








Eigenschaften
der Elemente
Die Elemente der 2. Hauptgruppe werden auch als Erdalkalimetalle
bezeichnet. Zu ihnen gehören Beryllium (Be), Magnesium (Mg), Calcium
(Ca), Strontium (Sr), Barium (Ba) und Radium (Ra). Sie besitzen zwei Elektronen
in der äußeren Schale.
Die Erdalkalimetalle haben viele Gemeinsamkeiten. Sie sind alle, wie der Gruppenname nahelegt, Metalle. Da ihre Dichten unter 4,5 g / cm³ liegen, handelt es sich um Leichtmetalle. Außerdem sind sie weich und daher leicht verformbar. Nur Beryllium fällt aus der Reihe: Es ist spröde und hart und besitzt einen deutlich höheren Schmelz- und Siedepunkt als die übrigen Elemente der 2. Hauptgruppe (Bild 1).
Edelgaskonfiguration erreichen die Erdalkalimetalle, indem sie ihre beiden
Außenelektronen abgeben. Im Vergleich zu den Alkalimetallen sind
sie jedoch weniger reaktiv, weil es eine höhere Ionisierungsenergie
erfordert, zwei Außenelektronen abzuspalten als eins wie bei den
Alkalimetallen. Dies lässt sich damit begründen, dass die Erdalkalimetalle
eine höhere Kernladung und somit entsprechend kleinere Atomradien
aufweisen als die Alkalimetalle.
Innerhalb der Gruppe nimmt die Reaktivität von oben nach unten zu,
weil zwischen den Außenelektronen und dem Atomkern immer mehr volle
Elektronenschalen liegen und so der Abstand der Außenelektronen
zum Kern immer größer wird. Daraus ergibt sich, dass diese
vom Atomkern weniger stark angezogen werden und somit leichter abgespalten
werden können.
Die Erdalkalimetalle geben leicht ihre beiden Außenelektronen ab, wobei zweifach positiv geladene Ionen entstehen, und sind daher unedle Metalle, die an der Luft oxidiert werden. Beryllium und Magnesium bilden aber stabile Oxidschichten aus und werden dadurch passiviert, d. h. nur ihre Oberfläche wird oxidiert. Diese Passivierung bewirkt auch, dass Wasser Beryllium und Magnesium nur langsam angreift. Calcium, Strontium und Barium hingegen reagieren mit Wasser zu den Hydroxiden, wobei Wasserstoff entsteht. Wie die Alkalimetalle, so sind also auch die Erdalkalimetalle Basenbildner.
Ansonsten reagieren die Chalkogene gut mit Nichtmetallen, z. B. mit Sauerstoff
oder mit den Halogenen.
Mit Säuren bilden sie ebenfalls Verbindungen, die zum Teil von großer
wirtschaftlicher Bedeutung sind. Wichtige Verbindungen sind beispielsweise
Calciumcarbonat (Kalkstein) und Calciumsulfat (Gips).
Die Wasserlöslichkeit der Erdalkaliverbindungen ist sehr unterschiedlich.
So löst sich z. B. Calciumchlorid sehr gut in Wasser, Calciumcarbonat
hingegen kaum.
Verwendung der Elemente
Magnesium und Calcium haben von den Elementen der 2. Hauptgruppe die größte
Bedeutung.
Technisch besitzt Magnesium große
Bedeutung als Bestandteil von über 300 Legierungen mit mehr als 20
Metallen. Wegen ihrer geringen Dichte sind diese für den Fahr- und
Flugzeugbau geeignet. Legierungen mit einem Anteil von über 90% Magnesium
und Zusätzen von Aluminium, Mangan, Zink oder Kupfer besitzen eine
besonders geringe Dichte und hohe chemische Resistenz gegen Fluss-Säure,
Alkalien sowie gegenüber Luftfeuchtigkeit. Calcium hat als Legierungsbestandteil
eine geringere Bedeutung.
Zusätze von Beryllium zu Kupfer
erhöhen die Härte, die Korrosionsbeständigkeit und die
Bruchfestigkeit enorm. Diese Legierungen werden daher für stark beanspruchte
Motorteile sowie für abriebfeste Bauteile verwendet.
Strontium hat keine besondere Bedeutung
für technische Anwendungen.
Alle Isotope des Radiums sind radioaktiv,
weswegen es technisch nicht verwendet wird. Das langlebigste Isotop
hat eine Halbwertszeit von 1 600 Jahren.
Vorkommen und Gewinnung
Beryllium gehört zu den seltenen
Elementen und kommt u. a. im Mineral Beryll
vor.
Vom Beryll ist übrigens unser Wort Brille abgeleitet, denn die ersten
Brillen wurden aus diesem Material hergestellt. Auch bei den Edelsteinen
Smaragd und Aquamarin (Bild 3) handelt es sich um Beryll, der Chrom bzw.
Eisen enthält.
Magnesium ist das achthäufigste
Element der Erdkruste, es ist als Magnesit
,
Dolomit
sowie in Silicaten weit verbreitet.
Die großtechnische Darstellung erfolgt durch Schmelzflusselektrolyse
von Magnesiumchlorid.
Calcium ist noch häufiger als
Magnesium und findet sich in riesigeren Vorkommen als Kalk (
),
Dolomit oder Gips (
)
bzw. Anhydrit (
).
Die technische Herstellung von elementarem Calcium erfolgt aluminothermisch,
d. h. durch Reduktion von Calciumoxid mit Aluminium:

