

Entdeckung
des Grundprinzips
Bereits 1839 demonstrierte der englische Astronom und Physiker WILLIAM
GROVE (1811 - 1896) im Labor die prinzipielle Wirkungsweise eine Brennstoffzelle:
Elektrolytisch erzeugter Wasserstoff und Sauerstoff wird Elektroden aus
Platin zugeführt. Dabei bildet sich zum einen Wasser, zum anderen entsteht
zwischen den Elektroden eine Spannung, die zu einem Strom führt (Bild
1).
Die Entwicklung einer leistungsfähigen elektrischen Quelle erwies sich allerdings als so schwierig, dass dieses Konzept nicht weiter verfolgt wurde. Hinzu kommt, dass mit der Entdeckung des elektrodynamischen Prinzips im Jahre 1866 durch WERNER VON SIEMENS (1816-1892) die Konstruktion von Dynamomaschinen möglich wurde, mit denen ausreichende Mengen elektrischer Energie erzeugt werden konnten.
Moderne Brennstoffzellen
Nach Vorarbeiten durch britische und russische Wissenschaftler in den
1930er Jahren gelangte die Brennstoffzelle nach dem Zweiten Weltkrieg
wieder mehr und mehr in den Mittelpunkt des Interesses der Forschung.
Der Grund hierfür waren einerseits Fortschritte in der Materialwissenschaft
und Elektrochemie, welche effizientere und haltbarere Zellen ermöglichten.
Andererseits suchte man im Kalten Krieg während des "Wettlaufs
zum Mond" (1961-1969) und des Wettrüstens zwischen den USA und
der Sowjetunion nach Stromquellen mit langen Betriebsdauern, zum Beispiel
für Raketen, Satelliten oder U-Boote. Die erste praktische Anwendung
von Brennstoffzellen war die Stromversorgung der US-amerikanischen Gemini-Weltraummissionen
ab 1963. Auch die Raketen des Apolloprogramms, mit denen 1969 erstmals
Menschen zum Mond flogen, sowie der Space
Shuttle wurden mit Brennstoffzellen ausgerüstet.
Im Laufe der 70er Jahre gelangte der anthropogene, vom Menschen verursachte
Treibhauseffekt in zunehmendem Maße
ins öffentliche Bewusstsein. Seitdem wird verstärkt an der Entwicklung
von Brennstoffzellen für die allgemeine Stromversorgung und auch
als Fahrzeugantrieb geforscht; Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff und
Sauerstoff betrieben werden, erzeugen nämlich lediglich Wasser oder
Wasserdampf als Abgas. Allerdings ist noch nicht abschließend geklärt,
welche Effekte große Mengen an freigesetzten Wasserstoff auf die
Ozonschicht der Erde haben würde.
Heute wird daran gearbeitet, sie als Energielieferanten für Elektroautos
und sogar in Kraftwerken einzusetzen. Es gibt bereits eine Reihe von Prototypen
von Autos mit Brennstoffzellenantrieb (Bild 3) und mehrere kombinierte
Brennstoffzellen-Heizkraftwerke, die auf ihre Praxistauglichkeit getestet
werden.
Die Brennstoffzelle
Konventionelle Brennstoffzellen
nutzen den Vorgang der gesteuerten Knallgasreaktion (Redoxreaktion) zwischen
Sauerstoff und Wasserstoff. Wird gereinigter Sauerstoff in einem geringeren
Verhältnis zu Wasserstoff als 1 : 2 gegeben bzw. fehlt eine Zündquelle
zur Überwindung der Aktivierungsenergie, so kann diese chemische Reaktion
kontrolliert zur Umwandlung in elektrische Energie genutzt werden. Man
bezeichnet diese Reaktion auch von der "kalten Verbrennung".
Eine Brennstoffzelle (Bild 2) besteht aus zwei elektrochemischen Halbzellen,
die durch eine Polymermembran getrennt sind. Diese Membran besitzt
eine Dicke von ca. 0,1 mm und ist undurchlässig für Wasserstoff, Sauerstoff
und die elektrischen Ladungsträger (Elektronen), während die Oxonium-Ionen
(Protonen) durch die Membran gelangen. Man spricht auch von einer semipermeablen
Membran, die nur für ganz bestimmte Ionen oder Teilchen durchlässig ist.
