
Erklären ist eine Tätigkeit,
die eng mit Gesetzen und Modellen
verbunden ist.
Beim Erklären wird die Ursache einer Erscheinung
dargelegt. Dabei wird die Erscheinung auf das Wirken von Gesetzen zurückgeführt.
Die Erklärung enthält also eine logische Ableitung eines Sachverhaltes
aus bekannten Gesetzmäßigkeiten.
Diese Wirkungsbedingungen sind die wesentlichen
Seiten der Erscheinung.
Auch Modelle können zum Veranschaulichen der Erklärung herangezogen
werden.
Die Erklärung sollte zusammenhängend und geordnet formuliert
werden.
Erklären darf nicht mit dem Begründen
verwechselt werden. Erklärt werden Sachverhalte (Erscheinungen, die
Wirkungsweise von Geräten), begründet werden Aussagen.
Während beim Erklären immer auf Gesetze und Modelle zurückgegriffen
wird, können Begründungen objektiv oder subjektiv sein. Es ist
zweckmäßig, beim Erklären in folgenden Schritten vorzugehen:
Beispiel
Aufgabe:
Erkläre, warum beim Mischen von 50 ml Wasser mit 50 ml Ethanol
(umgangssprachlich Alkohol) nur 96 ml und nicht 100 ml Flüssigkeit
entstehen!
Erklärung:
Die beobachtete Erscheinung kann mit dem Teilchenmodell
erklärt werden.
Die Teilchen der gemischten Stoffe sind unterschiedlich groß. "Wasserteilchen",
also Wassermoleküle sind viel kleiner als "Ethanolteilchen"
(Ethanolmoleküle). Wassermoleküle bestehen nur aus 3 verbundenen
Atomen, Ethanolmoleküle dagegen aus 9 Atomen, sind demnach größer.
Diese Darstellung berücksichtig allerdings nicht die unterschiedliche Größe
verschiedener Atome.
Stellt man sich die Teilchen insgesamt als Kugeln vor, befinden sich
zwischen den Ethanolteilchen große Zwischenräume. In diese
Zwischenräume können sich die kleineren Wasserteilchen einlagern.
Das Volumen des Stoffgemisches ist kleiner als die rechnerische Summe
der Volumina der einzelnen Flüssigkeiten. (Auch die anziehenden Kräfte zwischen den Teilchen bewirken eine Verringerung des Volumens).
In einem Modellexperiment mit Erbsen (große Teilchen) und Reis,
oder Senfkörnern (kleinere Teilchen) kann man diese Erklärung
veranschaulichen.
Es werden genau 50 ml Erbsen und 50 ml Senfkörner abgemessen. Anschließend
mischt man beide und füllt sie erneut in einen Standzylinder.
Die kleineren Reiskörner lagern sich zwischen die Erbsen ein. Der
Raum zwischen den Erbsen wird dadurch besser ausgefüllt. Das Gesamtvolumen
des Gemisches ist deshalb kleiner als die Summe der Einzelvolumen der Menge
von Erbsen und Reiskörnern.