Strontium und Barium
kommen häufig als Carbonate oder als Sulfate vor.
Durch Schmelzflusselektrolyse von Strontiumchlorid im Gemisch mit Strontiumfluorid
oder Kaliumchlorid kann elementares Strontium gewonnen werden.
Barium wird wie Calcium aluminothermisch hergestellt:

Erwähnt werden muss die biologische Bedeutung von Calcium und Magnesium.
2 % unseres Körpers bestehen aus Calcium. Hydroxylapatit,
,
ist ein wichtiger Baustein unserer Knochen und Zähne.
Magnesium ist das Zentralatom im Chlorophyll und somit an der umsatzstärksten
Reaktion der Erde, der Fotosynthese von Kohlehydraten und Sauerstoff aus
Wasser und Kohlenstoffdioxid beteiligt (Bild 5).
Ausgewählte Verbindungen der
Erdalkalimetalle
Oxide und Hydroxide
Die Oxide entstehen bei der thermischen
Zersetzung der Carbonate (Mg, Ca, Sr, Ba).

Magnesiumoxid MgO wird als Sintermagnesia
zur Herstellung von Laborgeräten (Tiegel, Magnesiastäbchen)
und als hochfeuerfester Baustoff genutzt.
Calciumoxid CaO (gebrannter Kalk,
Branntkalk, Ätzkalk) wird mit Wasser zu Calciumhydroxid
(Löschkalk) umgesetzt und als Bestandteil des Kalkmörtels verwendet.
Beim Abbinden bildet sich mit Kohlenstoffdioxid aus der Luft Calciumcarbonat,
dessen Kristalle die Baustoffe miteinander verbinden.
| Kalkbrennen: | |
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|
| Löschen von Kalk: | |
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|
| Abbinden von Kalkmörtel: | |
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Halogenide
Alle 24 möglichen Halogenide der Erdalkalimetalle sind bekannt. Von
den Fluoriden löst sich nur das Berylliumfluorid in Wasser.
Die Chloride, Bromide und Iodide sind teilweise sehr gut wasserlöslich.
Die löslichen Beryllium- und Bariumverbindungen sind stark giftig.
Andere Verbindungen der Erdalkalimetalle
Bei den Carbonaten
ist besonders Calciumcarbonat von Bedeutung. Wichtige Mineralien wie Kalk,
Kreide und Marmor (Bild 7), aber auch Perlen bestehen aus Calciumcarbonat,
das auf unterschiedliche Weise kristallisiert. Mit Säuren werden
die Carbonate aufgelöst, weil sich Kohlensäure bildet, die in
Kohlenstoffdioxid und Wasser zerfällt. Saure Reinigungsmittel lösen
daher Marmorplatten und Perlen auf.


Die Nitrate von Calcium, Strontium
und Barium werden, wie auch Magnesiumpulver, in der Feuerwerkerei genutzt,
weil sie bunte Flammenfärbungen zeigen. Calciumsalze ergeben eine
orangerote, Strontium eine rote und Calcium eine grüne Färbung.
Magnesium leuchtet sehr hell (Bild 9).
wird
es "gebrannter Gips" genannt und dient als Baustoff. Mit Wasser
reagiert gebrannter Gips unter Volumenzunahme zum Dihydrat
,
das auch Gips genannt wird. Diese Volumenzunahme
ermöglicht die Anfertigung von Gipsformen, die feinste Strukturen wiedergeben,
denn sie bewirkt, dass Gips in die kleinsten Ausbuchtungen gedrückt
wird (Bild 10).