


Moos
Es gibt etwa 20 000 Arten kleiner teilweise sogar winziger Pflanzen, die
zumeist in feuchter Umgebung auf Erde und Baumstümpfen sowie auf
Steinen und Beton gedeihen. Auch in flachen Sümpfen und Bächen
wachsen einige Arten dieser Pflanzen. Sie werden unter dem Begriff Moose
zusammengefasst und kommen weltweit vor.
Die meisten Moospflanzen gliedern sich in kleine und zierliche Stängelchen und
Blätterchen. Sowohl die Stängel als auch die Blätter unterscheiden
sich jedoch in ihrem Aufbau und ihrer Entstehung deutlich von den Blättern
und Trieben der Farne und Bedecktsamer, den sogenannten höheren
Pflanzen. Ein Leitgewebe, das Wasser und Nährstoffe in die verschiedenen
Teile leitet, ist nur im Ansatz bei einigen hoch entwickelten Arten vorhanden.
Echte Leitbündel wie bei den höheren Pflanzen fehlen völlig.
Des weiteren besitzen Moose keine Wurzeln. Die Funktion der Haftung auf dem Substrat, wird von teilweise als
Wurzelchen bezeichneten, fadenförmigen Strukturen, den Rhizoiden,
übernommen. Nach der Komplexität in ihrem Aufbau und ihrer Struktur
geht man davon aus, dass die Moose zwischen den Grünalgen (Chlorophyta)
und den einfacheren Gefäßpflanzen (wie die Bärlappgewächse Lycopodiophyta) stehen. Aus den Grünalgen
sind vermutlich alle Grünpflanzen und somit auch die Moose im Laufe
der Evolution hervorgegangen.
Torfmoos
Das Moos, das hier interessiert, gehört zu der Gruppe der Torfmoose.
Die Torfmoose (Sphagnidae) gehören zu den Laubmoosen
(Bryophytha oder Bryatae). Das Torfmoos ist eine artenreiche Gattung
der Moose. Wie bei einigen anderen Laubmoosen besitzt das Blattgewebe der
Torfmoose riesige Zellen, die Wasser speichern können. Ihnen fehlt im Gegensatz zu anderen Laubmoosen die Mittelrippe im Blättchen. Torfmoose
wachsen häufig in Wäldern und in Sumpfgebieten, wo sie große
Polster bilden. In den Sümpfen sind die Torfmoose maßgeblich
an der Entstehung von Torf beteiligt.
Im Weiteren wird nun beschrieben, wie aus Moosen Torf wird.
Moorentstehung
Zuerst einmal muss ein Moor entstehen. Ein Moor ist ein Folgestadium
in der Sukzession eines Sees.
Im Randbereich eines flachen Sees, dem sogenannten Schilfgürtel,
aber auch durch Algen entsteht sehr viel pflanzliche Biomasse. Diese riesige
Menge kann durch die Zersetzer nicht vollständig abgebaut werden.
Es entsteht ein Schlamm aus Pflanzenresten, der sich auf dem Grund des
Sees absetzt. Durch diesen Schlamm und durch von Flüssen herein gespülte
Sedimente wird der See im Bereich des Ufers immer flacher. Der Schilfgürtel
kann nun immer weiter in den See vordringen, wobei sich natürlich
die freie Wasserfläche immer mehr verkleinert. Ist der See dann völlig
zugewachsen, wird nicht mehr von einem See gesprochen sondern von einem
Flachmoor oder auch Niedermoor.
Es heißt, dass der See verlandet ist. In dem Flachmoor wachsen nun
Gräser, vor allem Seggen. In niederschlagsreichen Regionen siedeln
sich aber auch sehr schnell Torfmoose an. Durch ihr gutes Wasserspeichervermögen
saugen sie sich voll wie ein Schwamm und stauen somit das Wasser in dem
Moor an. Aufgrund des angestauten Wassers verlieren die Pflanzen häufig
den Kontakt zum Boden und beziehen die Nährstoffe ausschließlich
aus dem Niederschlagswasser. Die Torfmoose, die sich mit sehr wenigen
Nährstoffen begnügen können, wachsen weiter und überwuchern schließlich
die anderen Pflanzen. Sie ersticken diese regelrecht. Über längere
Zeit entsteht so ein Hochmoor,
dessen typische Vegetation neben den Torfmoosen auch noch Heidekräuter
sind.
