In
der Natur kommt der Campfer im Kampferbaum
selbst vor, in welchem man ihn zuerst schon in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts entdeckt hatte. Das Holz des Baumes enthält in seinen
Ölzellen und Interzellularräumen ein ätherisches
Öl, das bis zu 50 Prozent aus Campfer besteht. Der Kampferbaum
(Cinnamomum camphora) ist ein bis zu 50 m hoher, immergrüner Baum mit
glatten, glänzenden Blättern. Er gehört zu den Lorbeergewächsen.
Diese sind besonders in Asien beheimatet.
Auch aus anderen Lorbeergewächsen,
zu denen außer dem Kampferbaum auch Lorbeer selbst gehört, kann
man den Campfer gewinnen. Dazu extrahiert man ihn mithilfe von Wasserdampf
aus den Pflanzenteilen. Da er mit Wasser nicht gut mischbar ist, schwimmt
er wie eine Fettschicht oben auf und man kann ihn leicht abschöpfen.
Danach wird er durch Sublimieren nochmals gereinigt, weil alle Verunreinigungen
nicht bei 20°C verdampfen, kann man ihn leicht von ihnen trennen. Das
ist aufgrund der Eigenschaften des Stoffes möglich.
Campfer ist eine weiße, kristalline Substanz, die bei 179°C zu schmelzen beginnt und sich in Wasser nur sehr schlecht löst. Bereits bei 20°C sublimiert Campfer, d. h. er geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Darum nimmt man auch sehr leicht seinen intensiven Geruch war, sobald man ein Gefäß öffnet, in dem Campfer enthalten ist.
Campfer gehört zu den Ketonen,
denn die Moleküle besitzen eine Ketogruppe (
).
Das Kohlenstoffgerüst des Campfers besitzt einen ganz typischen Aufbau.
Diese Struktur wird als Norbornan-Struktur bezeichnet.

Wie an den Strukturformeln deutlich wird, treten hier zwei Isomere auf. Man bezeichnet sie als den (+)-Campfer, der auch Japancampfer genannt wird, und den (-)-Campfer oder Matricariacampfer. Diese beiden Moleküle verhalten sich wie Bild und Spiegelbild. Sie sehen auf den ersten Blick gleich aus, lassen sich aber nicht durch Drehen z. B. um 180° ineinander umwandeln, sondern nur durch eine Spiegelung. (Übrigens trifft das Gleiche auch auf unsere beiden Hände zu, deshalb bezeichnet man manchmal diese Form der Isomere auch als Händigkeit.)
Verwendet wird der Campfer zum einen in vielen medizinischen
Salben, die zum Einreiben bei Rheuma, Schmerzen, Muskelentzündungen
oder Verstauchungen gedacht sind, ist aber auch Bestandteil von Erkältungssalben.
Dies ist möglich, weil Campfer beim Einatmen schleimlösend und
entkrampfend auf die Bronchien wirkt. Außerdem erzeugt der Stoff
bei äußerlicher Anwendung eine örtlich vermehrte Blutfülle
und ist leicht lokalanästhetisch und antiseptisch. Innerlich sollte
man Campfer nicht anwenden, denn dann kann es zu Vergiftungserscheinungen
kommen. Insbesondere Kinder sind gefährdet, weil für sie schon
geringere Mengen toxisch sind.
Des weiteren benutzt man Campfer, weil er so leicht verdampft und einen
sehr intensiven Geruch aufweist als Mottenbekämpfungsmittel. Um Celluloid,
welches früher als Filmmaterial verwendet wurde, weich und geschmeidig
zu machen, verwendet man ebenfalls Campfer.