



Der natürliche
Treibhauseffekt bewirkt, dass auf der Erdoberfläche eine durchschnittliche
Temperatur von 15 °C herrscht und sich dadurch überhaupt erst Leben
entwickeln konnte.
Davon zu unterscheiden ist der zusätzliche oder anthropogene Treibhauseffekt,
der auf das Wirken des Menschen zurückzuführen ist und der eine
zusätzliche Erwärmung der Erdoberfläche bewirkt.
Der natürliche Treibhauseffekt
Der natürliche
Treibhauseffekt ist vergleichbar mit den Vorgängen, die bei
einem Treibhaus mit gläsernem Dach oder bei einem Niedrigenergiehaus
zu beobachten sind.
Die Erde im Treibhaus erwärmt sich so lange, bis sich ein Strahlungsgleichgewicht
eingestellt hat. Ähnliches ist auch bei einem Auto zu beobachten,
dass längere Zeit in der prallen Sonne steht. Die Rolle des Glases
vom Treibhaus übernimmt im Falle der Erde die Atmosphäre, insbesondere
ihre Bestandteile Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid, Methan, Ozon und Fluorchlorkohlenwasserstoffe.
Man fasst diese Gase auch unter dem Begriff der Treibhausgase
oder der klimawirksamen
Gase zusammen. Wir betrachten nachfolgend schrittweise die Vorgänge,
die in der Atmosphäre vor sich gehen.
Die in der Atmosphäre enthaltenen Treibhausgase sind nur für etwa 13 % der von der Erdoberfläche ausgehenden Strahlung durchlässig. Die restlichen 87 % werden wiederum absorbiert und rufen eine Wärmestrahlung hervor, die zu gleichen Teilen nach oben und nach unten abgegeben wird.
Durch diese zusätzliche Rückstrahlung wird der Erdboden weiter erwärmt. Das hat seinerseits eine größere Wärmestrahlung zur Folge. Die Wechselwirkung zwischen der Erdoberfläche und den Treibhausgasen in der Atmosphäre setzt sich solange fort, bis sich ein Gleichgewicht einstellt.Der zusätzliche Treibhauseffekt
Neben dem natürlichen und für uns lebensnotwendigen Treibhauseffekt
wird in den letzten Jahrzehnten ein zusätzlicher
Treibhauseffekt registriert. Er wird auch als anthropogener
Treibhauseffekt bezeichnet (anthropo, griechisch
= den Menschen betreffend), weil er auf das Wirken des Menschen zurückzuführen
ist.
Dieser zusätzliche Treibhauseffekt äußert sich darin,
dass Wärmestrahlung stärker von der Atmosphäre in Richtung
Erdoberfläche reflektiert wird und damit in den letzten Jahrzehnten
eine Erhöhung der mittleren Temperatur an der Erdoberfläche
von ca. 0,8 °C registriert wurde. In einer Reihe von Klimamodellen wird bis zum Jahre 2100 mit einer weiteren Erwärmung zwischen 1,5 °C und 3 °C gerechnet. Das kann weitreichende Folgen für
das Klima und die Lebensbedingungen auf der Erde haben.
Ursache für den zusätzlichen Treibhauseffekt ist die jahrzehntelange
verstärkte Abgabe von klimawirksamen Gasen in die Atmosphäre.
Das hat zu einer Beeinflussung der Strahlungsverhältnisse geführt.
Der Beitrag der einzelnen Treibhausgase zum natürlichen Treibhauseffekt
ist aufgrund ihrer Konzentration und ihrer chemischen Struktur sehr unterschiedlich.
Den größten Anteil am zusätzlichen Treibhauseffekt hat
mit ca. 50 % Kohlenstoffdioxid, gefolgt von Methan und FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe).
Der wichtigste Ansatzpunkt zur Verringerung
eines zusätzlichen Treibhauseffekts ist eine Reduzierung des
Ausstoßes an Kohlenstoffdioxid.
Weltweit betrug die Emission an Kohlenstoffdioxid etwa 24 Mrd. t im Jahr.
Den größten Anteil daran haben die USA (28 %) und China (13 %). Deutschland hat mit 900 Mio. t einen Anteil von knapp 4 %.
Da die Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Autoverkehr weltweit den
größten Anteil an der Emission von Kohlenstoffdioxid haben,
müssen vor allem auf diesen Gebieten langfristig Veränderungen
erreicht werden, die auf eine Reduzierung des Ausstoßes an Kohlenstoffdioxid
zielen.
Globale Abkommen (Weltklimakonferenzen) und gegenseitige Unterstützung der einzelnen Nationen sind dafür unabdingbar, wirkt sich der Eingriff des Menschen doch weltweit auf das Klima aus und kann verheerende Katastrophen zur Folge haben.
Aber auch in kleinem Maßstab muss jeder Einzelne sein energieverbrauchendes (-verschwendendes) Verhalten überdenken und kann somit einen positiven Beitrag zur Klimastabilisierung leisten.