

Schädlichkeit des Rauchens
Das Rauchen hat bei vielen Menschen
sein früheres Ansehen als Zeichen von Überlegenheit, Männlichkeit,
Lässigkeit, Angeberei und Erwachsensein verloren.
Viele Jugendliche werten das Rauchen sogar als Zeichen der Schwäche,
dass man von einer schädlichen Gewohnheit nicht lassen kann.
Drei Viertel aller Jugendlichen mag keine verrauchte Luft, auch dann nicht,
wenn sie selbst rauchen.
Heute wird mehr und mehr von Jugendlichen wie Erwachsenen erkannt, dass
das Rauchen gesundheitsschädigend ist – sowohl für die Raucher
selbst als auch für die Nichtraucher – die den Tabakrauch einatmen
müssen. Sie sind passive Raucher.
So können sich Reizungen der Schleimhäute, z.B. Augenbrennen,
Husten, Heiserkeit, Kratzen im Hals, aber auch Kopfschmerzen, Atembeschwerden,
Übelkeit und Bronchitis einstellen.
"Verräucherte Luft" ist besonders für Schwangere und
Kinder schädlich.
Heute gibt es eine große Anzahl gesetzlicher Regelungen zum Nichtraucherschutz.
In immer mehr Bereichen des täglichen Lebens werden die Möglichkeiten
zu rauchen eingeschränkt (siehe Text, unten).
Das Deutsche Krebsforschungszentrum geht von etwa 400 Krebstodesfällen in Deutschland pro Jahr durch Passivrauchen aus. Studien, aus denen sich diese Zahl errechnen lässt, wurden beispielsweise an nichtrauchenden Familienmitgliedern von Rauchern durchgeführt. Dass diese tatsächlich mitrauchen, lässt sich an Tabak- beziehungsweise Rauchabbauprodukten in ihrem Körper nachweisen. Bei Un- und Neugeborenen von Raucherinnen finden sich entsprechende Stoffwechselprodukte schon im allerersten Urin, der noch vor der Geburt gebildet wird.
Durch diese Untersuchungsergebnisse werden auch die Anstrengungen vieler Länder verständlich, das Rauchen zumindest an öffentlichen Orten zu verbieten.
Die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe hat das Passivrauchen am Arbeitsplatz deshalb bereits 1985 in die Schrift "Maximale Arbeitsplatzkonzentrationen und Arbeitsstofftoleranzwerte" (die sogenannte MAK-Liste) aufgenommen. Heute wird Passivrauchen in dieser grundlegenden Liste zur Beurteilung einer möglichen Gefährdung im Beruf als eindeutig krebserregend bezeichnet.
Die Nichtraucher werden mehr als früher geschützt, z.B.:
Rauchen schadet verschiedenen Organen unseres Körpers, z.B. dem
Magen und Herzen, der Haut und Lunge.
Bei werdenden Müttern ist das Rauchen besonders gefährlich,
da mit dem Blut Schadstoffe in das sich entwickelnde Kind gelangen. Wachstum
und Entwicklung des Kindes werden beeinträchtigt.
Der Tabakrauch enthält
viele schädliche Stoffe. Hauptschadstoffe sind Nikotin, Teerstoffe
und Kohlenstoffmonooxid.
Nikotin ist ein Nerven- und Blutgefäßgift.
Gelangt es mit der eingeatmeten Luft in die Lungenbläschen, tritt
es sofort ins Blut über und wird mit dem Blut im Körper verteilt.
Es bewirkt zahlreiche Erkrankungen. Wichtige Organschäden sind eine
Verengung der Blutgefäße, damit eine Störung der Durchblutung
und eine Erhöhung des Blutdrucks. Das wiederum kann zu Herz- und
Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Gehirnschlag sowie zum Raucherbein,
zur Bronchitis und zum Lungenkrebs führen.
Teerstoffe sind im Tabakrauch
als sehr feine Teilchen enthalten. Mit dem eingeatmeten Rauch gelangen
sie in die Atmungsorgane. In der Luftröhre und in den Bronchien setzen
sich die Teerstoffe ab und hemmen das Schlagen der Flimmerhärchen.
Dadurch werden die eingeatmeten Krankheitserreger und Staubteilchen nicht
mehr nach außen befördert. Es kommt zu Entzündungen, z.B.
Bronchitis, und zum Raucherhusten.
In den Lungenbläschen verhindern die abgelagerten Teerstoffe den
Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid.
Dadurch wird sowohl die Atmung beeinträchtigt als auch die Erkrankung
an Lungenkrebs gefördert.
Der Tabakrauch enthält ein farbloses, giftiges Gas, das Kohlenstoffmonooxid. Dieses giftige Gas gelangt über die Lungenbläschen ins Blut. Es wird anstelle des Sauerstoffs vom Blut aufgenommen und in den Körper transportiert. Damit erhält der Körper weniger Sauerstoff. Der Sauerstoffmangel kann u.a. zum Herzinfarkt und zu Durchblutungsstörungen von Fingern und Zehen (z.B. Raucherbein), aber auch zu Ermüdungserscheinungen und Konzentrationsschwäche führen.