Als Elektroden werden Grafit mit einer katalytischen Schicht aus
Platin bzw. Platin-Legierungen mit sehr großen Elektrodenoberflächen (hohe
Rauhigkeit bzw. hohe Porosität) eingesetzt, um so einen entsprechenden
elektrochemischen Umsatz zu erreichen. Die Elektroden müssen die
Redoxreaktionen bei möglichst niedrigen Temperaturen erlauben und
gegen den Elektrolyten beständig sein.
Als Elektrolyt dient z. B. Kalilauge.
Die Anode wird mit Wasserstoff und die Katode mit Sauerstoff
versorgt. Die bei der Oxidation abgegebenen Elektronen fließen von
der Anode zur Katode und können von einem Verbraucher genutzt werden.

Letztendlich stellt die Gesamtelektrodenreaktion die Verbrennung
von Wasserstoff mit Sauerstoff dar.
Die Vorteile der Brennstoffzelle bestehen darin, dass die Rohstoffe Sauerstoff und Wasserstoff nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehen und dass das Reaktionsprodukt Wasser ökologisch unbedenklich ist. Außerdem ist der Wirkungsgrad, also das Verhältnis von erzeugter elektrischer zu aufgewandter chemischer Energie in Brennstoffzellen sehr hoch. Während etwa Solarzellen Werte von höchstens 20 % und ein Ottomotor einen Wirkungsgrad von 25 % (Dieselmotor bis 40 %) erreicht, liegt der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen zwischen 40 % und 65 %. Mithilfe von Brennstoffzellen lässt sich darüber hinaus der Wirkungsgrad anderer Energiewandlungsanlagen kräftig steigern. So können Hochtemperaturbrennstoffzellen in Blockheizkraftwerken eingesetzt werden, deren Prozesswärme die Voraussetzung für den Betrieb der Brennstoffzellen liefert. Diese wandeln zugeführte chemische Energie (Wasserstoff und Sauerstoff) in elektrischen Strom um, wodurch der Wirkungsgrad der Gesamtanlage auf 70 % - 80 % anwächst - weit mehr als die knapp 60 %, die moderne Gaskraftwerke erreichen.
Die Nachteile ergeben sich aus der Verwendung von teurem und mit Luft hoch explosivem Wasserstoff. Anoden- und Katodenraum müssen strikt voneinander getrennt sein. Die sehr kleinen Wasserstoffmoleküle können trotzdem durch viele "dichte" Materialien hindurch diffundieren und so gefährliche Unfälle verursachen. Außerdem ist noch ungeklärt, welchen Effekt große Mengen an Wasserstoffmolekülen in der Atmosphäre, beispielsweise in der Ozonschicht ausüben..
Auch das "Nachtanken" von Wasserstoff als Kraftstoff ist nicht unproblematisch. Bei der Verwendung in Kraftfahrzeugen werden besonders hohe Anforderungen an das Volumen und die Dichtigkeit des Tanks sowie der Tankverschlüsse gestellt. Wasserstoff ist ein Gas mit geringem Kompressionsvermögen, sodass bei einem begrenzten Tankvolumen die Reichweite mit einer Tankfüllung nicht sehr groß ist. Weitere Sicherheitsprobleme ergeben sich aus der Explosivität von Wasserstoff-Luft-Gemischen. Um dieses Problem zu umgehen, wurde ein Reformierung genanntes Verfahren entwickelt. Darunter versteht man die Abspaltung von Wasserstoff aus Kohlenwasserstoffen, etwa Erdgas (Hauptbestandteil: Methan) oder Alkohol (Methanol) innerhalb oder außerhalb der Zelle. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass anstatt des teuren und gefährlichen Wasserstoffgases flüssiger Alkohol oder das preiswerte Erdgas als Betriebsstoff zugeführt werden kann. Nachteilig ist, dass die Reformierung Energie verbraucht, wodurch der Gesamtwirkungsgrad herabgesetzt wird.
