
















In den Nationalparks ist der Wildbestand vollkommen
geschützt, und menschliche Ansiedlungen sind nicht erlaubt. Eine Ausnahme
bildet die Ngorongoro Conservation Area,
das Gebiet um den Ngorongoro-Krater.
Dieses Areal erhielt einen besonderen Status, der den Masai,
den nomadisierenden Bewohnern Nordtansanias, begrenzte Weiderechte
für ihre Rinder einräumt, aber Ackerbau nicht erlaubt.
Für die Besucher der Nationalparks und Wildreservate
gelten bestimmte Verhaltensregeln. Es
dürfen z. B. keine Pflanzen abgepflückt bzw. zerstört werden.
Die besuchten Gebiete sind sauber zu verlassen, lautes Lärmen ist zu
vermeiden. Das Füttern der Wildtiere ist verboten. Die Fahrzeuge dürfen
nur an den gekennzeichneten Stellen sowie Rastplätzen verlassen werden.
Alle diese Regeln dienen dazu, die Landschaften und die Tiere in ihrer natürlichen
Umgebung zu erhalten und zu schützen.
Insgesamt wurde fast ein Viertel der Landesfläche Tansanias
(ca. 230000 km²) zu Schutzgebieten für Pflanzen und Tiere erklärt.
Dies ist in der Welt eine beispiellose Leistung. Die tansanische
Regierung - trotz ernster sozialer Probleme im Land -
verfolgt eine Politik zur Erhaltung und zum Schutz des Wildbestandes und
verzichtet weitgehend auf eine kommerzielle Nutzung der Tierwelt. Durch
organisierte Jagdsafaris bzw. Großwildjagden mit kontrollierten
Abschussquoten versucht die Regierung, die Eingriffe in den Lebenszyklus
der Natur so gering wie möglich zu halten. Tansania
ist aber finanziell nicht in der Lage, alle Schutzgebiete
allein zu unterhalten. Internationale Zusammenarbeit
ist erforderlich, auch die UNESCO beteiligt sich an dieser Aufgabe und
hat einige Schutzgebiete (z. B. Serengeti Nationalpark, Kilimsandscharo
Nationalpark, Ngorongoro Schutzgebiet, Selous Wildreservat) zum Weltnaturerbe
erklärt.
Die nordtansanischen Nationalparks
und das Ngorongoro Schutzgebiet
Die tansanischen Nationalparks Serengeti, Lake Manyara, Tarangire, Aruscha
und Kilimandscharo sowie
das Ngorongoro Schutzgebiet sollen im Nachfolgenden kurz vorgestellt werden.
Diese Nationalparks liegen alle im Bereich des
Ostafrikanischen Grabens, der durch
Kontinentalverschiebung im Tertiär (vor 60 bis 30 Mio. Jahren) aus
abgesunkenen oder herausgehobenen und angekippten Schollen entstanden
ist. Die gehobenen Teile bilden eine mächtige weithin sichtbare Hochlandschwelle.
Im Zusammenhang mit dieser Bruchtektonik ist es an den Schwellenrändern
bzw. in Gebieten der stärksten Heraushebung und Zerstückelung
zu einem gewaltigen Vulkanismus gekommen.
Dieser hat die Vulkane des Kilimandscharo-Massivs,
den Meru-Vulkan sowie die Vulkane im Gebiet
der Riesenkrater um den Ngorongoro hervorgebracht .
Das ostafrikanische Grabensystem, das etwa am Sambesi beginnt und zu
dem der Ostafrikanische Graben und der westlich von diesem gelegene Zentralasiatische
Graben gehören, setzt sich über den Abessinischen Graben,
das Rote Meer und den Jordangraben mit dem Toten Meer bis zum Taurus-Gebirge
in Kleinasien fort. So ist der Ostafrikanische Graben Teil eines gewaltigen
Grabens von ca. 8000 km Länge, der in Afrika zwischen 50 und 400
km breit sein kann.
