







aufweisen. Tatsächlich bleibt bei der vollständigen Entwässerung
von Kohlenhydraten nur reiner Kohlenstoff zurück (Bild 1).Monosaccharide (Einfachzucker) bestehen
nur aus einem Ring und sind nicht in kleinere Kohlenhydrate zerlegbar.
Dazu gehören die Glucose (Traubenzucker) und die Fructose (Fruchtzucker).
Disaccharide (Zweifachzucker) setzen
sich aus zwei miteinander verknüpften Monosacchariden zusammen und
können auch wieder in diese zerlegt werden. Die wichtigsten Beispiele
sind die Saccharose (Rohrzucker), die Maltose (Malzzucker) und die Lactose.
Polysaccharide (Mehrfachzucker) werden
aus vielen miteinander verknüpften Ringen gebildet und sind in entsprechend
viele einfache Kohlenhydrate zerlegbar. Stärke und Cellulose sind
Vertreter dieser Gruppe.
Außerdem unterteilt man die Kohlenhydrate auch nach den enthaltenen
funktionellen Gruppen, die maßgeblich das Reaktionsverhalten der
Zucker bestimmen. Je nachdem, ob das Molekül eine Aldehyd- oder eine
Keto-Gruppen enthält, nennt man die Verbindungen Aldosen
oder Ketosen.
Monosaccharide
Monosaccharide bestehen
aus einem Kohlenstoffgerüst mit drei (Triosen) bis maximal sieben
(Heptosen) Kohlenstoffatomen.
Pentosen und Hexosen können in einer Ketten- oder Ringform vorliegen,
die in wässriger Lösung im ständigen Gleichgewicht stehen
(Bild 3). Sowohl von der Kettenform (D- und L-Form, Enantiomere) als auch
von der Ringform (
Form,
Anomere) existieren verschiedene Isomere, die sich jedoch nur geringfügig
in ihren Eigenschaften unterscheiden. Das erste Kohlenstoffatom der Kettenform
nennt man anomeres C-Atom.
Die wichtigsten Vertreter der Pentosen sind die in den Nucleinsäuren
auftretenden Ribose (RNA) und Desoxyribose (DNA).
Glucose (Dextrose, Traubenzucker)
ist eine Hexose der Summenformel
und gehört zur Klasse der Aldosen. Die Kettenform zeichnet sich durch
eine Aldehyd-Gruppe am anomeren Kohlenstoffatom aus. Diese ist auch die
Ursache für die reduzierende Wirkung der Glucose, die den Nachweis
mit fehlingscher Lösung oder ammoniakalischer Silbernitratlösung
ermöglicht. Glucose bildet farblose, süß schmeckende Kristalle,
die gut in Wasser, aber schlecht in Alkoholen löslich sind. Glucose
erhält man bei der Hydrolyse von Rohrzucker; sie ist in vielen Früchten,
Honig und im Blutzucker von Wirbeltieren und Mensch zu finden (Bild 4).
Ist der Blutzuckergehalt höher als 0,1 g pro 100 ml Blut, so liegt
Diabetes vor. Als am häufigsten vorkommendes Monosaccharid ist die
Glucose Bestandteil vieler Di- und Polysaccharide.
Fructose (Fruchtzucker) ist
ebenfalls ein Monosaccharid mit der gleichen Summenformel wie Glucose
aber einer anderen Struktur (Bild 5). Hier verbinden sich innerhalb der
Ringform 4 Kohlenstoffatome und ein Sauerstoffatom. Betrachtet man die
Kettenform so sitzt am zweiten Kohlenstoffatom eine Keto-Gruppe. Deshalb
ist Fructose die wichtigste Verbindung aus der Gruppe der Ketosen. Man
erhält Fructose ebenso wie Glucose bei der Hydrolyse von Rohrzucker.
Sie ist in Früchten und Honig vorhanden und tritt oft als Zwischenprodukt
im Stoffwechsel von Lebewesen auf.
Disaccharide
Disaccharide bilden sich
aus zwei Monosacchariden unter Abspaltung von Wasser, wobei die Verknüpfung
über ein Sauerstoffatom erfolgt. Es wird nach zwei Verknüpfungstypen
unterschieden: bei dem Maltose-Typ findet die Verknüpfung über
das erste (anomere) Kohlenstoff der Kettenform des einen Monosaccharids
mit dem ersten oder vierten Kohlenstoffatom des anderen beteiligten Monosaccharids
oder
statt. Der Trehalose-Typ beschreibt die
und
Verknüpfung
(Bild 6).
Die bekanntesten Beispiele aus der Reihe der Disaccharide sind Saccharose,
Maltose und Lactose. Saccharose
(Rohrzucker) setzt sich aus einem Glucose- und einem Fructosemolekül
zusammen, die über ein Sauerstoffatom verbunden sind. Da sie nicht
reduzierend wirkt, erfolgt die Verknüpfung über das erste Kohlenstoffatom
der Glucose und dem zweiten Kohlenstoffatom der Fructose (Trehalose-Typ).
