
Systematik
Es werden je nach Auffassung 17 Pinguinarten unterschieden, die
alle in einer Familie mit sechs Gattungen zusammengefasst werden:
Verbreitungsgebiet
Pinguine leben in der freien Natur nur auf der südlichen Halbkugel.
Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt zwischen dem südlichen Wende- und
dem südlichen Polarkreis. Sie sind neben der Antarktis auch in Chile, Australien und im südlichen Afrika sowie in Argentinien
zu finden. Vereinzelte Arten findet man auch noch in anderen Ländern,
bis hin zu dem nördlichsten Verbreitungsgebiet, den Galapagosinseln.
Obwohl sie nur auf der südllichen Halbkugel zu finden sind, haben
sich ihre Körpermaße sehr unterschiedlich entwickelt und den
gegebenen Lebensbedingungen optimal angepasst. Mit 40 cm Körperhöhe
ist der Zwergpinguin, der in Neuseeland,
Tasmanien und Südaustralien verbreitet ist, der kleinste Vertreter
seiner Art. Der Kaiserpinguin erreicht
mit 1,20 m eine stattliche Körperhöhe. Er ist im südlichen
Ozean zu finden. Die Galapagospinguine,
eine sehr seltene Art, kommen als einzige Art in der Nähe des Äquators
vor.
Körperbau und Lebensweise
Pinguine gehören zu den Vögeln.
Im Laufe der Evolution verloren sie aber ihre Flugfähigkeit. Der
Körper der Pinguine hat sich allerdings dem jetzigen Lebensraum hervorragend
angepasst. Die Flügel sind zu Flossen umgebildet und im Hand- und
Ellenbogengelenk unbeweglich. Ihre kurzen, schuppenartigen, wasserabweisenden
Federn liegen dachziegelartig übereinander, mit ihrem Schnabel putzen
und ordnen sie ihr Federkleid in regelmäßigen
Abständen und haben somit einen wasserundurchlässigen Trockentauchanzug.
Das Daunenkleid bietet die notwendige thermische Isolation, und eine dicke
Fettschicht gewährleistet zusätzlichen Kälteschutz
(bis zu einer Lufttemperatur von maximal -40 °C).
Sie sind exzellente Taucher und unter
Wasser sehr schnell. Königspinguine z. B. können bis zu 7,5 Minuten
unter Wasser bleiben und bis zu 325 m tief tauchen. Bei der schnellen
Jagd unter Wasser erzeugen die Muskeln der Pinguine Wärme, die notwendig
ist, sich in den Wassertiefen aufhalten zu können. Die Bewohner der
polaren Gebiete schützt zusätzlich ein dickes Fettpolster vor
Unterkühlung. Teile ihres Körpers vermögen sie während
ihrer Tauchgänge bis auf 11 °C abzukühlen, das ist im Verhältnis
zur regulären Körpertemperatur von 38 °C eine Differenz von
fast 30 °C. Die Pinguine füllen ihren Magen mit Beutetieren, die
eine Temperatur von 4 °C und kälter aufweisen, somit wird der
Stoffwechsel der Pinguine stark herabgesetzt. Ihre jeweilige Wasserhöhe
oder Wassertiefe regulieren sie mit den Beinen, der Schwanz dient zur
Richtungswahl. Ausgeprägte Brustmuskeln sorgen zusätzlich für
einen kräftigen Auf- und Abschlag der Flossen, die Ihnen einen enormen
Vortrieb ermöglichen.
Normalerweise sind Wasservögel leicht und fischen an der Wasseroberfläche.
Im Gegensatz dazu sind Pinguine schwer, erreichen dadurch aber größere
Tiefen. Dort können sie ungestört von den anderen Vögeln
fischen. Sie können bis zu einem Viertel ihres Körpergewichts
an Nahrung aufnehmen.
Mit ihrer schwarz-weißen Färbung sind die Pinguine perfekt
an ihre Umgebung angepasst: Wenn sie schwimmen, sehen sie von oben aus
wie der Meeresboden und heben sich kaum von ihm ab. Von unten sind sie
weiß und bilden kaum Kontrast zur hellen Wasseroberfläche.
Lebensweise und Ernährung
Pinguine ernähren sich von Fischen, Tintenfischen, manche
auch von sogenanntem Krill, dabei
handelt es sich um ein kleine, krabbenähnliche Tiere. Meist gehen
sie in großen Gruppen gemeinsam auf Nahrungssuche. Pinguine schwimmen
direkt in einen Schwarm Fische (oder Krill) hinein und dort im Zick-Zack
hin und her. Dabei schnappen sie sich alles, was ihnen vor den Schnabel
kommt. Die erbeuteten Fische werden noch unter Wasser heruntergeschluckt,
nur besonders große Beute wird erst an der Wasseroberfläche
gefressen.
Bei der Jagd legen sie im Wasser große Entfernungen zurück.
Die Geschwindigkeit, mit der sich Pinguine bewegen, liegt im Wasser bei
ca. 20 km/h, kann aber in Ausnahmefällen bis zu 36 km/h betragen.
Die Tauchtiefen der Pinguinarten sind unterschiedlich. Sie scheinen in
Zusammenhang mit der Körpergröße der Pinguine zu stehen.
Manche Arten kommen auf mehrere hundert Meter:
| Art | Tauchtiefe |
| Kaiserpinguine |
bis zu 535 m |
| Brillenpinguine |
30-130 m |
| Königspinguine |
bis zu 325 m |
| Adeliepinguine |
bis zu 240 m (90 % der Zeit bis zu 90 m) |
| Zwergpinguine |
10-30 m (30 m eher selten) |
Pinguine sind Sichtjäger, d. h. sie richten sich bei ihrer Jagd nach der Helligkeit. Je heller es ist, desto tiefer tauchen sie. Bei Dunkelheit jagen sie näher an der Wasseroberfläche. Ihre Hornhaut ist weniger gewölbt als bei anderen Vögeln, so kann sich das Auge besser an Luft bzw. Wasser anpassen.
Brutverhalten
Auch zum Brüten finden sich die Pinguine bevorzugt in großen
Kolonien zusammen. Man hat beobachtet, dass sie unter Umständen über
mehrere Jahrzehnte hinweg die gleichen Brutgebiete aufsuchen. Manche Arten
graben regelrechte Bruthöhlen, während andere Arten ihre 1-3
Eier in Nestern aus Pflanzenmaterial ablegen oder aber eine Nistmulde
aus Kieselsteinen bauen.
Pinguine sind einander treu. Die Winterzeit verbringen sie meist getrennt
voneinander, aber durch Rufe finden sie sich danach wieder. Das Brutverhalten
variiert abhängig von ihrem Lebensraum. Die Königspinguine der
Antarktis z. B. brüten ihre Eier in der Bauchfalte aus. Dabei wechseln
sich männliche und weibliche Tiere ab. Die Eiübergabe erfolgt
vorsichtig mit dem Schnabel.