Torfentstehung
Wie entsteht nun aber Torf in so einem Moor? Das Moos wächst immer
weiter nach oben. Dadurch sterben aber die unteren Schichten der Moospolster
aufgrund von Sauerstoff- und Lichtmangel ab. Das lebende Moos drückt
diese toten Schichten nun immer weiter unter Wasser. Das Moos gibt Wasserstoff-Ionen an seine Umgebung ab, wodurch der Säuregrad des Moorwassers steigt. Die abgestorbenen
Pflanzen werden in dem sauren Moorwasser so gut wie gar nicht zersetzt,
sondern bleiben vollständig erhalten. Über mehrere Jahrhunderte
und Jahrtausende werden so mehrere Meter dicke Schichten entstehen. Durch
die Auflast der oberen Schichten werden die unteren Schichten zusammengepresst.
Aus ihnen entweicht so ein großer Teil des Wassers. Zurück bleibt Torf.
Torf
Moore, in denen Torf entsteht, werden auch häufig als Torfmoore bezeichnet.
Sie kommen eigentlich weltweit vor, aber welche von größerem
Ausmaß findet man allerdings nur im Norden der Vereinigten Staaten,
in Skandinavien, Russland, Kanada, England und Irland. In manchen Ländern
vor allem aber in Irland wird aus diesen Mooren der Torf herausgeholt,
man sagt der Torf wird gestochen. Torf selbst ist ein fester, sehr kompakter
Stoff von dunkelbrauner teilweise schon schwarzer Farbe, der einen hohen
Kohlenstoffanteil besitzt. Der Torf wird dann getrocknet und zu handlichen Briketts
gepresst und später wie Kohle verheizt.
Torf wird heute oft der Anbauerde beigemischt. Torf besitzt wie das Torfmoos die Fähigkeit viel Wasser aufnehmen zu können. Außerdem besitzt er, weil er in saurem Wasser lag, einen sauren Charakter. Aufgrund dieser beiden Eigenschaften wird Torf viel zur Verbesserung der Bodenqualität, zur Senkung des pH-Wertes und zum Mulchen verwendet. Von der Verwendung von Torf raten heutzutage aber immer mehr Umweltschützer und Biologen ab, da durch das Stechen in den Torflagern die Moore und somit auch der Lebensraum vieler bedrohter Tiere und Pflanzen zerstört wird. Stattdessen wird geraten alternative Mittel, wie Rindenmulch oder Kokosfasergarn, zu verwenden.
Moore in Deutschland
Auch in Deutschland gibt es noch Orte an denen Moore anzutreffen sind.
Diese Moore waren vor einigen hundert Jahren aber noch wesentlich verbreiteter
und zahlreicher als heutzutage. Viele dieser Moore wurden trockengelegt
um mehr Siedlungsraum für den Mensch zu haben. In einigen entlegenden
Gegenden konnten sie sich aber halten und bilden das Rückzugsgebiet
für manche bedrohte Tierart, wie zum Beispiel die Kreuzotter. Solche
Moore sind unter anderem noch im Harz erhalten. Der Ortsteil Torfhaus
von Altenau in der Nähe von Bad Harzburg liegt am Fuß des Brocken
und hat seinen Namen davon erhalten, dass in dieser Region früher
Torf gestochen wurde. Auf dem Weg zum Brocken kommt man an diesem Moor,
dem Großen Torfhausmoor, vorbei. Um diese bedrohten Ökosysteme
zu schützen werden sie häufig unter Naturschutz
gestellt oder es werden wie im Harz gleich ganze Naturparks also Naturschutzgebiete
errichtet. Ansonsten findet man Moore noch in Norddeutschland (z. B. um
Graal-Müritz), aber nicht mehr so häufig, da diese stärker
bewirtschaftet wurden als die Harzer Moore.
Im Zuge der Forschungen zum Klimawandel hat man die große Bedeutung der Moore als Kohlenstoffdioxid- und Schadstoff-Speicher erkannt.
Aus trockengelegten Mooren steigen erhebliche Mengen des Kohlendioxids und anderer Treibhausgase (z. B. Lachgas) empor. Der durch die Entwässerung ins Moor eingedrungene Sauerstoff führt zu einem schnelleren Abbau der großen Kohlenstoff- und Stickstoffvorräte. Auch die im Moor gespeicherten Schadstoffe (Nitrat, Phosphat, viele Pflanzenschutzmittel) können in trockengelegten Mooren nicht mehr festgehalten werden. Die Stoffe werden durch Niederschläge in Flüsse und Seen gespült. In kurzer Zeit wird freigesetzt, was sich während der Moorbildung über viele Jahrhunderte angereichert hat. Auch aus diesen Gründen raten Naturschützer von der Trockenlegung weiterer Moore ab und befürworten die Rekultivierung bereits trockengelegter Moore.