


Auswirkungen
der Luftverschmutzung
Als Folge des steigenden Wohlstandes werden enorme Mengen an Gasen,
Stäuben und Asche an die Umwelt
abgegeben. Sie reagieren mit anderen Stoffen der Atmosphäre,
der Hydrosphäre bzw. der Geosphäre. Es entstehen dabei wieder
Stoffe, die nun auf die belebte und unbelebte Natur einwirken. So lösen
die Stoffe, die wir als Abfall betrachten, die ökologisch gesehen aber
abiotische Umweltfaktoren sind, in der Natur eine Kette chemischer Reaktionen
aus. Über die Auswirkungen auf das Leben können wir heute vielfach
noch keine befriedigende Antwort geben.
Besonders gravierend sind die Auswirkungen des Schwefeldioxids, der Oxide des Kohlenstoffs, der Oxide des Stickstoffs und verschiedener Kohlenwasserstoffe. Sie verursachen den sauren Regen und den Treibhauseffekt, führen zu Smog und sind für die Zerstörung der Ozonschicht mit verantwortlich.
Der saure Regen
Seit es auf der Erde organische Stoffe gibt, existieren die Abbauprozesse
Verwesung und Fäulnis, durch die u.a. Kohlenstoffdioxid entsteht.
Lebewesen scheiden als ein Reaktionsprodukt der Atmung Kohlenstoffdioxid
aus. Dieses Gas geht einmal in den Kohlenstoffkreislauf ein, zum anderen
reagiert es mit der Luftfeuchtigkeit und bildet Kohlensäure.

Die gewaltigen Energien eines Blitzes oxidieren den sonst außerordentlich
reaktionsträgen Stickstoff der Luft. Die entstehenden Stickstoffoxide
bilden mit der Luftfeuchte die Salpetersäure.

Salpetersäure und Kohlensäure sind Bestandteile des naturbedingten sauren Regens. Da er in sehr geringer Konzentration auftritt, hat er auf die belebte und unbelebte Natur kaum oder nur geringe Auswirkungen, die die Natur durch andere Prozesse neutralisiert.
Durch Menschen verursachter saurer
Regen
Durch die Tätigkeit des Menschen wird der saure
Regen so verstärkt, dass er zur Gefahr für die Umwelt insgesamt
wird. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Erdöl, Erdgas
und Kohle, fällt reichlich Kohlenstoffdioxid als Bestandteil des
Abgases an. Der saure Regen wird angereichert. Wegen des Schwefelgehalts
in den fossilen Brennstoffen
entsteht bei deren Verbrennung Schwefeldioxid in größeren Mengen.
Es bildet mit der Luftfeuchtigkeit schweflige Säure.
Ein Teil des Schwefeldioxids reagiert über das Schwefeltrioxid zu
Schwefelsäure.

Durch die beiden Säuren des Schwefels wird der saure Regen deutlich verstärkt.
Hinzu kommen noch die Vorgänge im Verbrennungsmotor. Der mit der Luft eingesaugte Stickstoff wird im Verbrennungsmotor oxidiert. Die entstehenden Oxide bilden mit der Feuchtigkeit der Luft Salpetersäure. Die hohe Zahl der Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren hat einen erheblichen Anteil an der Verstärkung des sauren Regens.
Auswirkungen des sauren Regens
Durch die Oxide in Abgasen und ihre Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit
hat der Regen hat einen solch niedrigen pH-Wert erreicht, dass er auf
die belebte und unbelebte Natur deutliche Auswirkungen hat. Er führt
zur Versauerung des Bodens.
Die Bodenbakterien besitzen keine geeigneten Lebensbedingungen mehr, sie
sterben ab. Im Boden existieren aus dem Verwitterungsprozess stammende
Metallverbindungen, die wegen ihrer Unlöslichkeit für das Bodenleben
ohne Bedeutung waren. Durch Säuren werden diese nun in wasserlösliche
Stoffe überführt und von den Pflanzen aufgenommen. Sie stören
deren Stoffwechselprozesse.
Von besonderer Bedeutung sind die Schäden im Assimilationsgewebe,
die die Fotosynthese beeinträchtigen.
Es können aber auch Schäden an den Wurzeln auftreten, die dann
zu Störungen in der Wasser- und Nährstoffaufnahme führen.
Erkennbar sind die Wirkungen des sauren Regens an Wuchsstörungen
der Pflanzen, am Abwerfen von Nadeln bzw. Blättern, der Wipfeldürre
und Kronenverlichtung und schließlich dem Tod der Pflanzen.