



Mykorrhiza
Der größte Teil des auf dem Festland existierenden Lebens hängt
von einer symbiontischen Wechselbeziehung, der Mykorrhiza
(Pilzwurzel; gr. mykos = Pilz, rhiza = Wurzel), ab. Bei der Mykorrhiza
handelt es sich um ein enges Miteinander und wechselseitiges Voneinander
von Pilzen und pflanzlichen Wurzelsystemen.
Die meisten Pflanzen wie Farne und Samenpflanzen, z. B. Kieferngewächse,
beherbergen Pilze. Diese sind entweder in die äußeren Wurzelzellen
hineingewachsen oder sie umgeben das gesamte Wurzelsystem mit einem dichten
Pilzgeflecht. Die Mykorrhiza-Pilze sind darauf spezialisiert, Mineralstoffe
wie Phosphor, Stickstoff sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. Ein Teil
dieser Stoffe gelangt in die Wirtspflanzen und dient ihrer Ernährung.
Die Pilze erhalten von den Pflanzen Kohlenhydrate
(z. B. Traubenzucker).
Diese dienen ihnen zur Ernährung.
Es wird angenommen, dass die Partnerschaft von Pflanzen und Pilzen die
Besiedlung des damals kargen Festlandes durch höhere Pflanzen und
Tiere vor 450 bis 400 Millionen Jahren wahrscheinlich erst ermöglicht
hat.
Untersucht man z. B. bei der Wald-Kiefer die Enden der feinen Wurzeln,
so stellt man fest, dass sie von einem dichten Pilzgeflecht vollständig
umsponnen sind. Die von den Pilzfäden umsponnenen Baumwurzelenden
schwellen durch das Eindringen der Pilzfäden oftmals zu kleinen länglichen
Knollen an und verzweigen sich auf unterschiedliche Art (Bild 1).
Flechten
Symbiontische Wechselbeziehungen zeigen auch die auf der ganzen Erde verbreiteten
Flechten. Flechten bestehen aus
einem Pilzgeflecht und aus
einzelligen Grünalgen
oder Cyanobakterien. Diese
Organismen sind in der Lage, aus anorganischen Stoffen organische Stoffe
(z. B. Traubenzucker) aufzubauen. Einen Teil des Traubenzuckers nehmen
die Pilze auf. Die Pilze bilden ein dichtes Geflecht und können große
Wassermengen und Mineralstoffe aufnehmen. Sie schützen ihre Symbiosepartner
vor dem Austrocknen. Das Wasser und die Mineralstoffe nutzen die Grünalgen
(Bild 2).
Flechten sind sehr anspruchslos. Sie sind Erstbesiedler
von Lebensräumen und besiedeln Lebensräume, die anderen Organismen
keine Lebensgrundlagen bieten. Sie kommen am Nordrand der Tundren, in
der Antarktis, im Hochgebirge (bis knapp unter 5000 m Höhe), in Wüsten
und Halbwüsten, in den Tropen sowie in unserer gemäßigten
Klimazone vor. Flechten können in diesen extremen Lebensräumen
nur deshalb existieren und überleben, weil die an der Flechtenbildung
beteiligten Pilze und Partner (z. B. einzellige Algen) symbiontisch zusammenleben
und sich gegenseitig förderlich sind.
Sie stellen eine Einheit dar, die organismusähnlich ist. Deshalb
werden Flechten innerhalb des Pflanzenreiches als eigene Gruppe betrachtet.
Sieht man sich den Querschnitt einer einer Flechte mithilfe eines Mikroskopes
an, wird man das begreifen (Bild 3).
Weitere Beispiele
Ein weiteres typisches Beispiel für symbiotischen Wechselbeziehungen
findet man an Schmetterlingsblütengewächsen. Die Knöllchenbakterien
bilden an den Wurzeln von Schmetterlingsblütengewächsen
(z.B. Erbse) Knöllchen, in denen sie leben. Sie binden den Stickstoff
der Luft und versorgen die Pflanzen damit. Dafür erhalten sie z.B.
Wasser und organische Stoffe (Bild 4).