Zur
Geschichte der Hauttätowierungen
Schon immer versuchten Menschen, ihre Körper durch Schminken, Bemalen
oder Tätowieren zu verändern bzw. zu verschönern. Archäologische
Funde belegen, dass die Anfänge der Körperbemalung und Tätowierung
sehr weit zurück liegen. Bereits in der Altsteinzeit verwendeten die
Menschen rote Mineralien wie Hämatit und Ocker, um ihre Körper
zu färben. Diese Körperfärbungen hatten in erster Linie den
Zweck, die Stammeszugehörigkeit kenntlich zu machen bzw. dienten religiösen
und rituellen Zeremonien.
In Ägypten nutzte man Steinplatten
zum Anreiben von Schminksubstanzen, das konnte man anhand von Funden aus
vorgeschichtlicher Zeit ersehen.
Und im alten Rom wurde den Rekruten des
römischen Heeres die Namen ihres Kaisers in den Handrücken gebrannt.
Das sollte das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und gleichzeitig
verhindern, dass Rekruten fliehen.
Im Mittelalter zeichnete man Diebe und Verbrecher mit entsprechenden Tätowierungen,
sog. Brandmarken.
Ende des 17. Jahrhunderts begann das
Zeitalter der modernen Tätowierung in Europa. Um diese Zeit nämlich
bestaunte die höfische Gesellschaft tätowierte Insulaner aus
der Südsee. Sie wurden an den fürstlichen Höfen von Empfang
zu Empfang gereicht. Die daraufhin einsetzende Modewelle machte Tätowierungen
salonfähig.
Übrigens wurde das Wort "Tattow" von JAMES COOK, dem berühmten
Seefahrer und Entdecker, in die englische Sprache eingeführt. Tattow
ist von dem aus Polynesien stammenden Begriff "Tatatau" abgeleitet
und bedeutet so viel wie Ta "schlagen" und tatau "richtig".
Wahrscheinlich geht die Bezeichnung auf die Technik des Tätowierens
zurück.
Tätowierungen sind derzeit wieder sehr in Mode gekommen. Sie gelten als Ausdrucksmittel für persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung. Was bei den sogenannten Hippies und Rockern in den USA Anfang der Sechziger Jahre begann, hat längst auf alle gesellschaftlichen Schichten übergegriffen.
Rund um das Tattoo
Motivwahl: Die Wahl des Motivs hängt
von jedem selbst ab. Von indischen, japanischen oder chinesischen Schriftzeichen,
nordische Runen über Tribals, Drachen bis hin zu Comic Motiven,
es ist alles möglich! Aber bevor man ein Motiv auswählt, sollte
man in aller Ruhe alle Kataloge durchschauen und immer bedenken: Was heute
in ist, kann morgen schon out sein. Ein vorschnell ausgewähltes Tattoo
begleitet einen aber das ganze Leben!
Übertragen des Motivs auf die Haut:
Die Hautstelle, die durch das Tattoo
geschmückt werden soll, wird enthaart, mit medizinischem Alkohol
aus Zerstäubern desinfiziert und mit Einwegtüchern getrocknet.
Dann wird sie mit Wasser besprüht und das Motiv mit der Pause aufgedrückt.
Nach Kontrolle des Motivs und eventuellem Nachzeichnen von Linien geht
die eigentliche Arbeit des Tätowierers los. In die Haut
werden nun mit der Tätowiermaschine, einem sog. Tattaugraf, Farbpigmente
eingebracht. Der Vorgang besteht grundsätzlich in einer Punktierung der Haut mit einer Nadel, wobei gleichzeitig mit dem Durchstechen ein Farbmittel in die Haut eingebracht wird.
Die elektrische Tätowiermaschine wurde übrigens in den USA
erfunden, 1875 in New York erprobt und 1891 patentiert.
Zunächst werden die Outlines (Umrisslinien) des Motivs nachgezogen,
dann werden die Schattierungen eingebracht, um eine räumliche Wirkung
des Motivs zu erzielen. Als Letztes werden die homogenen Flächenfarben
aufgetragen. Mit der freien Hand zieht der Tätowierer die bearbeitete
Haut straff.