Für den Ostafrikanischen Graben werden auch die Bezeichnungen "Großer
Ostafrikanischer Grabenbruch" und "Great
Rift Valley" verwandt. Diese Namen gehen auf den Schotten
JOHN WALTER GREGORY zurück. Er hat 1893 auf seiner Expedition im
Masai-Gebiet den Beweis erbracht, dass es sich um einen eingebrochenen
Graben, um ein "Rift Valley", handelt. Zuvor hatten der Schotte
J. THOMSON den Naivasha- und Baringo-See, der Deutsche H. BAUMANN den
Manyara-See und der Ungar Graf TELEKI den Turkana-See erreicht bzw. entdeckt.
Die Auswertung ihrer Berichte erbrachte, dass diese und weitere Seen wie
eine Kette von Nord nach Süd verliefen. Daraus schlussfolgerte 1891
der österreichische Geologe E. SUEß, der selbst nie in Afrika
war, dass der Landstreifen vom Jordan bis zum Malawi-See durch Erdbewegungen
zerbrochen wurde, sich ein Graben gebildet habe und die Seenkette seine
Bruchlinie markiere. GREGORY war mit SUEß der Meinung, dass nach
dem Auseinanderbrechen des südlichen Urkontinents Gondwana (und der
Entstehung der Südkontinente Afrika, Vorderindien und Südamerika
vor 280 bis 190 Mio. Jahren) Dehnungprozesse in jüngerer Zeit dazu
geführt haben, dass sich ein Graben gebildet hat. Das bewies er schließlich
durch exakten Vergleich identischer Gesteinsschichten verschiedener Platten
am Baringo-See im heutigen Kenia. GREGOREY ist 1932 in Peru mit dem Kanu
gekentert und ertrunken.
Serengeti Nationalpark
Der Serengeti-Nationalpark
ist ein unendlich flaches Geibiet, dass im Nordwesten Tansanias liegt.
Er umfasst eine Fläche von 14764 km² (fast so groß wie
Schleswig Holstein) und ist damit der größte Nationalpark Tansanias
und einer der größten der Welt. Er wurde im Jahre 1951 eröffnet.
Bereits im Jahre 1937 ist die Serengeti zum Wildschutzgebiet erklärt
worden.
Der Name Serengeti entstammt der Masaisprache. Er leitet sich von dem
Masaiwort "siringet" ab, das übersetzt endlose Ebene bedeutet.
Durchschnittlich befindet sich der Nationapark auf einer Höhe von
ca.1300 m. Im Nationalpark wechseln sich verschiedene Landschaftszonen
ab: Buschsavannen, Baumsavannen mit Akazien, Grassavannen im Süden,
Zentralteil und Nordwesten, Galeriewald an den Flüssen, vulkanisches
Hochland im Südosten und Osten.
1981 ist die Serengeti von der UNESCO zum Weltnaturerbe und zum internationalen
Biosphärenreservat erklärt.
Besonderheiten:
In Teilen des Nationalparks befinden sich Inselberge
("Kopjes"). Sie sind aus Gneis, Granit oder Quarzit bestehende,
zerklüftete und mit Büschen und kleinen Bäumen bewachsene
Felsformationen. Hier befinden sich Lebensräume für
spezielle Pflanzen und Tiere (z. B. Klippschliefer, Löwen).
Der Tierreichtum machte die Serengeti
weltweit bekannt. Man schätzt die Tierbevölkerung auf etwa 4
Mio. Vor allem Großsäuger wie Gnus, Giraffen, Antilopen, Gazellen,
Zebras und Büffel gibt es in großer Anzahl.
Alljährlich, im geregelten Wechsel zwischen Regenzeit (November bis
Mai) und Trockenzeit (Juni bis Oktober), findet das faszinierende Naturschauspiel
- die große Tierwanderung
("Migration") statt.
