen sind alle Arm- und Beinmuskeln sowie die Bauch- und Rückenmuskulatur
tätig.
Durch Beuger und Strecker in der Rücken- und Bauchmuskulatur wird
unsere aufrechte Körperhaltung hauptsächlich bewirkt.
Die Muskeln können nicht unbegrenzt lange Arbeit leisten. Nach gewisser
Zeit ermüden sie und brauchen eine Erholungsphase. Beim Stoff- und
Energiewechsel des arbeitenden Muskels entsteht nämlich aus Zucker
Milchsäure. Diese "Übersäuerung" führt zur
Ermüdung. Bei ungewohnter Belastung entsteht "Muskelkater"
durch Verletzung winzig kleiner Muskelfasern.
Auch innere Organe, z.B. Verdauungsorgane, besitzen Muskulatur. Diese
"Eingeweidemuskulatur"
ist aber anders gebaut. Es ist glatte Muskulatur.
Sie funktioniert auch anders als die Skelettmuskulatur. Sie arbeitet nämlich
unwillkürlich und ermüdet auch nicht.
So sorgt in der Wandung von Speiseröhre, Magen und Darm eine Muskelschicht
für die Beförderung des Nahrungsbreies, ohne dass wir das mit
unserem Willen steuern müssen.
Die Herzmuskulatur bewirkt
durch ihre automatischen Pumpbewegungen, dass ständig Blut durch
unseren Körper fließt - Tag und Nacht - ohne Ermüdung
und Unterbrechung.