











Nach der Lage der Samenanlagen werden Samenpflanzen in zwei Gruppen
unterteilt, in Nacktsamer und Bedecktsamer.
Alle Pflanzenarten, die Blüten besitzen und bei denen die Samenanlage
in den Fruchtknoten des Fruchtblatts eingeschlossen ist, werden zur
Gruppe der Bedecktsamer zusammengefasst.
Bestäubung und Befruchtung
Die Blüte der Samenpflanzen ist aus Kelchblättern, Kronblättern,
Staubblättern und Fruchtblättern aufgebaut. Das Fruchtblatt
ist der weibliche Blütenteil, die Staubblätter sind die männlichen
Blütenteile.
Das Fruchtblatt besteht aus der Narbe, dem Griffel und dem Fruchtknoten.
Der Fruchtknoten enthält eine oder mehrere Samenanlagen.
In der Samenanlage befindet sich die Eizelle.
An dem langen Staubfaden des Staubblatts ist ein Staubbeutel. In ihm
entsteht der Blütenstaub (Pollen). Im Blütenstaub entwickeln
sich Samenzellen. Der Blütenstaub bleibt an der klebrigen Narbe
hängen. Die Übertragung des Blütenstaubs (Pollen) von
den Staubblättern auf die Narbe eines Fruchtblatts ist die Bestäubung.
Man unterscheidet Insektenbestäubung
und Windbestäubung (je nachdem, wer bei der Übertragung "geholfen" hat).
Bildung von Früchten
und Samen
Nach der Befruchtung vertrocknen die Kelch-, Kron- und Staubblätter.
Sie fallen ab. Der Fruchtknoten wächst
heran, wird dicker und entwickelt sich zur Frucht.
Aus der Samenanlage mit der befruchteten Eizelle entsteht der Samen
mit einem Keimling. Gelangt der Samen in den Boden, kann sich daraus
eine neue Pflanze entwickeln.
Die Bedecktsamer werden nach der Anzahl der Keimblätter bei ihren
Keimlingen in zwei Gruppen unterteilt, die einkeimblättrigen und
zweikeimblättrigen Pflanzen. Zu den einkeimblättrigen
Pflanzen gehören etwa 50 000 Arten, z. B. die Süßgräser,
Liliengewächse, Orchideengewächse
und Bananengewächse.
Die zweikeimblättrigen
Pflanzen umfassen etwa 200 000 Arten. Wichtige Familien sind
beispielsweise Lippenblüten-, Kreuzblüten-, Schmetterlingsblüten-
und Korbblütengewächse.
Familie der Lippenblütengewächse
Betrachtet man mithilfe von Lupe und Pinzette Blüten von der Weißen
Taubnessel und dem Stechenden Hohlzahn, wird man Unterschiede und Gemeinsamkeiten
finden. Unterschiedlich sind die Größe und die Farbe der
Blüten.
Diese Blüten besitzen aber auch Gemeinsamkeiten. Die 5 Kronblätter
sind röhrenförmig verwachsen. Sie bilden zusammen eine Oberlippe
(2 Kronblätter) und eine Unterlippe (3 Kronblätter). Aufgrund
ihrer Gestalt nennt man diese Blüten Lippenblüten. Alle Pflanzen,
die Lippenblüten tragen, gehören zur Pflanzenfamilie der Lippenblütengewächse.
In der Kronröhre sind meist vier Staubblätter
vorhanden, zwei kurze und zwei längere. Der Fruchtknoten ist vierteilig.
Er entwickelt sich zu vier Teilfrüchten mit je einem Samen.
Die Sprossachse der Lippenblütengewächse ist vierkantig
und hohl. Die Laubblätter sind gekreuzt-gegenständig an der
Sprossachse angeordnet.
Viele Lippenblütengewächse enthalten ätherische Öle,
Bitterstoffe und Gerbstoffe. Dadurch können sie als Küchenkräuter
und Heilpflanzen genutzt werden.
Aus den getrockneten Laubblättern der Pfefferminze wird beispielsweise
Tee hergestellt, der bei Entzündungen der Magenschleimhaut und
Erkrankungen der Gallenblase getrunken wird. Als Pfefferminzöl
begegnet uns die Pflanze aber auch in der Zahnpasta, im Mundwasser und
in Hustenbonbons. Die Pfefferminze wird in Europa sowie in Nord- und
Südamerika angebaut. Viele Pflanzen haben ihre Heimat im Mittelmeerraum
(z. B. Salbei, Bohnenkraut, Zitronenmelisse). Einige Vertreter
der Lippenblütengewächse gehören zu den gefährdeten
Pflanzen, z. B. der Gelbe Günsel.
Familie der Kreuzblütengewächse
Acker-Senf und der Europäische Meersenf gehören einer anderen
Pflanzenfamilie an. Nach dem besonderen Bau der Blüten wird diese
Pflanzenfamilie Kreuzblütengewächse
genannt.
Die Blüten bestehen aus 4 Kelchblättern und 4 Kronblättern,
die kreuzweise angeordnet sind. Deshalb heißen sie Kreuzblüten.
In der Mitte der Blüte befinden sich zwei kurze und vier lange Staubblätter
sowie ein Stempel, der aus zwei verwachsenen Fruchtblättern besteht.
Familie der Schmetterlingsblütengewächse
Die Pflanzenfamilie Schmetterlingsblütengewächse
hat ihren Namen nach der Form der Blüten erhalten. Die Kronblätter
sind so geformt und angeordnet, dass die Blüte Ähnlichkeit
mit einem Schmetterling hat. Sie heißt deshalb auch Schmetterlingsblüte.
Die Blüte besteht aus 5 Kelchblättern und 5 Kronblättern.
Die Kronblätter sind sehr unterschiedlich gestaltet. Zu ihnen gehören
die Fahne, zwei Flügel und das Schiffchen, das von zwei Kronblättern
gebildet wird. Das Schiffchen umschließt 10 Staubblätter,
von denen 9 zu einer Staubfadenröhre verwachsen sind. In dieser
Röhre liegt das Fruchtblatt mit einem länglichen Fruchtknoten.
Familie der Korbblütengewächse
Bei den bisher kennengelernten Pflanzenfamilien besaßen die Vertreter
einzeln stehende Blüten an ihren Sprossachsen. Es gibt aber auch
Pflanzenarten, bei denen mehrere Blüten dicht beieinanderstehen.
Diese Blüten bilden einen Blütenstand, wie beispielsweise die Gemeine Sonnenblume.