Brennstoffzelltypen
Eine Einteilung der verschiedenen bisher entwickelten Varianten der Brennstoffzelle
erfolgt meist nach der Betriebstemperatur. Niedertemperaturbrennstoffzellen
haben Betriebstemperaturen von unter 100 °C. Auf Grund des notwendigen
Einsatzes von Wasser können diese Brennstoffzellen nur bei relativ niedrigen
Temperaturen betrieben werden, da Wasser unter Normaldruck beginnen würde
zu sieden. Nur durch Druckerhöhung in der Brennstoffzelle könnten höhere
Temperaturen erreicht werden. Damit in diesem Temperaturbereich eine ausreichend
hohe Reaktionsgeschwindigkeit erreicht wird, müssen die Elektroden
mit einem speziellen Katalysatormaterial beschichtet sein.
Die Vorteile dieser Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen liegen vor allem
in ihrer hohen Flexibilität, d. h. der Möglichkeit, diese Zellen
je nach Bedarf ein- und auszuschalten. Die Zellen erreichen schnell die
notwendige Betriebstemperatur, da sie sich durch die eigene Wärmeproduktion
der Zelle schnell aufheizt.
Zu den Niedertemperaturbrennstoffzellen zählt vor allem die alkalische
Brennstoffzelle (AFC, alkaline fuel cell). Dieser Typ mit einer Betriebstemperatur
von 80 °C bis 90 °C benutzt Wasserstoffgas als Brennstoff sowie
Sauerstoff oder Luft als Oxidationsmittel. Namensgebend ist der Elektrolyt,
eine alkalische Lauge wie Natron- oder Kalilauge. Da die starke Elektrolytlauge
die meisten Polymere und viele andere Stoffe angreift, ist die Konstruktion
langlebiger AFCs nicht einfach. Sie werden jedoch seit Jahren mit Erfolg
im Space Shuttle eingesetzt, und zwar nicht nur zur Strom-, sondern auch
zur Wasserversorgung!
Bei 60 °C bis 80 °C wird die Polymer-Elektrolytmembran-Brennstoffzelle
(PEMFC) betrieben. Der Elektrolyt besteht aus einer dünnen, Protonen
(bzw. Oxonium-Ionen) leitenden Membran aus Perfluorosulfonsäure oder
einem anderen Polymer-Ionenleiter, welche sich zwischen zwei ebenfalls
flach ausgeführten Elektroden befindet. Eine Zelleneinheit besteht
aus vielen hintereinandergeschalteten Membran-Elektroden-Kombinationen.
Beide Niedertemperaturzellen eignen sich prinzipiell für die Anwendung
als Fahrzeugantrieb, jedoch muss reiner Wasserstoff getankt werden oder
eine externe Reformierung erfolgen, da die Betriebstemperatur für
eine gekoppelte Reformierung zu niedrig ist.
Mitteltemperaturbrennstoffzellen arbeiten bei 100 °C bis 600 °C. Ein Beispiel dafür ist die Phosphorsäure-Brennstoffzelle (PAFC, phosphoric acid fuel cell). Die Kohleelektroden tragen eine Katalysatorbeschichtung, der Elektrolyt ist Phosphorsäure. Die poröse Stützstruktur, welche den flüssigen Elektrolyten enthält, besteht aus speziellem Grafit, was die Gesamtkosten beträchtlich erhöht. Phosphorsäurezellen können mit Wasserstoff, der Kohlenstoffdioxid enthält, oder reformiertem Methan betrieben werden.
Hochtemperaturbrennstoffzellen
arbeiten bei 500 °C bis 1000 °C, zum Teil auch darüber. Zwei
Typen von Brennstoffzellen dominieren zurzeit im Hochtemperaturbereich:
die Schmelzcarbonat- und die Festkeramik-Brennstoffzelle. Die Schmelzcarbonat-Brennstoffzelle
(MCFC, molten carbonate fuel cell) entält geschmolzenes Calcium-
oder Kaliumlithiumcarbonat als Elektrolyt, die Betriebstemperatur liegt
bei 650 °C. Als Brennstoff dient eine Mischung aus Wasserstoff und
Kohlenstoffmonooxid, das aus Wasser und einem fossilen Energieträger
(z. B. Erdöl) gewonnen wird. Im Betrieb verbinden sich zunächst
die Carbonat-Ionen des Elektrolyten mit Wasserstoff und Kohlenstoffmonooxid
und bilden dann mit dem zugeführten Sauerstoff Wasser und Kohlenstoffdioxid.
