





Die Süßwasserplanarie – ein Vertreter der Strudelwürmer
Süßwasserplanarien besitzen männliche
und weibliche Geschlechtsorgane, sie sind Zwitter.
Sie können sich aber auch ungeschlechtlich durch Querteilung fortpflanzen.
Sie ernähren sich vor allem von Fischeiern und Fischbrut, daher sind sie bei Aquarien-Besitzern unbeliebt.
Die Hautdrüsen der Planarien sondern eine Substanz ab, die in Verbindung mit Wasser zu Schleim wird. Der Schleim dient der Feindabwehr, dem Beutefang und der Fortbewegung auf festem Untergrund.
Saug- und Bandwürmer
Die Saug- und Bandwürmer leben als Parasiten. Parasiten oder Schmarotzer sind
Organismen, die sowohl außen an anderen als auch in anderen Lebewesen
leben und sich dort fortpflanzen. Diese Organismen leben parasitisch,
d. h., sie ernähren sich von diesen anderen Lebewesen direkt oder
indirekt.
Leben sie außen an anderen Lebewesen, werden diese Tiere Außenparasiten (Ektoparasiten) genannt, leben sie
im Körper von anderen Lebewesen, heißen sie Innenparasiten (Endoparasiten). Saug- und Bandwürmer sind Innenparasiten.
Ein Lebewesen, dass einen Parasiten beherbergt, wird als Wirt bezeichnet. Viele Parasiten schmarotzen im Verlaufe ihres Lebens an verschiedenen,
aber immer ganz bestimmten Wirten, sie vollziehen einen Wirtswechsel.
Häufig verändern Parasiten während ihrer Entwicklung ihre
Körpergestalt, sie vollziehen einen Gestaltwandel bzw. eine Metamorphose.
Den Wirt des erwachsenen Parasiten nennt man Endwirt,
den des Parasiten im Jugendstadium Zwischenwirt.
Der Endwirt beherbergt also den geschlechtsreifen Parasiten, der Zwischenwirt
die Larve.
Oft wird der Wirt in seinen Lebensfunktionen kaum gestört. Manche
Parasiten sind aber sehr gefährlich und können ihrem Wirt gesundheitliche
Schäden beifügen oder ihn auch töten.
Der Große Leberegel – ein Vertreter
der Saugwürmer
Der Große Leberegel lebt parasitisch in der Leber einiger Säugetiere,
z. B. Rind oder Schaf (Endwirt). Sein Körper ist abgeplattet und wird ca. 3 cm lang.
Er ist wie die Süßwasserplanarie ein Zwitter. Ein erwachsener Leberegel legt im Gallengangsystem des Endwirts (Rinder, Schafe, Pferde, evtl. auch der Mensch) Eier ab, die mit dem Kot in die Umwelt gelangen. Unter optimalen Bedingungen reifen die Eier im Wasser und entwickeln sich innerhalb von 9 – 21 Tagen zu Wimpernlarven. Diese suchen ihren Zwischenwirt, meist eine bestimmte Wasserschneckenart. Sie bohren sich in die Schnecke und entwickeln sich zu Schwanzlarven (Zerkarien), die die Schnecke aktiv wieder verlassen. Dann heften sie sich dicht unter der Wasseroberfläche an Pflanzen oder Fallobst an und kapseln sich ein. Die Infektion der Endwirte erfolgt über das Abweiden von Gräsern an Bächen oder auf Feuchtweiden. So gelangen die Parasiten in den Darm des Endwirts. Dort entwickeln sich die Larven weiter und wandern durch die Darmwand und Bauchhöhle in die Leber. Sie ernähren sich vom Lebergewebe. Nach einigen Wochen wandern sie schließlich in die Gallengänge ein, wo sie die sexuelle Reife erlangen und Eier ablegen. Die Eier werden über den Kot befallener Tiere oder Menschen weiter verbreitet. Der Entwicklungszyklus des Leberegels zeigt einen Wirtswechsel.
Der Schweinefinnenbandwurm – ein Vertreter der Bandwürmer
Der Schweinefinnenbandwurm besteht aus einem Kopf
und 800 bis 900 Gliedern unterschiedlicher Größe. Er erreicht
eine Länge bis zu 6 m. Die Glieder enthalten Nervenstränge und
Geschlechtsorgane. Er schmarotzt im Darm des Menschen.
Der Schweinefinnenbandwurm
ist an die parasitische Lebensweise gut angepasst. So besitzt er auf seiner Haut eine Schutzschicht, die ihn vor den Verdauungssäften
im Darm des Menschen schützt. Mund, Darm und Sinnesorgane fehlen ihm.
Die bereits vom Menschen (Endwirt) verdaute Nahrung gelangt direkt über die
Hautoberfläche in den Bandwurm. Am Kopf des Tieres befinden sich Haftorgane. Sie dienen
ihm zum Festhalten an der Darmwand, sodass er nicht mit dem Kot nach außen
transportiert wird.