Ngorongoro Schutzgebiet
Das Ngorongoro Schutzgebiet
(Ngorongoro Conservation Area, NCA) liegt westlich des Ostafrikanischen
Grabens auf der Hochlandschwelle. Es ist nach der riesigen Caldera (Einsturztrichter
eines Vulkans) des ehemaligen Vulkans Ngorongoro benannt. Deshalb ist
auch für diese Gegend die Bezeichnung "Gebiet der Riesenkrater"
gebräuchlich. Das Territorium der NCA gehörte früher zum
Serengeti Nationalpark. Nach dem Koflikt zwischen der Parkverwaltung und
den Masai 1956 wurde 1959 ein Schutzgebiet
auf einer Fläche von 8200 km² eingerichtet. Das war ein Kompromiss
und ein interessantes Experiment zugleich. Das Gebiet sollte als Weideland
für das Vieh der Masai genutzt werden und gleichzeitig als Lebensraum
für Wildtiere dienen. Die Masai mussten danach den neuen, nun verkleinerten
Serengeti-Nationalpark verlassen, konnten aber hier verbleiben. Im Jahre
1975 wurde dann aber den Masai untersagt, im Krater zu wohnen, und sie
durften nur noch in genehmigten Ausnahmefällen ihr Vieh für
kurze Zeit in den Krater treiben. Der Krater war Jahrhunderte Weidegrund
der Masai. Von 1908 bis 1918 betrieben die deutschen Gebrüder SIEDENTOPF
im Nordteil des Kraters eine Farm.
Besonderheiten:
Der mächtige Ngorongoro Krater
selbst ist die besondere Attraktion. Als eine Art Mikrokosmos Afrikas
kann die Caldera angesehen werde. Die artenreiche Tierwelt spiegelt die
typischen Vertreter der Savannen Ostafrikas wieder. Ein alkalischer (basischer)
See und Süßwasserquellen bieten den Lebensraum für ein
reiches Vogelleben.
Das Kraterareal ist eingebettet in eine Zone, wo der Vulkanismus
konzentriert in Erscheinung getreten ist. Hier befinden sich acht formvollendete
Vulkankegel, die auch Ziel von Safaris
sein könnten. Sie erreichen fast alle eine Meereshöhe von über
3000 m. Zu ihnen gehören die jüngeren Vulkane Kerimasi und,
der etwas außerhalb der NCA liegende heilige Berg der Massai, Oldoinyo
Lengai (2940 m). Der Oldoinyo Lengai hatte zuletzt 1983 für einige
Tage größere Eruptionen.
Schließlich ist die Olduwai-Schlucht
zu nennen, wo die Anthropologin MARY LEAKEY 1959 nach 28 jähriger
Arbeit Bruchstücke eines Schädels gefunden hat, den sie den
Urmenschen zuordnete. Das Fundstück wird heute den Australopithecinen
("Affenmenschen"), nämlich dem Australopithecus robustus
bzw. A. boisei, zugerechnet und auf 1,75 Mio. Jahren geschätzt.
Der Ngorongoro-Krater
ist ein gewaltiges Caldera-Rund mit vollständig erhaltenem Kraterrand.
Dieser liegt auf ca. 2300 m Meereshöhe. Mehr als 600 m tiefer befindet
sich der Kraterboden mit einer Fläche von 250 km². Der Durchmesser
am Kraterrand beträgt 12 km bzw. 18 km. Die vom Krater eingenommene
Fläche beträgt allerdings weniger als 5 % der gesamten
Fläche des Schutzgebietes.
Der Ngorongoro-Krater ist der größte nicht mit Wasser gefüllte
Krater der Erde, die berühmteste Caldera und einer der größten
festländischen Krater überhaupt. Wegen seiner Größe
und Schönheit hat BERNHARD GRZIMEK ihn "ein Weltwunder"
genannt.
Der Kraterrand ist mit dichtem Buschwald bedeckt. Lediglich im Nordosten,
wo Wasser vom Olmoti-Krater herunterkommt, ist ein bescheidener Galeriewald
entstanden. Im Krater wächst überwiegend Kurzgras. Nur im Süden
existiert ein Wald von Fieberakazien. Neben einigen Sümpfen gibt
es den alkalischen Magadi-See und Süßwasserquellen.
Die Zahl der Großtiere im Krater
wird auf 25000 geschätzt. Aber diese Zahl schwankt und auch ihre
Zusammensetzung ändert sich ständig, da viele Tiere in den Krater
einwandern und ihn auch gelegentlich wieder verlassen. Am zahlreichsten
sind im Krater Gnus und Zebras
vertreten. Aber auch Büffel, Geparde,
Hyänen, Gazellenarten, Nashörner und Flusspferde gibt
es; Elefanten in geringer Zahl und Giraffen
gar nicht.
