







Einige Metalle
sind seit etwa 7000 Jahren bekannt. Um 3 000 v. Chr. sind
erste Legierungen nachgewiesen.
Gold wurde zeitlich zuerst verwendet, später Silber und Kupfer. Diese
Metalle kamen in der Natur gediegen (als Metall) vor oder waren leicht zu
gewinnen. Über Jahrtausende entwickelte man Arbeitstechniken zur Gewinnung
der Metalle aus ihren Erzen. Die Herstellung und Bearbeitung bestimmter
Metalle prägte ganze Entwicklungsepochen, z. B. die Bronzezeit (ca.
2 000 v. u. Z.) oder die Eisenzeit (ca. 1 000 v. u. Z.).
Heute ist der Alltag ohne Metalle und ihre Legierungen nicht mehr denkbar.
Die Möglichkeiten ihrer Verwendung nehmen ständig zu. Die Vielfalt
der bekannten Metalle ist sehr groß.
Ausgewählte Metalle
Aluminium
Eigenschaften: Alluminium ist ein silberglänzendes,
weiches Metall mit sehr guter elektrischer und Wärmeleitfähigkeit.
Es ist sehr gut legierbar (Duraluminium).
Dichte: 2,7g/cm³ (Leichtmetall)
Schmelztemperatur: 660 °C
Siedetemperatur: 2 447 °C
Vorkommen: meist als Bauxit, Bestandteil
einiger Edelsteine (Rubine, Saphire)
Verwendung: Fenster- und Türrahmen,
Verpackungsmaterial, Fahrzeugbau, Flugzeugbau
Besonderheit: sehr spät entdeckt,
noch im 19. Jh. wegen seiner Seltenheit teurer als Silber
Silber
Eigenschaften: Silber ist ein weiches,
dehnbares Metall mit typischem Glanz und charakteristischer Färbung.
Es besitzt beste Leitfähigkeit für elektrischen Strom und Wärme.
Silber kann leicht poliert werden und reflektiert stark das Licht.
Dichte: 10,5 g/cm³ (Schwermetall)
Schmelztemperatur: 961 °C
Siedetemperatur: 2 210 °C
Vorkommen: Silber ist ein seltenes
Metall. Es steht an 67. Stelle der Elementhäufigkeiten in der Erdkruste.
Es kommt gediegen in der Natur vor, häufig jedoch auch chemisch gebunden.
Das wichtigste Silbererz ist Silberglanz (
).
Abbauwürdige Lagerstätten befinden sich in Nord- und Südamerika,
Russland und Australien. Rohsilber fällt außerdem bei der Gewinnung
anderer Metalle (z.B. Kupfer) an.
Verwendung: Fertigung von Elektroden
und elektrischen Kontakten in der Elektronik und Elektrotechnik. Bei der
Schmuckherstellung handelt es sich oft um Legierungen, da das Silber selbst
zu weich ist. Dies gilt auch für die Zahntechnik. Den Glanz des Metalls
nutzt man für die Herstellung von Spiegeln und Thermogefäßen
und zur Herstellung von Zahlungsmitteln.
Besonderheit: Der Name geht auf das
althochdeutsche Wort "silabar" (das weiße Metall) zurück.
Blei:
Eigenschaften: Blei ist matt grau,
giftig, relativ weich und gut verformbar. Es besitzt eine relativ geringe
elektrische und Wärmeleitfähigkeit. Blei reagiert rasch mit
Luftsauerstoff, wobei es eine schützende Oxid- und Hydroxidschicht
ausgebildet.
Dichte: 11,35 g/cm³ (Schwermetall)
Schmelztemperatur: 327 °C
Siedetemperatur: 1 740 °C
Vorkommen: selten gediegen, oft in
sulfidischen Erzen (z. B. Bleiglanz).in den USA Australien, Mexiko,Russland,
China und Polen
Verwendung: Senkblei beim Angeln, Gardinenband,
Weichblei für Dichtungen, Herstellung von Farbpigmenten (Mennige).
Im alten Ägypten verwendete man das Metall zum Glasieren von Gegenständen
und stellte Statuen daraus her. Im römischen Reich stellte man aus
Blei Dächer und Wasserleitungen her. Später fertigte man aus
dem so gut zu verarbeitenden Stoff Lettern für den Buchdruck und
auch Wasserleitungen. Bleiplatten absorbieren radioaktive Srahlung und
werden deshalb zum Strahlenschutz (Röntgen) eingesetzt.
Besonderheit: Das Metall ist so weich,
dass es auf dem Papier einen grauen Abrieb hinterlässt.
Gold
Eigenschaften: Gold ist ein gelb glänzendes,
weiches Metall, welches gut polierbar und sehr dehnbar ist. Es besitzt
sehr gute elektrische und Wärmeleitfähigkeit.
Dichte: 19,32 g/cm³ (Schwermetall)
Schmelztemperatur: 1 063 °C
Siedetemperatur: 2 972 °C
Vorkommen: gediegen (Goldader, Goldnuggets),
Verwendung: Goldschmuck (standardisierte
Legierungen: 333er, 585er, 750er und 900er Gold), Zahnmedizin, Elektronik
Besonderheit: Gold lässt sich
zu Blattgold von 0,15 mm Dicke ausschlagen. Aus 1 g Gold kann ein Draht
von 3 km Länge gezogen werden.
