


Das Wasser der Erde
Etwa 71 % der Erdoberfläche sind von Wasser
bedeckt.
Das gesamte Wasservolumen wird auf 1,39 Milliarden Kubikkilometer geschätzt,
das entspricht dem Volumen eines Würfels von 1100 km Kantenlänge,
vergleichbar etwa mit der Luftlinie von Flensburg bis Venedig.
Trotz dieser scheinbaren Unerschöpflichkeit der Vorräte ist
Wasser ein kostbares Gut.
Ohne Wasser wäre die Erde ein toter Planet, denn das Leben hat sich
im Wasser entwickelt. Auch heute benötigen alle Lebewesen auf der
Erde Wasser. Die meisten biologischen Prozesse sind ohne Wasser nicht
möglich. Aber auch in Haushalt und Industrie geht es nicht ohne Wasser.
In unserer Umwelt kommt Wasser in allen drei Aggregatzuständen vor, als Wasserdampf in der Atmosphäre (Bild 1), als Flüssigkeit in den Gewässern und als Eis in Gletschern und Polarkappen. Das natürliche Wasser ist nie chemisch rein, es enthält neben gelösten Gasen (Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoffdioxid) meist noch gelöste Mineralsalze und organische Verbindungen.
Der weitaus größte Teil des Wassers, über 97 %
befindet sich als Salzwasser in den Weltmeeren, nur 2,5 % sind Süßwasser
mit einem Salzgehalt unter 1 g/l. Nur dieses ist zur Gewinnung von Trink-
und Brauchwasser geeignet und nur etwa 0,5 % der gesamten Wassermenge
stehen als Grundwasser und Wasser in Seen und Flüssen für diese
Zwecke zur Verfügung (Bild 2).
Der natürliche Kreislauf des Wassers
Das entscheidende Moment für die Erhaltung des Süßwasserbestandes
auf der Erde ist der Wasserkreislauf
der Natur, der von der Sonne angetrieben wird. Dabei finden folgende miteinander
verbundene Prozesse statt (Bild 3).
In den Gletschern und im Eis der Polargebiete gespeichert (Bild 4) wird Wasser über lange Zeiträume dem Kreislauf entzogen. Durch chemische Untersuchung von Eis aus Bohrkernen der Antarktis und Grönlands konnten wertvolle Informationen über das Klima der Vergangenheit gewonnen werden.
Die durchschnittliche Verweildauer eines Wassermoleküls beträgt:
Der Einfluss des Menschen
Der Mensch greift in den natürlichen Wasserkreislauf durch Wasserentnahme
aus Flüssen, Seen und dem Grundwasser sowie Wasserrückführung
in die Gewässer ein.
Je nach Nutzung unterscheidet man Trink- und Brauchwasser.
Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel. Daher werden an seine Reinheit
sehr hohe Anforderungen gestellt. Trinkwasser muss meist sehr aufwändig
aufbereitet werden.
Wenn man aber bedenkt, dass in Deutschland nur etwa 2 % des Trinkwassers tatsächlich für die Ernährung genutzt werden, ergibt sich die Frage des Einsatzes von weniger gut gereinigtem Wasser für andere Zwecke (z. B. Toilettenspülung, Autowäsche, Gartenwasser).
Brauchwasser wird in der Wirtschaft für verschiedene Zwecke benötigt,
z. B. als Kühlwasser in Kraftwerken, als sogenanntes Prozesswasser
in der chemischen Industrie oder zur Bewässerung in der Landwirtschaft.
Je nach Einsatz werden an die Qualität sehr unterschiedliche Anforderungen
gestellt.
Durch die Nutzung von Brauchwasser und dessen Rückführung in
die Gewässer kann es zu Umweltbelastungen kommen. Einerseits können
die Trinkwasserquellen verunreinigt werden, so dass die Aufbereitung erschwert
wird, zum anderen können die Lebensbedingungen der im Wasser lebenden
Organismen beeinträchtigt werden.
Durch Überdüngung können gesundheitsschädliches Nitrat
und Biozide ins Grundwasser gelangen. Der Wasserverbrauch der Landwirtschaft
in wärmeren Ländern ist teilweise sehr hoch (z. B. Anbau
von Baumwolle). Dadurch kann die Trinkwasserbereitstellung gefährdet
werden.
Abprodukte der Industrie gelangen mit industriellen Abwässern in die Flüsse und verunreinigen diese. So wurden früher die bei der Gewinnung von Kalisalz-Düngern anfallenden Begleitsalze (Natrium-, Calcium- und Magnesiumsalze) in die Flüsse (Werra, Rhein) eingeleitet und verursachten eine Versalzung dieser Gewässer.
Ein weiteres Problem neben der Gewässerverunreinigung ist auch
die Erwärmung der Flüsse durch Kühlwasser von Kraftwerken.
Das kann besonders im Sommer negative Folgen haben, da sich im warmen
Wasser weniger Sauerstoff löst und dann die Fische ersticken.