Verschiedene unedle Metalle wie Aluminium, Chrom oder Zink bilden an der Oberfläche eine fest haftende undurchlässige Oxidschicht. Diese schützt dann oft das Metall vor einem weiteren Angriff durch Sauerstoff, Wasser oder andere korrosive Stoffe. Bei Eisen bildet der Rost keine solche fest haftende Schicht, sodass die Korrosion fortschreitet. Wenn man auf das Eisen eine geeignete Schutzschicht aufbringt (z. B. durch Galvanisieren), wird eine weitere Korrosion des Metalls vermieden.
Galvanisieren ist die elektrolytische Herstellung metallischer Oberflächenschichten auf anderen Werkstoffen, die in der Regel ebenfalls metallischer Natur sind. Das Galvanisieren ist trotz seines Namens ein elektrolytischer Prozess und kann sowohl mit edleren als auch mit unedleren Metallen erfolgen. Die Oberflächenbeschichtung dient hauptsächlich dem Korrosionschutz des Werkstoffs, verbessert aber oftmals auch das Design z. B. durch Verchromen oder Verkupfern von Metallteilen (Bild 1).
Verchromen
Aufgrund seiner guten Luft- und Feuchtigkeitsbeständigkeit und de dekorativen Aussehens wird
Chrom für rostschützende Überzüge von Eisenteilen
von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern, aber auch für Wasserhähne
und Armaturen im Sanitärbereich verwendet.
Verzinken
Auf ähnliche Weise können Eisenteile elektrolytisch verzinkt
werden. Nach gründlicher Reinigung werden die Werkstücke in
eine saure
getaucht und katodisch Zink auf der Oberfläche abgeschieden (Video).
Verzinken kann man Metall- und
Kunststoffteile aber auch auf nichtelektrolytischem Wege, z. B. durch
Tauchen von größeren Metallteilen in geschmolzenes Zink. Dieses
Verfahren, bei dem ebenfalls sehr korrosionsbeständige bis zu 300
µm dicke Oberflächenschichten erzielt werden, ist kein galvanisches
Verfahren. Es wird Feuerverzinken oder Heißverzinken genannt.
Verkupfern
Als Elektrolyt dient hier eine Kupfer(II)-sulfat-Lösung. Die in der
Lösung vorhandenen Kupfer(II)-Ionen wandern zur Katode und scheiden
sich darauf als dünne Kupferschicht ab.
Das als Katode geschaltete, vorher gereinigte und polierte Werkstück
wird in einem trogförmigen Behälter mit einer dünnen Kupferschicht
überzogen.
Bei Kleinteilen (Schrauben) werden rotierende Tröge, bei Blechen
oder Drähten Durchlaufbäder benutzt.
Versilbern
Das Versilbern ist ebenfalls
ein Galvanisierungsprozess, bei dem ein edles, korrosionsbeständiges
Metalle elektrolytisch auf der Oberfläche unedlerer Metalle abgeschieden
werden. Auch die Beschichtung mit edleren Metallen muss elektrolytisch
erfolgen, da beim freiwilligen galvanischen Prozess das Edelmetall schwammig
und porös auf dem Werkstück abgeschieden wird. Die Beschichtung
wäre nicht nur optisch unattraktiv, sondern würde auch nur schlecht
haften und nicht den gewünschten korrosionshemmenden Effekt erzielen.
Galvanoplastik
Bei der Vervielfältigung von Plastiken oder Münzen oder zur
Erhöhung der dekorativen Wirkung z. B. von Gips- oder Plastteilen
wird die Galvanoplastik genutzt.
Die Werkstücke (Abguß oder Abform eines zu vervielfältigenden
Gegenstandes) werden mit einer dünnen Grafitschicht leitend gemacht.
Es ist auch möglich, durch Reduktion mit chemischen Reduktionsmitteln aus Lösungen eines Nickel-Salzes eine dünne Nickelschicht auf der Oberfläche von Plastikteilen abzuscheiden. In einer Kupfersalz-Lösung wird darauf auf elektrochemischem Weg Kupfer
abgeschieden.
Die abgeschiedene Kupferschicht lässt sich nach dem Vorgang leicht
als dünne Schicht ablösen und auf ein weiteres Formstück
übertragen. Da die Kupferschicht auch feinste Oberflächenstrukturen
enthält, entstehen hochwertige Duplikate.
Zink oder Zinn als Korrosionsschutz?
Die Metalle schützen Eisen auf unterschiedliche Weise.
Zink, obwohl ein unedles Metall im Vergleich zum Eisen, überzieht sich mit einer festhaftenden,
vor weiterem Angriff schützenden Oxidschicht.
Zinn ist edler als Eisen und wird von Feuchtigkeit und Sauerstoff nicht angegriffen.
Wird aber die Oberflächenschicht verletzt so beginnt ein unterschiedlich
verlaufender Prozess.
Das Zink geht langsam in Lösung, während das darunter liegende
Eisen, z. B. bei verzinkten Dachrinnen, weitgehend beständig bleibt
und erst dann angegriffen wird, wenn es zu großflächigen Zerstörungen
der Zink-schicht kommt.
Wird die Zinnschutzschicht verletzt, so setzt ein Unterrosten ein. Das
edlere Zinn bleibt erhalten, aber das darunter liegende Eisen geht nach
und nach in Lösung.
Nichtmetallische Überzüge
Auch nichtmetallische Überzüge werden mit galvanischen Verfahren hergestellt.
Bei der elektrolytischen Oxidation von Aluminium (Eloxal-Verfahren)
werden Aluminiumwerkstücke in einem schwefelsaurem Bad anodisch oxidiert.
Dabei wird das Werkstück mit einer Aluminiumoxid-Schicht überzogen.
Damit wird das unedle Aluminium wirksam vor Korrosion geschützt
Weitere Korrosionsschutzverfahren
Um die Korrosion bei sehr großen Bauteilen (Schiffe, Brücken)
die sich nicht im Ganzen galvanisieren lassen trotzdem in Grenzen zu halten,
wird eine Opferanode in Form eines unedleren Metalls (Magnesium,
Zink) angebracht.
Das Opfermetall liefert die Elektronen und wird, wenn erforderlich durch
neues Opfermetall ersetzt.