Saccharose bildet farblose, süß schmeckende und gut wasserlösliche
Kristalle. Sie ist die organische Substanz, die weltweit mit der größten
Menge an Reinsubstanz produziert wird. Gewonnen wird sie aus Zuckerrohr
und Zuckerrüben und findet Verwendung zum Süßen als auch
zur Herstellung und Konservierung süßer Lebensmittel (Bild
7).
Maltose (Malzzucker) setzt sich
aus zwei Glucose-Molekülen zusammen, die über ein Sauerstoffatom
und unter
verknüpft sind. Sie besteht aus farblosen, süß schmeckenden
und in Wasser löslichen Kristallen. Sie löst sich nicht in Ethanol
und hat reduzierende Eigenschaften (Nachweis mit fehlingscher Lösung).
Maltose ist in Kartoffelknollen, in keimendem Getreide und im Malzbier
zu finden. Innerhalb des Stoffwechsels von Lebewesen wird Maltose unter
Hydrolyse in zwei Glucose-Moleküle gespalten. Diesen Vorgang leiten
wir jeden Tag durch unsere Kaubewegungen im Mund ein. Außerdem ist
Maltose wiederum die wichtigste Disaccharideinheit von Polysacchariden.
Lactose (Milchzucker) ist Bestandteil
der Milch und in der Molke zu finden (Bild 8). Lactose ist das einzige
Nahrungskohlenhydrat der Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Der
Lactosegehalt in der Milch der Säugetiere ist artabhängig. Der
Anteil von Lactose in der Frauenmilch beträgt 6,5 %. In der
Kuhmilch liegt der Lactosegehalt bei 4,5%.
Polysaccharide
Polysaccharide sind makromolekulare
Verbindungen, die sich aus vielen tausenden Monosaccharid- bzw. Disaccharideinheiten
zusammensetzen.
Stärke ist ein Stoffgemisch
aus wasserlöslicher Amylose und wasserunlöslichem Amylopektin
. Beide besitzen die gleiche Summenformel
,
haben aber eine unterschiedliche Molekülmasse und Struktur. Die Molekülmasse
der Amylose liegt zwischen 10 000 und 50 000 u, die des Amylopektins zwischen
50 000 - 180 000 u. Monomerer Grundkörper beider ist die Glucose
(Bild 9).
Amylose (20 - 30% Anteil in der Stärke), besteht aus 300 - 1 200
monomeren Glucoseeinheiten, die sich in unverzweigten, schraubenartig
gewundenen Ketten anordnen und über das jeweils erste und vierte
Kohlenstoffatom verknüpft sind.
Amylopektin (70 - 80% Anteil in der Stärke) setzt sich aus 1 500
-12 000 Monomeren der Glucose zusammen. Diese sind an bestimmten Punkten
astähnlich verzeigt. Unter den Glucoseeinheiten findet eine Verknüpfung
zwischen dem ersten Kohlenstoffatom des einen Monomers und entweder dem
vierten oder dem sechsten Kohlenstoffatom der anderen Monomers statt.
Stärke ist ein farbloses, geschmackloses Pulver, das sich gut in
kaltem Wasser löst. In heißem Wasser bildet sie eine kolloidale
Lösung, die beim Erkalten zu einem Gel erstarrt. Durch saure oder
enzymatische Hydrolyse findet der Abbau zur Glucose statt. Da in Stärke
keine freien Aldehyd- oder Keto-Gruppen vorliegen, erfolgt keine Reaktion
mit fehlingscher Lösung. Der Stärkenachweis wird mit Iodlösung
über die Bildung des tiefblauen Iod-Stärke-Komplex durchgeführt.
Stärke ist der wichtigste pflanzliche Reservestoff und das lebensnotwendigste
Nahrungsmittel. Pflanzen speichern sie in Form von Stärkekörnern
in ihren Zellen; insbesondere ist sie in Getreide, Mais, Reis und Kartoffeln
zu finden (Bild 10).
Cellulose ist der Hauptbestandteil
der pflanzlichen Zellwände. Baumwolle und Flachs bestehen fast ausschließlich
aus Cellulose. Technisch wird Cellulose aus Holz gewonnen, das zu etwa 50 % Cellulose enthält. Die anderen Holzbestandteile sind Hemicellulosen und Lignin.
Cellulose ist ein Makromolekül, in dem mehr als 10 000 Glucoseeinheiten
über
Verknüpfung lange lineare Ketten bilden. Deshalb spricht man auch
von Fasern. Cellulose ist farblos, brennbar, unlöslich in Wasser
und verdünnten Säuren und quillt in alkalischer Lösung
auf. Nur niedrige Lebewesen (Bakterien, Pilze) können Cellulose abbauen.
Aus Cellulose wird technisch Zellstoff gewonnen, die Grundlage zur Herstellung
von Papier. Auch die Textilindustrie verarbeitet zunehmend wieder die
natürlichen Cellulosefasern zu Baumwolltextilien
Chitin ist in einigen Pilzen und
in Panzern von Krustentieren und Insekten zu finden. Die Verbindung ist
ein stickstoffhaltiges Polysaccharid, das in seinem Aufbau der Struktur
der
Cellulose sehr ähnlich ist.