



Kohle, Erdöl und Erdgas werden als fossile Brennstoffe bezeichnet. Sie dienen der Herstellung von Brenn- und Kraftstoffen, außerdem werden aus ihnen Rohstoffe für die chemische Industrie gewonnen.
Entstehung
Erdöl entsteht, wenn abgestorbene pflanzliche und tierische Kleinstlebewesen
(Plankton) in einem sauerstoffarmen Umfeld zersetzt werden, ohne dass
es zur Verwesung kommt. Solche Bedingungen findet man in abgeschlossenen
Meeresbecken. Hier ergibt sich eine Schichtung des Wassers: Oben befindet
sich eine etwa 150 Meter tiefe Schicht von sauerstoffreichem und salzarmem
Wasser, in der sich ein reiches Planktonleben entwickelt. Abgestorbene
Organismen sinken in die tiefere, lebensfeindliche Wasserschicht, die
durch Zersetzungsvorgänge arm an Sauerstoff, aber reich an Salz und
Schwefelwasserstoff ist, wodurch die Verwesung verhindert wird und die
organischen Reste konserviert werden.
Am Meeresboden lagert sich sogenannter Faulschlamm
ab, der aus Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten besteht. Dieser Faulschlamm
ist meist mit Sand und Ton vermischt, die durch die Flüsse eingetragen
werden. So entsteht ein unverfestigtes, feinkörniges Gestein, das
Erdölmuttergestein.
Der organische Anteil im Erdölmuttergestein beträgt nur wenige
bis höchstens sieben Prozent. Die Substanzen liegen dabei fein verteilt
vor. Durch fortschreitende Sedimentation gerät das Erdölmuttergestein
allmählich in tiefere Schichten. Dadurch steigen, wie bei der Kohleentstehung,
Druck und Temperatur (bis maximal 200 °C) und es kommt zur Umbildung
des Faulschlamms.
Aufgrund des zunehmenden Drucks der oberen Gesteinsschichten werden schließlich
die Poren des Erdölmuttergesteins zusammengedrückt. Dabei werden,
ähnlich wie beim Zusammendrücken eines Schwammes das Porenwasser,
Erdöl und Erdgas herausgequetscht.
Dieser Vorgang wird auch als das Austreiben oder die Auswanderung des
Erdöls bezeichnet (Migration).
Die Entstehung von Erdöl dauert normalerweise sehr lange. Teilweise
geht es aber auch, natürlich an geologischen Maßstäben
gemessen, sehr rasch vor sich und es werden nicht viel mehr als 10 000
Jahre gebraucht.
Erdöllagerstätten
Grobkörnige und poröse Gesteine mit entsprechenden Poren oder
Klüften, dazu zählen vor allem Sandsteine und zerklüftete
Kalksteine oder Dolomite, bilden die sogenannten Speichergesteine, in
denen sich die wandernden Substanzen sammeln.
Schon während der Migration trennen sie sich nach ihrer Dichte und
Viskosität auf. Im Speichergestein lagern dann zuerst (von oben nach
unten gesehen) Erdgas, Leichtöl, Schweröl, salzhaltige Ölwässer
und zu unterst Erdwachs.
Das Erdgas kann aber aufgrund seiner
Flüchtigkeit weiter wandern und bildet unter bestimmten Umständen
getrennte Lagerstätten.
Undurchlässige Deckschichten, die das Speichergestein nach oben abgrenzen,
sind eine wichtige Voraussetzung für die Bildung einer Lagerstätte,
denn sie verhindern eine weitere Migration (Bild 2).
Vorkommen
Die Hauptfördergebiete
liegen im Nahen Osten, auf der Arabischen Halbinsel mit den Ländern
Saudi-Arabien, Irak, Iran, Kuwait. Ein weiteres großes Abbaugebiet
ist der Golf von Mexiko, wo die USA, Venezuela und Mexiko ihr Öl
fördern. Mexiko und die USA besitzen allerdings auch große
Erdölfelder auf dem Festland. In Afrika fördern hauptsächlich
Algerien, Libyen und Nigeria Erdöl. Die größten Erdölvorkommen
in Europa lagern in Russland (Kaukasus, Sibirien) und Aserbaidschan, kleinere
Mengen auch in Rumänien.
Ein weiteres großes europäisches Fördergebiet ist die
Nordsee, aus der hauptsächlich die Anrainer Großbritannien,
Norwegen, die Niederlande und Deutschland Erdöl beziehen (Bild 3).
Deutsche Vorkommen gibt es ansonsten noch in Niedersachsen (bei Hannover
und im Emsland) und in Schleswig-Holstein.
Weiterhin sind auch große Lagerstätten an Ölsanden und Ölschiefern (Venezuela, Kanada) bekannt, die im Tagebau abgebaut werden können. Ölsande sind Mischungen aus Sand, Wasser und 5-15 % Erdöl.
Zur Gewinnung des Erdöls wird der Ölsand mit viel gegebenenfalls warmem Wasser aufgeschwemmt, wobei dann das Erdöl obenauf schwimmt. Sehr problematisch dabei sind der ernorme Wasserverbrauch und das Anfallen von großen Mengen mit ÖL verunreinigten Abwassers.
Erdölvorräte und Erdölverbrauch
Die Vorräte an fossilen Energieträgern, zu denen außer
Erdöl auch Kohle und Erdgas gehören, sind nicht unbegrenzt.
Derzeit decken Erdöl und Erdgas etwa 2/3 des Energiebedarfs, die
jährlichen Fördermengen
steigen leicht an (Bild 4). Die derzeit gesicherten Vorräte reichen
aber nur noch ca. 40-70 Jahre. Die Vorräte an Kohle sind deutlich
größer, sie dürften noch einige hundert Jahre reichen.
Eine Substitution von Erdöl und Erdgas durch Kohle ist aber nicht
ohne weiteres möglich. Die Gewinnung von flüssigen Treibstoffen,
wofür Erdöl hauptsächlich eingesetzt wird, ist zwar aus
Kohle grundsätzlich durch die Kohlehydrierung möglich, aber
viel aufwändiger als die Treibstoffgewinnung aus Erdöl.
Der größte Teil der Mineralölprodukte wird zur Energiegewinnung
genutzt. Nur 5-10 % des Rohöls dienen der Erzeugung von Rohstoffen
für die chemische Industrie, in der BRD beträgt der Anteil ca.
8%.