Als Strukturmaterialien für Pumpen, Lager u. a. werden Metalle
und Spezialkunststoffe benutzt, wodurch dieser Zelltyp zwar dreimal teurer
als AFCs, jedoch immer noch preiswerter als PAFCs ist. Mit Hochtemperatur-Brennstoffzellen
können Wirkungsgrade von über 50 % erreicht werden. Neben den hohen Temperaturen
stellt auch die Tatsache, dass Kohlenstoffmonooxid ein starkes Atemgift
ist, die Ingenieure vor Probleme.
Mit 850 °C -1000 °C benötigt die Polymer-Elektrolytmembran-Brennstoffzelle
(SOFC, solid oxide fuel cell) die höchsten Betriebstemperaturen.
Als Elektrolyt dient das feste keramische Zirkondioxid. Anders als in
den Protonen leitenden sauren und alkalischen Flüssigelektrolyten
wandern hier Sauerstoff-Ionen (bzw. Oxid-Ionen) durch den Festelektrolyt
von der Katode zur Anode. Das passiert allerdings nur bei den genannten
hohen Temperaturen, weswegen für den Betrieb einer SOFC von außen
Wärme zugeführt werden muss. Hochtemperaturbrennstoffzellen
sollen zum Beispiel in Verbindung mit Heizkraftwerken eingesetzt werden.
Durch die Abwärme der Kraftwerke werden sie auf Betriebstemperatur
gebracht. Dadurch verschlechtert sich zwar die Energiebilanz, andererseits
könnte bei den hohen Temperaturen die Reformierung besonders effektiv
genutzt werden, sie könnte nämlich ohne weitere Energiezufuhr
vor Ort, also innerhalb einer Zelle, erfolgen.
Erste Versuche gibt es auch zu Biobrennstoffzellen. Diese verwenden
nur Grafit als Elektrodenmaterial und die katalysierende Wirkung wird
durch Enzyme erreicht. Die Protonen in Biobrennstoffzellen werden nicht
direkt aus Wasserstoff umgewandelt, sondern aus organischen Substanzen,
wie Ethanol oder Methanol, umgesetzt. Die Enzyme spalten an der Anode
von den Alkoholmolekülen Oxonium-Ionen ab. Der Nachteil der Biobrennstoffzellen
ist, dass die Enzyme sehr sensibel auf Temperatur- bzw. auch pH-Änderungen
reagieren und schon bei kleinen Schwankungen unbrauchbar werden. Deshalb
wurden die Enzyme in einer porösen Polymerfolie verankert, die sich direkt
um die Grafitelektrode befindet. Die Alkoholmoleküle können durch diese
Poren zu den relativ großen Enzymmolekülen diffundieren und dort erfolgt
der Prozess der Deprotonierung des Alkohols.
Anwendungen
Fahrzeugantrieb:
Relativ weit entwickelt ist der Einsatz der Brennstoffzelle - in Verbindung
mit einem Elektromotor - zum Antrieb von Personen- und Nutzfahrzeugen.
Pionier dieser Entwicklung war der Daimler-Benz-Konzern, der 1994 das
Versuchsfahrzeug Necar-I (New Electric Car), einen Kleintransporter, vorstellte,
der mit einer Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzelle ausgestattet war (Bild
3). Im März 1999 wurde der auf der A-Klasse basierende Necar-4 präsentiert,
nach Firmenangaben der erste emissionsfreie Brennstoffzellenpersonenwagen;
er hat eine Leistung von 56 Kilowatt und erreicht über 100 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Auch andere Fahrzeughersteller arbeiten an entsprechenden Antriebsystemen.