Im Westen führt eine Piste in den Krater hinein, die ihn im Südwesten
wieder verlässt. Sie ist nur mit dem Geländewagen befahrbar.
Im Krater kann eine Rundfahrt mit Abzweigungen erfolgen. Auch einen Picknickplatz
gibt es, wo der Wagen verlassen werden darf. Aber den Proviant sollte
man gut festhalten, da Vogelräuber blitzschnell niederstoßen
und ihn aus den Händen reißen.
Der Ngorongoro-Krater wurde 1978 von der UNESCO zum Weltnaturerbe und
1981 zum internationalen Biosphärenreservat erklärt.
Große Verdienste um den Erhalt der Tierwelt Ostafrikas haben Professor
Dr. Dr. BERNHARD GRZIMEK
und sein Sohn MICHAEL erworben. MICHAEL GRZIMEK
kam 1959 bei den Dreharbeiten für den weltberühmten Film "Serengeti
darf nicht sterben" durch Flugzeugabsturz ums Leben. Ein Geier kollidierte
mit seinem Kleinflugzeug. Sein Vater verstarb mit 78 Jahren 1987. Für
beide wurde am Südrand des Kraters auf 2216 m Höhe, von wo ein
freier Blick in die Caldera möglich ist, ein pyramidenförmiger
Gedenkstein errichtet. Auf der Tafel für MICHAEL GRZIMEK
ist in englischer Sprache zu lesen: "Er gab alles, was er besaß
einschließlich sein Leben für die wilden Tiere Afrikas".
Begraben wurde er bei der Krater Lodge, wo die aus dem Krater herausführende
Piste endet. PROF. GRZIMEK ist in einem tansanischen Staatsbegräbnis
an der Seite des Sohnes beigesetzt worden.
Lake Manyara Nationalpark
Der Lake Manyara Nationalpark
liegt am westlichen Abbruch des Ostafrikanischen Grabens (Rift Valley;
Bild 10).
Er gehört zu den kleinsten Schutzgebieten Tansanias und umfasst 330
km², wovon noch ca. zwei Drittel auf den Manyara-See
selbst entfallen. Seine Fläche bildet einen schmalen Korridor zwischen
dem Abbruch des Ostafrikanischen Grabens und dem Manyara-See (6 bis 8
km breit, 42 km lang). Der Manyara-See liegt auf 960 m Meereshöhe.
Dieser Nationalpark wurde 1960 eröffnet. Der Zugang erfolgt hauptsächlich
vom Dorf Mto wa Mbu ("Moskito Hafen").
Besonderheiten:
Verschiedene Vegetationsformen wie üppiger Grundwasserwald (das auf
dem Kraterhochland versickerte Wasser tritt hier am Grabenhang wieder
aus), trockener Akazienwald (80% Schirmakazien), Dornbuschsavanne, Grassavanne
und die versumpfte, riedreiche Uferzone am See existieren im Park.
Reiches Vogelleben herrscht auf dem alkalischen (basischen) See und an
seinen seichten Ufern (Rosa- und Rötelpelikane, Flamingos). An den
Flüssen, die am ca. 700 m abfallenden Grabenbruch entstehen, sind
Nilwarane zu beobachten.
Vielfältige Tierwelt mit großer Elefantenpopulation, Flusspferden
, Impalas, Wasserböcken, Leoparden und "Baumlöwen",
artfremd auf Bäumen sitzenden Löwen, die so dem tagheißen
Boden entfliehen, ist vorhanden.
Am Grabenabbruch stehen sagenumwobene jahrhundertalte Baobab-Bäume
(Affenbrotbäume) und an seinem Fuß im Süden gibt es heiße
Schwefelquellen.
Tarangire Nationalpark
Der Tarangire Nationalpark liegt südwestlich
der Stadt Arusha und umfasst eine Fläche von ca. 2600 km². Er
wurde nach dem Fluss Tarangire benannt, der das ganze Jahr über reichlich
Wasser führt und während der Regenzeit Teile des Nationalparks
in sumpfige Feuchtbiotope umwandelt. So wechseln sich verschiedene Landschaften
miteinander ab, z. B. Grassavanne und Buschsavanne mit vereinzelten Inselbergen
("Kopjes") und schwarzerdige Gras- und Sumpfgebiete. Letztere
bestehen aus feiner schwarzer Vulkanerde und bilden in der Regenzeit die
großen Feuchtbiotope. Die durchschnittliche Meereshöhe des
Parks beträgt 1200 m.