Der Bandwurm ist Zwitter, besitzt also
in jedem Glied Hoden und Eierstöcke. Ein reifes Glied kann bis zu 30 000
Eier enthalten. Die Zahl der Eier, die ein Bandwurm im Laufe seines Lebens
abgeben kann, beträgt mehrere Millionen. Er sichert so den Fortbestand
der Art.
Die Entwicklung des Schweinefinnenbandwurms ist mit einem Wirtswechsel
verbunden. Der Mensch ist Endwirt, das
Schwein Zwischenwirt.
Entwicklung des Schweinefinnenbandwurms
Die reifen Glieder des Bandwurms gelangen mit dem Kot des Endwirts nach
außen. Sie enthalten befruchtete Eier. Gelangt ein Ei mit dem Futter
in den Darm eines Schweins, öffnet es sich und eine Hakenlarve schlüpft
aus. Sie durchbohrt die Darmwand, gelangt in die Blutgefäße
und mit dem Blut ins Muskelfleisch. Dort wandelt sich die Hakenlarve in
eine Finne um. Dies ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase,
in der die Anlage des Wurms enthalten ist. Durch den Verzehr von rohem,
mit Finnen infiziertem Schweinefleisch, z. B. von Gehacktem (oder auch als Thüringer
Mett bezeichnet), kann die Finne vom Menschen aufgenommen werden. Im Darm
angelangt, wird die Finnenwand aufgelöst und der Kopf des Bandwurms
wird ausgestülpt.
Mit dem Hakenkranz und vier Saugnäpfen haftet der Kopf an der Darmwand
fest. Gleich darauf bilden sich hinter dem Kopf die ersten Glieder. Nach
etwa drei Monaten ist das Tier ausgewachsen und schmarotzt im Darm des
Menschen.
Hat ein Mensch mehrere Bandwürmer, verursachen sie einige Schadwirkungen,
z. B. Verdauungsstörungen, Leibschmerzen, Erbrechen, Schwindelanfälle
und sogar eine Abmagerung des Körpers. Wichtig ist deshalb eine Vorbeugung
(Prophylaxe) gegen Bandwurmbefall und
eine Bekämpfung des Parasiten.
Vorbeugende Maßnahmen sind z. B. körperliche Hygiene beim Essen,
ausreichendes Erhitzen (Kochen, Braten) von rohem Fleisch sowie die tierärztliche Untersuchung des rohen Fleischs
in den Schlachtbetrieben. Die gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung
des Schweinefleischs auf Finnen – die Fleischbeschau – schützt den
Verbraucher vor Bandwurmbefall.
Hat man einen Bandwurm, kann er durch Einnahme von bestimmten Medikamenten
abgetötet und beseitigt (aufgelöst) werden (Wurmkur unter Aufsicht
des Arztes).
Hundebandwurm – ein Vertreter der Bandwürmer
Für den Hundebandwurm
können Rinder, Schafe, Schweine, Pferde und der Mensch Zwischenwirt
sein, der Endwirt ist der Hund (aber auch mal Wolf, Fuchs, Katze). Eine Infektion kann nur durch Verzehr von rohen Innereien eines infizierten Zwischenwirts erfolgen.
Besondere Merkmale: 3 – 6 mm lang, 3 – 5
Glieder, Kopf mit zweireihigem Hakenkranz und Saugnäpfen
Schadwirkungen: Es bilden sich faust- bis kindskopfgroße
Finnen in Organen wie Lunge, Leber, Gehirn. Das hat den Tod des Zwischenwirts
(z. B. des Menschen) zur Folge, wenn sie nicht operativ entfernt werden. Der befallene Endwirt zeigt meist keine Symptome.
Prophylaxe: Sauberkeit der Hände,
nicht vom Hund lecken lassen, Obst und Gemüse gründlich waschen, kein Verzehr von rohen Innereien.
Rinderfinnenbandwurm – ein Vertreter der Bandwürmer
Für den Rinderfinnenbandwurm
ist der Zwischenwirt das Hausrind und
der Endwirt der Mensch. Der Mensch scheidet Bandwurm-Glieder mit Eiern über den Kot aus. Durch ungeklärte Abwässer, „wilde Toiletten“ in der Nähe von Weideplätzen usw., nimmt das Rind die Eier auf. Sie entwickeln sich zu Finnen und gelangen in die Muskulatur des Rinds. Durch ausreichendes Erhitzen von Rindfleisch vor dem Verzehr kann der Mensch eine weitere Infektion vermeiden.
Besondere Merkmale: 4 – 10 m lang;
Kopf mit vier Saugnäpfen ohne Hakenkranz
Schadwirkungen: Beschwerden wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Abmagerung können beim Endwirt auftreten. Der Zwischenwirt, das Rind, zeigt keine Symptome.