Allerdings sind nur mit reinem Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenfahrzeuge
wirklich emissionsfrei, Fahrzeuge, die reformierte Kohlenwasserstoffe
verwenden, emittieren das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, wenn auch in
deutlich geringerem Ausmaß als herkömmliche Verbrennungsmotoren.
Welches der beiden Konzepte sich langfristig durchsetzen wird - entweder
emissionsfrei, aber Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur, oder niedrige
Kohlenstoffdioxidemission unter Nutzung der bestehenden Tankstelleninfrastruktur
-, kann heute noch nicht abgesehen werden. Die geringen oder verschwindenden
Schadstoffemissionen sind nicht der einzige Vorteil des Brennstoffzellenantriebs:
Er ist lärmarm, nahezu vibrationsfrei, sehr wartungsfreundlich und
hat aufgrund des hohen Wirkungsgrads einen relativ niedrigen Verbrauch.
Der größte Nachteil ist die Gefahr einer Explosion des Wasserstofftanks
bei Unfällen sowie die noch relativ geringe Reichweite.
Kraftwerke:
Die zweite kommerziell aussichtsreiche Anwendung der Brennstoffzelle ist
die Stromerzeugung in Großkraftwerken oder lokalen Blockheizkraftwerken.
Für große Anlagen bieten sich Hochtemperaturzellen auf der
Basis von Feststoffkeramikelektrolyten (SOFC) an, die mit der in einem
Kraftwerk anfallenden Prozesswärme auf Betriebstemperatur gebracht
werden können.
Am 19. Juni 2000 ging in Berlin-Treptow die erste Brennstoffzellenanlage
Europas und die weltweit zweite Anlage mit einem PEMFC-Testaggregat in
Betrieb. Die 250-kW-Anlage ist am Bewag-Heizkraftwerk Treptow installiert.
Für die Strom- und Wärmeerzeugung wurde Erdgas und Wasserstoff genutzt.
Der benötigte Wasserstoff wird mithilfe einer Solaranlage durch Elektrolyse
erzeugt.
In Essen ist eine Demonstrationsanlage mit 300 Kilowatt Leistung ebenfalls
im Jahr 2000 in Betrieb gegangen.
Raumfahrt: Das erste und am längsten erprobte Einsatzgebiet der Brennstoffzelle ist die Raumfahrt. AFCs haben viele, vor allem bemannte Raummissionen begleitet. Der Space Shuttle besitzt drei 92 Kilogramm schwere Brennstoffzelleneinheiten mit je 14 Kilowatt Leistung. Gleichzeitig produziert die Anlage sieben Liter Wasser pro Stunde. Der Wirkungsgrad der in der Raumfahrt benutzten Niedertemperaturzellen liegt mittlerweile bei über 80 %.
Solare Wasserstoffwirtschaft
Brennstoffzellen allein lösen trotz ihrer vielen Vorteile nicht das
Problem der Klimaerwärmung durch die Verstärkung des natürlichen
Treibhauseffekts. Die entscheidende Frage ist, auf welche Weise der Wasserstoff
als Brennstoff gewonnen wird. Geschähe dies auf herkömmliche
Weise durch Elektrolyse mit Strom aus Kohlekraftwerken, so würde
die Kohlenstoffdioxidemission nur von der Brennstoffzelle in das Kraftwerk
verlagert. Daher spielt in heutigen Szenarien für eine globale nachhaltige
Energiewirtschaft die solare Wasserstoffwirtschaft eine große Rolle.
Diese verbindet die Stromerzeugung aus Wasserstoff mit der Gewinnung von
Wasserstoff durch Ausnutzung der Sonnenenergie. Der Strom, der für
die Erzeugung von Wasserstoff aus Wasser benötigt wird, könnte
beispielsweise fotovoltaisch, also mit Solarzellen, gewonnen werden. Die
Hauptschwierigkeit der Wasserstoffwirtschaft ist der sichere Transport
und die Lagerung von großen Mengen von Wasserstoff, sollte dieser
zum Hauptenergieträger der Weltwirtschaft werden. Die hierzu notwendigen
Entwicklungskosten sollten aber durch die Vorteile einer praktisch unerschöpflichen
und klimaverträglichen Energiequelle mehr als aufgewogen werden.