Bereits im Jahre 1957 wurde das Gebiet um den Fluss Tarangire von der
tansanischen Regierung zum Wildreservat (Game Reserve) erklärt. Im
Jahre 1970 wurde dann der Tarangire Nationalpark gegründet und im
Jahre 1971 eröffnet.
Besonderheiten:
In der nördlichen hügeligen Zone des Nationalparks sind das
charakteristische Merkmal dieser offenen Grassavannenlandschaft die riesigen,
oft mehrere hundert Jahre alten Affenbrotbäume
(in Afrika Baobabs genannt). Diese laubabwerfenden mächtigen Bäume,
die kahl und nackt nach dem ersten Regen zu blühen beginnen und dann
erst ihre Blätter ausbilden, wachsen hier fast als Wald.
In der Trockenzeit ist dieser Nationalpark reich
an Wildtieren. Ein Großteil der Tiere, etwa 75 %, nutzt den
Park nur als kurzen Rastaufenthalt bei ihrer alljährlichen Wanderung
in die umliegenden Savannen. Das betrifft insbesondere die wandernden
Großtiere wie Steppen-Zebras, Kaffernbüffel, Weißbart-Gnus,
Antilopen und Elefanten.
Mit Beginn der Regenzeit bleiben die hier heimischen, also ortstreuen
Tiere zurück, z. B. Warzenschweine, Wasserböcke, Impalas (eine
zierliche Antilopenart, Bild 13), Giraffen und Gazellen.
Arusha Nationalpark
In der Nähe der Stadt Arusha, wo Präsident NYERERE 1967 die
"Arusha Declaration" verkündete, die Tansania auf eine
eigenständige sozialistische Entwicklung verpflichtete, befindet
sich der Arusha Nationalpark. Er nimmt
den ganzen Osthang des Meru und sein
Vorland mit Blick zum Kilimandscharo ein, den Gipfel des Meru (4575 m)
eingeschlossen. Mit einer Fläche von nur 137 km² ist er fast
der kleinste tansanische Nationalpark. Nur noch der Gombe Nationalpark
ist kleiner (50 km²). Der Arusha-Park ist 1960 als Ngurdoto Krater
Nationalpark eingerichtet worden. Im Jahre 1967 wurde er um das Meru-Gebiet
erweitert und erhielt seinen heutigen Namen.
Besonderheiten:
Drei unterschiedliche Landschaftsformationen sind hier vorhanden: der
Ngurdoto Krater, die Momella Seen und der zerklüftete Mount Meru.
Der Wildreichtum ist groß, besonders Kaffernbüffel, Elefanten,
Giraffen, Stummelaffen und Grüne Meerkatzen.
Viele Wasservögel, insbesondere Flamingos, sind im Seebereich beheimatet.
Die größten Attraktionen sind die anstrengende Gipfelbesteigung
des Meru und der erholsame Aufenthalt in der Momella Wildlife Lodge im
Vorland. In dieser Gegend wurde 1960/61 mit JOHN WAYNE und HARDY KRÜGER
der Film "Hatari" gedreht. KRÜGER erwarb danach eine Farm
und baute die Lodge, die heute als Beherbergungsstätte zur Verfügung
steht.
Der Ngurdoto-Krater ist
ein ca. 400 m steil abfallender Rundkrater mit einem Durchmesser von ca.
3 km. Der höchste Punkt des Kraterrandes liegt auf 1854 m. Vor etwa
15 Mio. Jahren ist der Krater durch eine Dampf- und eine spätere
Gasexplosion entstanden. Die Kraterränder sind vollständig bewaldet
(Mahagoni- und afrikanische Olivenbäume, Dattelpalmen u. a.).
Hier besteht natürliche Abgeschiedenheit. Zu den friedlich in der
Kratertiefe grasenden Tieren hinabzusteigen ist verboten.
