

Saurier als Kriechtiere vergangener
Zeiten
In den Erdzeitaltern Trias, Jura und Kreide, vor etwa 225 Millionen Jahren, waren Kriechtiere
auf der Erde weit verbreitet. Es gab sie in allen Lebensräumen
- im Wasser, auf dem Land und in der Luft -, in kleinen und
auch besonders großen Formen.
Man weiß dies, da Knochen gefunden wurden, die vor Millionen von
Jahren verschüttet wurden. Wissenschaftler haben anhand der Knochenfunde
die Skelette dieser Kriechtiere rekonstruiert.
Die Reste und Spuren von Organismen früherer Erdzeitalter, z. B.
Knochen, Abdrücke, werden Fossilien
genannt. Mithilfe der Fossilien erhält man einen Einblick in den
Entwicklungsverlauf der Organismen auf der Erde.
Die Kriechtiere des Erdmittelalters
(Trias, Jura, Kreide) werden Saurier
genannt. Unter den Landsauriern
gab es Pflanzen- und Fleischfresser. Die größte und bekannteste
Sauriergruppe sind die Dinosaurier,
die überwiegend auf dem Land lebten. Zu dieser Gruppe gehören
viele der bekannten Riesenformen. Ihre Körperoberfläche war
gegen Wasserverlust geschützt und ermöglichte den Tieren somit,
sich auch in trockenen Gebieten aufzuhalten. Die meisten Dinosaurier
waren Pflanzenfresser.
Das größte Skelett, das man rekonstruiert hat, ist das des
Brachiosaurus. Er war etwa 25 Meter
lang und 12 Meter hoch. Dieser Saurier war trotz seiner Größe
und seines Gewichts (ca. 50 t) ein harmloser Pflanzenfresser. Er
musste täglich eine halbe Tonne an Nahrung, z. B. Farnwedel,
zu sich nehmen, um seinen Energiebedarf zu decken.
Ebenso ein riesiger, gefährlich aussehender Saurier war der pflanzenfressende Stegosaurus. Er wurde 8 bis 9 m lang und ca. 4 t schwer. Sein Schwanz war mit kräftigen Stacheln versehen, mit denen er sich sehr gut verteidigen konnte. Er lebte vor ca. 150 Millionen Jahren.
Der Tyrannosaurus gilt als gefährlicher
Fleischfresser. Aufgerichtet erreichte er eine Höhe von etwa 6 Metern.
Er wurde ca. 14 m lang und 7 t schwer. Schon allein sein Kopf
war 1,5 m lang und mit einem kräftigen Kiefer ausgestattet.
Die langen spitzen Zähne konnten 18 cm lang werden. Er jagte
vermutlich aufrecht nur mit seinen Hinterbeinen rennend seine Beute,
die er mit seinen dolchartigen Zähnen zerriss. Vielleicht hat er
sich auch zusätzlich von Aas ernährt.
Versteinerte Fußspuren geben darüber Aufschluss, dass die
meisten der pflanzenfressenden und auch einige der kleineren fleischfressenden
Saurier in Herden lebten. Die großen Raubsaurier waren vermutlich
eher Einzelgänger. Völlig typisch für die Kriechtiere
legten auch die Dinosaurier zur Fortpflanzung ihre Eier ab. Man geht
davon aus, dass einige Arten ihre Gelege auch bewacht haben und nach
dem Schlüpfen die kleinen Saurier betreuten.
Außer den Landsauriern gab es jedoch auch Fischsaurier,
die im Wasser lebten. Sie hatten flossenähnlich ausgebildete Gliedmaßen.
Der Stenopterygius war mit seinem
stromlinienförmigen Körper vermutlich ein guter Schwimmer.
Das gut ausgebildete Gebiss lässt auf eine räuberische Lebensweise
schließen. Er brachte im Gegensatz zu den anderen Sauriern lebende
Junge zur Welt.
Die Flugsaurier waren an
das Leben in der Luft angepasst. Zwischen einem verlängerten Fingerknochen
und dem Körper hatten sich Flughäute ausgebildet. Vermutlich
konnten sie nur im Aufwind segeln. Pteranodon
erreichte eine Flügelspannweite von etwa 8 Metern.
Die Dinosaurier waren über einen Zeitraum von 150 Millionen
Jahren die beherrschenden Landwirbeltiere. Warum sie vor etwa 65 Millionen
Jahren, also zum Ende der Kreidezeit, ausgestorben sind, gibt bis heute
Anlass zu den unterschiedlichsten Spekulationen und ist nicht geklärt.
Vielleicht hat sich durch einen Kälteeinbruch das Klima in der
Erdgeschichte so verändert, dass viele Pflanzen ausstarben. Die
Saurier, die auf große Nahrungsmengen angewiesen waren, konnten
aufgrund des auftretenden Nahrungsmangels nicht überleben.
Vielleicht ist aber auch ein Meteoriteneinschlag die Ursache für
das Aussterben. Insgesamt können Klimaveränderungen oder aber
auch lang andauernde Vulkanausbrüche eine Rolle gespielt haben.
In Kleinwelka bei Bautzen kann man in einem Saurierpark etwa 140 Vertreter
dieser ausgestorbenen Tiergruppe, aus Beton nachgestaltet, bewundern.
Auch in dem Ort Münchehagen im Dinosaurierpark in der Nähe
des Steinhuder Meeres können 120 Dinosaurier in Originalgröße
auf einem 2,5 km langen Rundweg bewundert werden.