Dauer der Sitzung: Sie hängt von der Motivgröße, der Farbigkeit und dem Stil ab. Aufwändigere Tattoos können mehrere Sitzungen dauern. Danach ist die Haut gereizt und schwillt an. Zur Vorbeugung wird die Stelle mit antibiotischen Salben behandelt oder mit Desinfektionsmitteln besprüht. Ein Verband aus Gaze oder Frischhaltefolie schützt die verletzte Hautstelle.
Schmerzen: Die Outlines schmerzen
mehr als die Schattierungen. Dort arbeitet die Maschine nämlich am
schnellsten, damit die Linien auch exakt werden.
Am Arm schmerzt ein Tattoo nicht sehr. Besonders schmerzhaft sind Tattoos
in der Kniekehle.
Alter: Ab 18 Jahren kann man sich tätowieren lassen, denn nach dem Strafgesetzbuch gilt tätowieren als Körperverletzung. Es ist nur dann nicht rechtswidrig, wenn es mit Einwilligung des "Verletzten" geschieht. Von 16 bis 18 Jahren muss man eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern vorlegen. Unter 16 Jahren sollte man die Finger vom Tätowieren lassen, denn der Körper befindet sich noch im Wachstum und es könnten Komplikationen auftreten. Kein seriöser Tätowierer wird Jugendliche unter 16 Jahren "stechen".
Preis: Der hängt von Größe, Motiv, einfarbig oder mehrfarbig, Arbeitszeit usw. ab. Mit 100 Euro pro Stunde sollte man ruhig rechnen.
Nachbehandlung: Die Wunde wird nach der Tätowierung eingepackt, damit kein Schmutz an die Wunde kommt. Mit lauwarmen Wasser kann man die Wunde täglich reinigen und danach Wund- und Heilsalbe auftragen. Die Haut immer geschmeidig halten und so viel Luft wie möglich an das Tattoo lassen. Auf Solarium, Sauna und Schwimmbad muss man in den ersten Wochen verzichten.
Risiken und Nebenwirkungen
Beim Tätowieren werden an der Hautoberfläche Blut- und Lymphgefäße
verletzt. Wird unsauberes Tätowiermaterial verwendet, kann es zur
Übertragung chronischer Infektionen wie Hepatitis,
AIDS,
Tuberkulose und Syphilis
kommen. Außerdem können allergische
Reaktionen auf die verwendeten Farbstoffe auftreten.
Beispielsweise wurden Tattoo-Studios in einigen Bundesstaaten der USA
in den fünfziger Jahren verboten, weil die Zahl der Übertragungen
von Hepatitis B durch professionelle Tätowierer so hoch war. Diese
Risikofaktoren sind heute allerdings aufgrund verbesserter hygienischer
Bedingungen deutlich geringer.
Trotzdem sollte man sich vorher genau überlegen, ob man sich ein
dauerhaftes Tattoo machen lässt. Abziehbilder erfüllen den gleichen
Zweck, sind viel preiswerter, absolut schmerzfrei und man kann sich je
nach Lust und Laune ein neues machen!
Die Entfernung eines Tattoos dauert dagegen lange und ist teuer!
Verfahren zur Entfernung von Tätowierungen
Um Tätowierungen zu entfernen gibt es verschiedene Techniken. Jedes
Verfahren hat Vor- und Nachteile, deshalb sollte auf alle Fälle mit
dem Hautarzt gesprochen werden.
Aber in jedem Fall geht es darum, die obere Hautschicht zu zerstören,
entweder mit chemischen Stoffen (Injektionen von Tanninsäure, Trichloressigsäure),
mechanisches Abtragen (oberflächliche Dermabrasion) oder operatives
Entfernen. Außerdem gibt es thermische Verfahren (Hitzeeinwirkung)
und Lasertechniken.
Die Entfernung eines Tattoos hängt natürlich von seiner Größe
ab. Hat man es in einer Sitzung auftragen lassen, benötigt man zu
seiner Entfernung mindestens 6 Sitzungen z. B. bei der Lasertechnik. Das
ist übrigens die schonendste Methode. Sie ist aber auch sehr teuer.
Zum Beispiel kostet ein Tattoo bis 5 cm Durchmesser pauschal bis zum Verschwinden
oder bis zur 95 %igen Aufhellung zwischen 250 und 500 €, das sind je Sitzung
80 €. Ein Tattoo bis 10 cm Durchmesser kostet pauschal bis zum Verschwinden
oder bis zur 95 %igen Aufhellung zwischen 400 und 1 000 €, das sind je Sitzung 155 €.