
Koffein auch Coffein, engl. caffeine oder chem. 1,3,7-Trimethylxanthin, ist der pharmakologisch aktive (arzneimittelähnlich wirkende) Hauptinhaltsstoff des Kaffees. Die Dimethylxanthinderivate, Theophyllin und Theobromin, sind ebenfalls in einer Vielzahl von Pflanzen vorhanden. Koffein gehört zur Gruppe der Alkaloide. (Alkaloide sind meist basische, "alkaliähnliche" Naturstoffe mit mindestens einem Stickstoffatom und nicht selten sehr komplizierten Strukturen. Sie finden sich in vielen Pflanzen und besitzen größtenteils eine ausgeprägte physiologische Wirkung).
Bei reinem Koffein handelt es sich um ein weißes kristallines Pulver oder seidenglänzende, ineinander verfilzte Nadeln von bitterem Geschmack. Es sublimiert bei 178 °C und schmilzt bei 238 °C. Es ist leicht in Wasser (1 g/46 ml) und sehr leicht in heißem Wasser (1 g/1,5 ml) löslich.
Koffein ist der natürliche Inhaltsstoff von Blättern, Samen oder Früchten von über 60 verschiedenen Pflanzen. Die bekanntesten unter ihnen sind die Kaffee- (Coffea arabica; Coffea canephora robusta), Tee-, Mate-, Kakao-, Guarana- und Colapflanzen. Aufgrund verschiedener Zubereitungstechniken kann die mit dem Trinken aufgenommene Menge an Koffein sehr stark variieren.
| Zubereitung | Koffein (mg) | Toleranzbereich * |
| Kaffee (150 ml Tasse) | ||
| Schwallbrühverfahren |
115
|
60-180
|
| gefiltert |
80
|
40-170
|
| instant |
65
|
30-120
|
| entcoffeiniert |
3
|
2-5
|
| Espresso (30 ml Tasse) |
40
|
30-50
|
| Tee (150 ml Tasse) | ||
| gebrüht |
40
|
20-90
|
| instant |
30
|
25-50
|
| Eistee (240 ml Glas) |
45
|
45-50
|
|
Softdrinks
|
||
| Cola (180 ml Glas) |
18
|
15-30
|
| Kakaogetränke (150 ml) |
4
|
2-20
|
| Milchschokolade (30 g) |
6
|
1-15
|
| Halbbitterschokolade (30 g) |
20
|
5-35
|
* variiert entsprechend der Zubereitungsmethode, der verwendeten Pflanze,
Marke, etc.
(Quelle: IFIC, International Food Information Council)
Des Weiteren besitzt z. B. der Kaffeestrauch Coffea
canephora (robusta) mehr Koffein als
Coffea arabica (arabica).
Die meisten in Deutschland konsumierten Kaffeesorten verwenden die Stammpflanze
Coffea arabica. Durchschnittlich befinden
sich ca. 100 mg Koffein in einer Tasse Kaffee.
Koffeinfreier bzw. entkoffeinierter Kaffee wird erzeugt, indem dem Kaffee
das Koffein durch Extraktion mit entweder Wasser(dampf), organischen
Lösungsmitteln (Essigester; Dichlormethan) oder überkritischen
Gasen (Kohlendioxid) entzogen wird. Eine kleine Restmenge an Koffein
bleibt jedoch immer im Kaffee zurück. Aufgrund lebensmittelrechtlicher
Bestimmungen darf entkoffeinierter Kaffee max. 0,08 % Koffein und
"koffeinarmer" Kaffee max. 0,2 % Koffein enthalten. Bei
magenschonendem Kaffee ist dagegen der Koffeingehalt unverändert.
Hier werden lediglich die die Magenwand angreifenden Gerbstoffe, wie
z. B. Chlorogensäure und diverse Katechine reduziert.
Die im Angebot befindlichen Kaffeeersatzmittel stammen nicht vom Kaffeestrauch
ab und besitzen kein Koffein. Koffein ist auch in den Blättern
des Teestrauchs enthalten (dort früher als Teein
bezeichnet, Teein ist mit Koffein chemisch identisch). Der Koffeingehalt
von Tee ist in weit größerem Maße von der Art des Tees
und der Zubereitung abhängig. Wobei es für den Koffeingehalt
des Teegetränks uninteressant ist, wie lange der Tee gezogen hat,
da Koffein aufgrund seiner sehr guten Lösungseigenschaften in heißem
Wasser sofort in Lösung geht. Lässt man den Tee länger
ziehen, gehen nur immer mehr Gerbstoffe über und diese bedingen
dann auch den möglicherweise auftretenden bitteren Geschmack. Durchschnittlich
befinden sich ca. 40 mg Koffein in einer Tasse Tee.
Koffein wird auch einer Vielzahl von kohlensäurehaltigen Getränken
künstlich zugesetzt. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist es
vorgeschrieben, dass das zugesetzte Koffein dann auch als Inhaltsstoff
auf dem Etikett oder der Verpackung angegeben werden muss.
Es findet außerdem Verwendung in Arzneimitteln, z. B. Schmerz-,
Migräne-, Diät- und Erkältungsmitteln.
Nach Aufnahme in den Körper wird Koffein schnell ins Blut und Gewebe
resorbiert. Es wird im Körper nicht akkumuliert, schnell abgebaut
und ausgeschieden. Raucher sind in der Lage Koffein schneller abzubauen,
wohingegen eine Schwangerschaft zu einem verlangsamten Koffeinabbau
führt. Des Weiteren kann auch die Einnahme von bestimmten Antibabypillen
den Koffeinabbau verlangsamen.
Koffein hat einen stimulierenden Effekt auf das Zentralnervensystem, beschleunigt die Herzfrequenz und fördert die Harnausscheidung. Größere Mengen an Koffein können zu Muskelzittern, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche und Ideenflucht führen. Chronischer Missbrauch kann zu leichten Formen der Abhängigkeit führen mit beispielsweise Kopfschmerzen bei Entzug.
In wissenschaftlichen Studien zu Effekten des Koffeins auf die Gesundheit
wird von einer durchschnittlichen Koffeinaufnahme von 250 bis 600 g
Koffein täglich ausgegangen. Für diese Mengen konnten bisher
keine nachteiligen Effekte auf die Gesundheit beobachtet werden. Letztendlich
ist jedoch jeder selbst für die von ihm aufgenommene Menge an Koffein
sowie deren Folgen verantwortlich.