WILLIAM BATESON, ein englischer Embryologe, wurde am 8. August 1861 in Whitby im britischen Yorkshire geboren. Sein Vater war Hochschullehrer für klassische Sprachen. Nach der Schulausbildung studierte er in Cambridge am Saint John's College, welches er als begeisterter Evolutionsforscher verließ.
Um den Vorgang der Evolution besser zu verstehen, führte BATESON
zunächst anatomische und morphologische Untersuchungen durch. Er
beschäftigte sich mit der Stammesentwicklung (Phylogenese) von Eichelwürmern
(Balanoglossus) und erkannte dabei die stammesgeschichtliche Ableitung
der Chordatiere von wurmähnlichen Vorfahren.
BATESON beobachtete, dass sich
Organismen normalerweise sehr deutlich voneinander unterscheiden und bestimmte
Eigenschaften von Lebewesen plötzlich in der Stammesgeschichte auftauchen
und wieder verschwinden. Solche Veränderungen können sich außerdem
von einer Generation zur nächsten einstellen. Daraus schloss BATESON,
dass Evolution meistens in großen, nicht zusammenhängenden
Sprüngen ablaufe und nicht kontinuierlich fortschreite. Seine Überlegungen
und Fakten, mit denen er diese stützte, veröffentlichte er im
Jahr 1894 in "Materials for the Study of Variation".
Wiederentdeckung der Mendelschen Experimente
Um seine Theorie mit weiteren Belegen zu stützen, begann BATESON
die Vererbung von Merkmalen zu untersuchen. Dabei stieß er im Jahr
1900 auf eine Arbeit aus dem 19. Jahrhundert, die von dem österreichischen
Mönch GREGOR MENDEL
(1822-1884) stammte. Darin beschrieb MENDEL Experimente, die er mit Bohnenpflanzen
durchgeführt hatte. BATESON stellte fest, dass diese Experimente
einige seiner eigenen Beobachtungen bestätigten und wurde einer der
frühesten Verfechter der mendelschen Vererbungslehre. Er führte
eigene Experimente durch, die MENDELs Werk ergänzten.
BATESON war es, der im Jahre 1906 den Begriff "Genetik"
- abgeleitet vom Griechischen genea = Abstammung, Geschlecht, Gattung
sowie genesis = Ursprung - für die Wissenschaft von der Vererbung vorschlug.
BATESON wurde durch die Wiederentdeckung der Arbeiten MENDELs und durch
seine eigenen Experimente Wegbereiter des rasanten Fortschritts der Genetik
im 20. Jahrhundert. Seine Theorie über diskontinuierliche Evolutionsabläufe
gilt heute allerdings nicht mehr als exaktes Modell.
Am 8. Februar 1926 starb BATESON in Merton bei London.
Leistungen und beruflicher Werdegang