
In der Schule klingelt es zur Frühstückspause. Die unterschiedlichsten Nahrungsmittel werden ausgepackt und gegessen. Durch die Verdauungsprozesse gelangen die verschiedenen Stoffe ins Blut und verändern dort die Stoffkonzentration. Bei kohlenhydrathaltiger Nahrung steigt beispielsweise der Traubenzuckerwert im Blut an. Die Konzentration des Blutzuckers muss aber relativ konstant sein. Der Gehalt an Traubenzucker (Glucose) im Blut (Blutzuckerspiegel, Blutzuckerwert) wird durch das Zusammenwirken von Hormonen und Nerven auf 80 mg bis 100 mg Traubenzucker (Glucose) pro 100 ml Blut (im nüchternen Zustand) einreguliert. Der Blutzuckergehalt steigt bei einem gesunden Menschen nach den Mahlzeiten auf etwa 140 mg Traubenzucker pro 100 ml Blut. Dieser Überschuss kann von den Körperzellen aufgenommen und genutzt werden, sodass der Blutzuckerwert schnell auf das Normalmaß reduziert wird. Diese Regelung des Blutzuckerspiegels wird durch Hormone gesteuert.
Beteiligt daran sind die Hormone Insulin und Glucagon der Bauchspeicheldrüse und das Hormon Adrenalin der Nebennieren. Wird durch die Aufnahme kohlenhydratreicher Nahrung der Anteil der Glucose im Blut erhöht, dann wird durch Nerven die Bauchspeicheldrüse zur verstärkten Absonderung von Insulin angeregt. Insulin bewirkt einerseits den Abtransport von Glucose aus dem Blut in die Leber und in die Muskeln sowie andererseits die Umwandlung von Glucose in Glykogen ("Speicherstärke") in Leber und Muskeln. Durch den Abtransport von Glucose aus dem Blut, deren Umwandlung in Glykogen in Leber und Muskeln sowie der Speicherung von Glykogen in diesen Organen wird der Blutzuckerspiegel gesenkt.
Bietet man dem Körper ständig zu viel kohlenhydratreiche Nahrung an, findet auch ständig eine Stoffspeicherung statt. Dadurch wird besonders die Fettreserve im Körper aufgebaut. Es kommt zu Übergewicht. Damit diese Depots wieder aufgebraucht werden, hilft langfristig eigentlich nur eine Strategie: weniger essen und mehr bewegen! Bewegung hingegen bedeutet Muskelarbeit. Damit unsere Muskeln kontrahieren können, benötigen sie Energie. Der Brennstoff dafür ist im Allgemeinen die Glucose. Sowohl für die Ausführung körperlicher Betätigung (Sport, körperlich schwere Arbeit) als auch geistiger Tätigkeit wird Glucose verstärkt in den Zellen zur Aufrechterhaltung des Stoff- und Energiewechsels benötigt. Glucose muss aus dem Blut in die Zellen abgegeben werden. Um den Blutzuckerspiegel relativ konstant zu halten, werden die Nebennieren zur Absonderung von Adrenalin und die Bauchspeicheldrüse zur Absonderung von Glucagon, angeregt. Beide Hormone bewirken, dass das in Leber und Muskeln gespeicherte Glykogen in Glucose umgewandelt und in das Blut abgegeben wird. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel erhöht.
Ist die Regulation des Blutzuckerspiegels gestört, kommt es zur
Zuckerkrankheit (Diabetis
mellitus). Sie beruht auf einem Mangel an Insulin. Dadurch kann
zu wenig Traubenzucker in "Glykogen" umgewandelt und gespeichert
werden. Der im Blut angereicherte Traubenzucker wird aus dem Blut mit
dem Harn ungenutzt ausgeschieden und fehlt den Zellen als Energielieferant.
Dies führt zu Müdigkeit, Sehstörungen, Gewichtsabnahme
und allgemeiner Leistungsminderung. Für die Zuckerausscheidung über
den Urin benötigt der Körper viel Flüssigkeit. Diesen Wasserverlust
möchte der Körper auffüllen, die Zuckerkranken sind stark
durstig. Weitere Anzeichen können z. B. sein: Hautjucken, Schwindel
und Kopfschmerzen. Hat man diese Anzeichen am eigenen Körper festgestellt,
sollte man, um Gewissheit zu haben, einen Arzt aufsuchen.
Der Arzt
Durch die Kenntnis der Ursachen wird deutlich, dass man der Zuckerkrankheit
durch geeignete Lebensweise vorbeugen und diese nach Ausbruch der Krankheit
oftmals durch eine Diät therapieren kann. Ist der Blutzuckerspiegel
durch Diät und blutzuckersenkende Tabletten nicht zu steuern, dann
sind zusätzliche Insulingaben notwendig. Der Diabetes muss unter
ständiger Kontrolle durch einen Arzt behandelt werden, da jeder Patient
auf "seinen" Diabetes eingestellt werden muss. Die Diätnahrung
enthält auch die notwendigen Nährstoffe, Kohlenhydrate, Fette
und Eiweiße, nur ist ihr Anteil verändert (z. B. sind sie ohne
Traubenzucker).