Zehn Regeln für eine vollwertige Ernährung
Für
eine ausgewogene Ernährung eignet
sich besonders die Vollwerternährung.
Das ist keine neue Erfindung. Schon in der Antike untersuchte der Arzt HIPPOKRATES
und auch PYTHAGORAS sowohl den therapeutischen als auch vorbeugenden Wert
pflanzlicher Rohkost. Vollwertkost ist eine überwiegend vegetarische
oder wenigstens fleischarme Ernährungsform.
Es werden solche Lebensmittel bevorzugt, die noch ihren "vollen Wert"
haben, also möglichst wenig verarbeitet sind.
Sieben Produktgruppen (die achte Gruppe umfasst Zucker, Schokolade und andere
Süßigkeiten) sind Bestandteil des Vollwert-Speiseplans, da sie
den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien
versorgen:
- Getreide, Getreideprodukte
- Obst
- Gemüse, Hülsenfrüchte
und Kartoffeln
- Getränke
- Milch und Milchprodukte
- Fisch, Fleisch und Eier
- Fette und Öle
- Zucker und andere Süßigkeiten
Sie sind im Ernährungskreis
dargestellt.
Zehn
Regeln für eine vollwertige Ernährung
- Regel 1: Vielseitig,
aber nicht zu viel
Nur eine abwechslungsreiche Ernährung kann den Bedarf an allen
wichtigen Nährstoffen über einen langen Zeitraum gewährleisten.
Ein Zuviel an Nahrung bringt dem Körper mehr Energie, als er verarbeiten
kann und belastet ihn damit unnötig.
- Regel
2: Weniger Fett und fettreiche
Lebensmittel,
dafür mehr Produkte mit niedrigem bzw. reduziertem Fettgehalt.
Um einen erhöhten Cholesterinspiegel zu vermeiden, sollten fettarme
Produkte und Pflanzenöle verwendet werden, die vorwiegend ungesättigte
Fettsäuren enthalten. Pflanzliche Fette sind tierischen vorzuziehen.
- Regel
3: Würzig ja, aber nicht
salzig.
Eine erhöhte Aufnahme von Speisesalz kann zu Bluthochdruck führen.
Daher sollte man nicht mehr als fünf Gramm Kochsalz am Tag zu sich
nehmen. Dies sollte, wenn keine anderen ärztlichen Bestimmungen
vorliegen, in der Form von iodiertem Meersalz erfolgen. Frische Lebensmittel
sind salzarm. Verarbeitete Produkte, wie Dosengemüse, Fischkonserven,
Fertiggerichte, Salami etc. sollten vermieden werden. Die Tüte
Kartoffelchips, eine Kombination aus Fett, Salz, Geschmacksverstärkern
und ein wenig der sonst gesunden Kartoffeln, sollte beim Händler
im Regal stehen bleiben.
- Regel
4: Wenig Zucker
Zucker verursacht Karies und kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel
aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sparsamer Umgang mit zuckerreichen
Getränken, Haushaltszucker und gezuckerten Süßigkeiten
wird empfohlen. Gerade bei modernen Getränken sollte man auf den
nicht sichtbaren Zuckergehalt achten. Wer würde schon in ein Trinkglas
11 Stückchen Würfelzucker dazugeben, um es dann zu trinken.
Aber genau so viel steckt tatsächlich in einer 0,33 l Dose Cola.
- Regel
5: Vollkornprodukte
Gerade die Randschichten und der Keimling des Getreides sind sehr vitamin-,
mineralstoff- und ballaststoffreich. In Weißmehlprodukten fehlen
genau diese wertvollen Bestandteile. Sie sollten daher gemieden und
statt dessen Naturreis, Vollkornbrot, Müsli etc. bevorzugt werden.
- Regel
6: Reichlich Gemüse, Kartoffeln
und Obst
Sie sind wichtige Lieferanten für Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.
Obst und Gemüse sollten täglich, ein Teil davon als Frischkost,
gegessen werden. Da Treibhausgemüse wesentlich höhere Nitratwerte
aufweist, ist es ratsam, saisonale Freilandprodukte zu kaufen, wenn
man die Wahl hat.
- Regel
7:
Weniger tierisches Eiweiß
Ein bis zwei Fleischgerichte und Eier in der Woche reichen aus. Wurstwaren
und Fleischkonserven sollte man meiden. Eine Kombination pflanzlicher
und tierischer Eiweißquellen kann den Eiweißbedarf am besten
abdecken. Die Zusammensetzung z.B. aus Kartoffeln und Eiern (das sogenannte
"Bauernfrühstück") ist sehr hochwertig.
- Regel
8: Trinken mit Verstand.
Der Körper besteht zu zwei Dritteln aus Wasser, das die Nährstoffe
aus der Nahrung löst und sie über das Blut in alle Körperzellen
und Organe transportiert. Je nach Körpergewicht benötigt ein
Erwachsener zwischen zwei und drei Liter Flüssigkeit am Tag. Am
besten geeignet sind: Wasser, Kräuter- und Früchtetees, sowie
verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Limonaden und Ähnliches
sind wegen des versteckten Zuckers zu meiden.
Milch ist auch eine wichtige Eiweiß- und Calciumquelle und liefert
die Vitamine
,
und A. Ultrahocherhitzte
Milch sollte vermieden und statt dessen möglichst unerhitzte oder
schonend erhitzte (pasteurisierte) Produkte verwendet werden.
- Regel
9: Öfter kleine Mahlzeiten.
Anstatt der üblichen drei Hauptmahlzeiten sollten besser fünf
kleine Mahlzeiten gegessen werden.
Große Mahlzeiten belasten die Verdauungsorgane und machen müde.
Bei langen Pausen zwischen den Mahlzeiten kommt es zu Leistungstiefs.
Wer stundenlang nichts isst, bekommt zudem leicht Heißhunger und
isst dann vielleicht mehr als er eigentlich möchte. Wenn die tägliche
Nahrung auf fünf Mahlzeiten verteilt wird, bleibt die Leistungskurve
stabiler. Bei den Hauptmahlzeiten sollte etwas Zurückhaltung geübt
werden, dafür zwischendurch kleine Snacks einplanen, z.B. Milch,
Joghurt, magere Ouarkspeisen, Vollkornkekse, Obst, Rohkost und dünn
belegte Brote.
- Regel
10: Schmackhafte und nährstoffschonende
Zubereitung
Durch zu lange Lagerung, falsche Zubereitung, zu langes Kochen etc.
werden viele wichtige Nährstoffe ganz oder teilweise zerstört.
Deshalb gilt vor allen Dingen: niedrige Temperaturen, kurze Kochdauer
und wenig Wasser, Salz und Fett verwenden. Wenn man keine Frischware
zur Verfügung hat, sollte man statt Konservendosen lieber auf Tiefkühlware
ausweichen. Sie ist schonender verarbeitet.