Durch ein einfaches Experiment kann man den Bestandteil Teer des Tabakrauches
nachweisen. Im Tabakrauch ist auch Kohlenstoffdioxid enthalten. Als Nachweismittel
für dieses wird Kalkwasser verwendet.
Eine Zigarette wird in einem Glasrohr mit Stopfen befestigt. Im Glasrohr
befindet sich Watte. An dem anderen Ende des Glasrohres wird mit einem
Schlauchstück eine Waschflasche mit farblosem Kalkwasser befestigt.
Diese wiederum ist über ein Schlauchstück mit einer Wasserstrahlpumpe
verbunden.
Die Zigarette wird angezündet. Der Rauch wird anschließend
einige Minuten mithilfe einer Wasserstrahlpumpe durch die Apparatur gesaugt.
An der Watte, der Zigarette und dem Kalkwasser kann man Veränderungen
beobachten.
Risiken des Rauchens (Quelle: Krebsinformationsdienst KID,Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg)
Weltweit sind etwa 25-30% aller Krebsfälle mit Todesfolge auf das Rauchen zurückzuführen. Die Beziehung zwischen Rauchen und Lungenkrebs ist zwar besonders auffallend, es ist jedoch heute zweifelsfrei erwiesen, dass Rauchen auch bei der Entstehung von Kehlkopf-, Mundhöhlen-, Magen- und Speiseröhrenkrebs eine wesentliche Rolle spielt. Raucher haben darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs und wahrscheinlich auch für Nierenkrebs. Sogar beim Gebärmutterhalskrebs der Frau sind die Schadstoffe aus dem Zigarettenrauch neben Viren an der Entstehung mitbeteiligt. Diskutiert wird auch ein Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Leukämie sowie mit Dickdarmkrebs. Das gilt aber noch nicht als bewiesen. Nicht vergessen werden darf neben dem Krebsrisiko die Gefahr für Herz, Gefäßsystem und Lunge.
Wie hoch ist das Risiko insgesamt,
durch das Rauchen zu sterben?
Von den Teenagern, die mit dem Rauchen beginnen und nicht bald versuchen,
wieder damit aufzuhören, wird ein Viertel im Alter von 35-69 Jahren,
ein weiteres Viertel im Alter von etwa 70 Jahren an den direkten Folgen
des Tabakkonsums sterben. Die Menge der pro Tag gerauchten Zigaretten
spielt dabei über die Jahre hinweg gesehen eine weniger wichtige
Rolle. Entscheidend ist eher die Gesamtdauer. Im Vergleich zu Nichtrauchern
verlieren Raucher bis zu 25 Jahre ihrer Lebenserwartung. Wer aufhört
zu rauchen, kann diese Entwicklung zumindest teilweise rückgängig
machen. Je früher dies geschieht, desto stärker gleicht sich
das Risiko nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten wieder an das eines Nichtrauchers
an.
Was ist eigentlich so gefährlich
am Rauchen, das Nikotin oder der Teer?
Nikotin ist nur einer unter einigen tausend Inhaltsstoffen des Tabakrauchs.
Diese Substanz ist mit ihrer anregenden und zugleich beruhigenden Wirkung
auf das Nervensystem verantwortlich für die suchterzeugende Wirkung
des Rauchens. In höherer Dosis gilt Nikotin als giftig. Für
ein Kleinkind kann schon eine zerkaute Zigarette tödlich sein. Direkt
krebserzeugend sind jedoch überwiegend andere Stoffe. Deshalb wurden
Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis in Deutschland sogar rezeptfrei als
Arzneimittel zur Raucherentwöhnung zugelassen. Rauch, Teer oder Kondensat
bergen ganz andere Gefahren:
Was ein Raucher einatmet oder auspustet und was im Aschenbecher verglimmt,
ist in seiner Zusammensetzung nur bedingt vergleichbar mit Rauch, der
beim Verbrennen von Holz, Kohle oder Öl entsteht. Allen gemeinsam
sind krebserregende Produkte einer unvollständigen Verbrennung vom
Typ der sogenannten polyzyklischen aromatischen
Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich abhängig von Temperatur
und anderen Faktoren in wechselndem Umfang bilden. Die wichtigsten sonstigen
bisher nachgewiesenen oder stark verdächtigen krebserregende Substanzen
im Tabakrauch sind Nitrosamine, einige
Metalle oder Metallsalze, z.B. Nickel oder Cadmium.
Nützt das Umsteigen auf leichte
Zigaretten etwas?
Wahrscheinlich nicht. Die Werte für Nikotin und Kondensat von Fertigzigaretten
werden mit Rauchautomaten ermittelt. Der einzelne Raucher hat jedoch seine
individuellen Gewohnheiten, was das Inhalieren und die Menge der Lungenzüge
aus einer einzelnen Zigarette angeht. Viele Untersuchungen haben ergeben,
dass die meisten "Umsteiger" auf Leichtzigaretten einfach
nur tiefer inhalieren und an einer Zigarette öfter ziehen, um auf
die gleiche Menge Nikotin zu kommen wie mit ihrer gewohnten Marke. Damit
steigern sie die Aufnahme entsprechender Schadstoffe enorm. Nur die konsequente
Beendigung des Rauchens vermindert das Risiko, durch Tabakkonsum an Krebs
zu erkranken.