




Die Entstehung der Erde und des Lebens auf
der Erde
Die Ausgangsbedingungen
Eines ist sicher, die Frage nach der Entstehung der
Materie, des Weltalls und unserer Erde und die
Frage nach der Lebensentstehung ist nicht endgültig zu beantworten. Es handelt
sich hierbei nämlich um Vorgänge, die lange, sehr lange vor
der heutigen Zeit schon abgeschlossen waren.
Aus den Erkenntnissen vieler Fachrichtungen, z. B. Astrophysik, Kernphysik,
Kosmochemie und auch der Biochemie, lassen sich Aussagen mit hoher Wahrscheinlichkeit herleiten, die Antworten
auf die Frage nach der Entstehung von Universum, Sonne, Erde und dem Leben
geben können. Allerdings nur unter der Annahme, dass
heute gültige Gesetzmäßigkeiten auch damals gültig
waren,
Das Universum ist nach der heute weit verbreiteten
Theorie aus einem "Urknall"
hervorgegangen. In dessen Folge wurden riesige, unvorstellbar große Energiemengen
frei. Das Weltall begann sich auszudehnen und abzukühlen,
wobei Materie an verschiedensten Teilen des Universums kondensierte. So
entstand auch unser Sonnensystem mit der Erde.
Das Alter unserer Sonne und ihres Planetensystems (auch unserer Erde) wird
aufgrund von Altersbestimmungen an Gesteinsproben auf 4,5 bis 5 Milliarden
Jahre geschätzt.
Um zu verstehen, wie das Leben auf unserer Erde entstanden ist, ist es
notwendig, sich die Situation auf der Früherde
zu vergegenwärtigen. Die Erde muss zunächst einige hundert Millionen
Jahre lang als Protoplanet existiert haben.
Dieser verdichtete sich und muss durch den Einfluss der heißer werdenden
Sonne mehr als ein Tausendstel seiner ursprünglichen Masse verloren
haben. Aus der Erde wurde durch die zunehmende Verdichtung ein glühender
Feuerball, der sich erst nach und nach abkühlte.
An der Oberfläche entstand eine feste "Kruste". Dieser
Vorgang hat vermutlich einige hundert Millionen Jahre angedauert. Die
ältesten bisher datierten Gesteine der Erde sind etwa 3,7 bis 3,8 Milliarden Jahre alt.
Auf dieser Erde konnte sich zunächst kein Leben entwickeln, es existierte
allerdings schon eine Reihe einfacher chemischer Verbindungen.
Die chemische Evolution
Zur chemischen Evolution werden die Vorgänge gezählt, bei denen
infolge chemischer Reaktionen verschiedene Stoffe entstanden sind. Diese waren
die Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Es sind dies
Reaktionen in der Gashülle, im Wasser und auf dem Land.
),
Methan (
), Ammoniak
(
), Wasserdampf (
)
und Hydrogensulfid (
)
. Daneben bildeten sich auch die ersten Ozeane (Urozeane).
),
Kohlenstoffmonooxid (CO) und Stickstoff (
)
gekennzeichnet war. Freier Sauerstoff fehlte hier mit großer Sicherheit
noch, da frühe Mineralien, z. B. Pyrit (
),
bei Anwesenheit von Sauerstoff leicht oxidiert worden wären.
).
Ab dieser Zeit war also Sauerstoff hinzugekommen. Die Menge muss zu diesem
Zeitpunkt mindestens ein Hundertstel der heute in der Atmosphäre befindlichen
Sauerstoffmenge betragen haben. Entstehung
von Makromolekülen
Die wesentliche Frage, die sich vielen Wissenschaftlern stellte und noch
stellt, ist, wie sich aus einfachen chemischen Verbindungen kompliziertere
gebildet haben könnten, die als Voraussetzung für die Bildung
lebender Strukturen angesehen werden können.
In verschiedensten Modellexperimenten wurde versucht, die damaligen Bedingungen
zu simulieren.
Die bekannteste Experimentreihe wurde von STANLEY
L. MILLER (1930 – 2007) durchgeführt. Die entsprechenden Gase der sekundären
Atmosphäre waren bekannt. Als Energiequellen kamen neben der Strahlung
der Sonne noch Vulkanismus, die Radioaktivität des jungen Gesteins
und Gewitter infrage. Entsprechend baute MILLER seine Experimentanordnung
auf. Er füllte in eine Glasapparatur die Gase der Uratmosphäre
und führte sie in einen Kreislaufprozess, wobei er elektrische Entladungen
einwirken ließ und Teile der Apparatur beheizte. Durch nachfolgende
Abkühlung kondensierte der Dampf. Dieser klassische Versuch, der im
Jahr 1952 durchgeführt wurde, brachte ein interessantes Ergebnis. In
der simulierten Ursuppe fand man nach einiger Zeit etwa zwanzig verschiedene
chemische Verbindungen, unter denen sich neben Kohlenstoffoxiden auch organische
Verbindungen wie Aminosäuren, Essigsäure und Harnstoff befanden. In
der Folge wurden vergleichbare Experimente mit verschiedensten Modifizierungen
durchgeführt. So wurden die Gase und deren Konzentration sowie die
Art der Energiequellen und die Feuchtigkeit im Versuchsansatz variiert.
Weiterhin setzte man Mineralien zu, von denen man eine Wirkung als Katalysator
chemischer Reaktionen erwartete. Es gelang über hundert verschiedene
organische Stoffe aus einfachen Ausgangsstoffen herzustellen.
All diesen Versuchsaufbauten war und ist gemeinsam, dass sie nur in
reduzierenden Atmosphären nennenswerte Ergebnisse bei den organischen
Synthesen liefern, d. h. bei Abwesenheit von Sauerstoff. So gesehen war
die Uratmosphäre tatsächlich das ideale Labor zur Synthese organischer
Substanzen, denn in der heutigen oxidierenden Atmosphäre wäre
die abiotische Bildung organischer Substanzen nicht mehr möglich.
Der erste Schritt war getan. Aus "unbelebter" Materie lassen
sich also organische Substanzen herstellen, die sonst von Lebewesen gebildet
werden.
So könnte es auch damals vor etwa vier Milliarden Jahren gewesen
sein, als sich in kleinen stehenden Gewässern oder abgeschirmten
Buchten die gebildeten Substanzen anreicherten und als Ursuppe dafür
sorgten, dass diese Makromoleküle untereinander in Wechselwirkung
treten konnten.
Aber war das auch so?
Bis heute ist es nicht gelungen, experimentell Lebewesen zu erzeugen.
Wie die Entstehung von ersten Lebewesen auf der Früherde aus den
organischen Stoffen erfolgt ist, kann wieder nur durch Simulationsexperimente
und Beobachtungen verdeutlicht werden.