Die sieben Momella-Seen bilden eine
Seenplatte, die von grasbewachsenen Hängen (Buschsavanne) umgeben
ist (Bild 14). Die Seen sind sehr flach und werden vom Grundwasser
des Meru gespeist. Das Wasser ist alkalisch. Daher wird es von den Wildtieren
als Trinkwasser nicht angenommen. Wegen des unterschiedlichen Mineralgehalts
im Wasser bildet jeder See ein eigenes Ökosystem. Entstehungsmäßig
sind die Seen Vertiefungen im Vulkanschutt des Meru, der nach einer gewaltigen
Explosion hier abgelagert worden ist.
Der Meru (4575 m) ist der vierthöchste Berg Afrikas; nur von den Bergen Kilimandscharo, Kenia und Ruwenzori wird er überragt. Der Meru ist wahrscheinlich einst der höchste Vulkan Afrikas gewesen. Vor ca. ½ Mio. Jahren muss sich eine gewaltige Explosion ereignet haben, die die Osthälfte des Vulkankegels abgesprengt und den ganzen Schutt und Schlamm ins östliche Vorland geschleudert hat. Dorthin, wo sich heute im hartgetrocknetem Schlamm die Momellaseen befinden. Zurück blieb eine asymetrische Caldera mit scharfzackigem Rand. Bei späteren Vulkanausbrüchen ist im Inneren des Kraters ein junger kleiner Vulkan, der Ash Cone, entstanden, der aus Tuff und Asche besteht.
Der jüngste Lavaaustritt war 1879. Vulkanische Nacherscheinungen
wie Thermen, Solfataren (heiße Quellen, Dampfaustritte) halten bis
heute an. Die mannigfaltige Pflanzenwelt, das artenreiche Tierleben und
der alpine Charakter des Meru fordern eine Besteigung geradezu heraus.
Dafür sollten vier Tage vorgesehen werden. Es beginnt am Momela Gate
(1500 m) und führt über die Miriakamba Hut (2521 m, Übernachtung)
und die Saddle Hut (3566 m, Übernachtung) zum höchsten Punkt
des Kraterrandes, dem Socialist Peak. Vom Gate ist ein bewaffneter Ranger,
gegebenenfalls auch Träger, mitzunehmen. Sollten wilde Tiere angreifen,
hat er sie mit Warnschüssen zu vertreiben. Von der unteren Hütte
kann ein Abstecher in den Krater und zum Ash Cone sowie zum Studium der
Kraterwände unternommen werden. Von der oberen Hütte ist die
Besteigung des Kleinen Meru (3820 m) möglich. Von hieraus wird das
weite Umland bis zum Kilimandscharo überschaubar. Zum Gipfel muss
nachts um 2 Uhr bei Dunkelheit und häufigem Nebel aufgebrochen werden.
Die Gefahren an der Trasse erkennt der Trekker erst beim Rückweg.
Ist es Tag geworden und der Kraterrand erreicht, bleibt das Ziel immer
noch nicht erkennbar und der Weg will auch nicht enden. Aber wenn es geschafft
ist und das Wetter einen Blick in den Krater (Bild 16) und zum Kilimandscharo
erlaubt, stellt sich die Gipfelfreude ein und macht die Qualen vergessen.
Kilimandscharo Nationalpark
Der Kilimandscharo Nationalpark umfasst
ab 1800 m die ganze Höhenregion des gewaltigen Bergmassivs des Kilimandscharo.
Das ergibt eine Fläche von 756 km². Der Nationalpark besteht
seit 1973. Das Kilimandscharo-Massiv vereinigt drei erlosche Vulkane.
Dies sind von Nordwest nach Südost die weitgehend abgetragene Shira
(3962 m), der übermächtige gletschergekrönte Kibo
(5895 m; seit der Vermessung von 1999 nur noch 5892 m) und der bizarre
Mawenzi (5149 m; Bild 17). Der höchste
Punkt auf dem Kraterrand des Kibo heißt seit 1964 Uhuru (Freiheit).
Der Kilimandscharo ist der höchste Berg Afrikas und der höchste
frei stehende Berg der Welt sowie einer ihrer höchsten Vulkane.