Quecksilber
Eigenschaften: Quecksilber ist ein
silberglänzendes, flüssiges, giftiges Metall mit geringer elektrischer
Leitfähigkeit. Es leitet Wärme schlecht und dehnt sich bei Temperaturerhöhung
merklich aus.
sehr gut legierbar (Amalgame)
Dichte: 13,53 g/cm³ (Schwermetall)
Schmelztemperatur: -39 °C
Siedetemperatur: 357 °C
Vorkommen: selten gediegen, häufig
als Quecksilbersulfid (Zinnober)
Verwendung: Füllung von Thermometern,
Barometern, Manometern, Quecksilberdampf in Höhensonnen, Bestandteil
von einigen Knopfzellen
Besonderheit: Quecksilber wurde im
Mittelalter "argentum vivium"- lebendiges Silber genannt. Der
Name des Metalls lässt sich von "quick" (schnell) ableiten.
Informationen zu den Eigenschaften erhält man auch, wenn man das jeweilige Symbolfenster im Periodensystem (s. dort) anklickt.
Die Einteilung der Metalle erfolgt
nach unterschiedlichen Prinzipien:
Nach ihrer Dichte unterteilt man Metalle in Leichtmetalle (Dichte <
4,5 g/cm³) und Schwermetalle (Dichte > 4,5 g/cm³). Betrachtet
man den Schmelzpunkt als Kriterium, dann unterscheidet man zwischen niedrig
schmelzenden (Smp. < 600 °C), mittel schmelzenden (600 °C
< Smp. < 1 100 °C) und hoch schmelzenden (Smp. >
1 100 °C) Metallen.
Sehr verbreitet ist auch die Einteilung
nach ihrem Reaktionsverhalten. Leicht oxidierbare Metalle, die mit Luft
sehr leicht Oxide bzw. mit Wasser einfach Hydroxide bilden, nennt man
unedle Metalle. Edle Metalle geben ihre Valenzelektronen schwerer ab und
sind deshalb auch nicht so leicht oxidierbar.
Bau und Eigenschaften der Metalle
Sieht man im Periodensystem der Elemente nach, wird man erstaunt feststellen,
dass die Mehrzahl (etwa 80%) der dort aufgeführten Elemente Metalle
bzw. Halbmetalle sind.
Metalle findet man unterhalb der diagonalen
Trennungslinie, beginnend von links oben mit dem Element Beryllium bis
nach rechts unten zum Polonium. Die Grenze zu den Nichtmetallen ist jedoch
fließend, da die Elemente Antimon, Arsen, Bismut, Bor, Germanium,
Polomium, Selen, Tellur und Silicium metallische und nichtmetallische
Eigenschaften besitzen.
Alle Metalle zeichnen sich durch typische gemeinsame
Eigenschaften aus:
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relativ hohe Schmelz- und Siedetemperatur (außer Quecksilber sind alle Metalle bei Normbedingungen fest) |
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metallischer Glanz |
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elektrische Leitfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit |
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plastische Verformbarkeit |
Die Dichte und die Härte der Metalle können sehr verschieden
sein.
Metall-Legierungen - Stoffgemische
der besonderen Art
Viele Metalle sind aufgrund ihres Baus in der Lage Legierungen
zu bilden. Es handelt sich dabei um Gemische aus mindestens zwei Komponenten,
von denen wenigstens eine ein Metall ist. Nach der Anzahl (2, 3, usw.)
der an der Bildung der Legierung beteiligten Elemente unterscheidet man
zwischen binären, tertiären usw. Legierungen. Das Metall, welches
die Hauptmasse bildet, nennt man das Grundmetall,
die übrigen Komponenten nennt man die Zusätze.
Durch das Legieren werden die Eigenschaften der Komponenten, insbesondere
die des Grundmetalls verändert und so den verschiedensten Beanspruchungen
angepasst. Meist sind Legierungen härter als ihre Einzelbestandteile.
Legiert man beispielsweise Aluminium mit Kupfer, bewirken die größeren
Aluminiumatome eine Verzahnung der Gitterebenen des Kupfergitters, so
dass eine Verschiebung der Gitterebenen erschwert wird. Im Gegensatz dazu
kann durch geeignete Partner die Gleitfähigkeit eines Grundmetalls
erhöht werden, was die entstandene Legierung als Lagerwerkstoff prädestiniert.
Die bekannteste und am weitesten verbreiteten Legierung ist Stahl, ein
Stoffgemisch aus Eisen als Grundmetall, weniger als 2,1% Kohlenstoff und
verschiedenen Legierungsmetallen. Die Vielzahl der Legierungsmöglichkeiten
mit Chrom, Mangan, Silizium, Vanadium, u. v. a. m. führt dazu, dass
über 1 000 Stahlsorten existieren, deren Eigenschaften mit der
Zusammensetzung variieren.
Ebenfalls als Gebrauchsmetall weit verbreitet ist Messing, eine Legierung
aus Kupfer und Zink.
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Herstellung von Legierungen:
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durch Zusammenschmelzen der Komponenten |
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Sintern pulverförmiger Komponenten |
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Tempern (Diffusion eines Elementes z. B. Kohlenstoff) in die Oberfläche eines Werkstücks, |
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gemeinsame Elektrolyse von Metallsalzen, |
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gemeinsame Reduktion von Metalloxiden. |
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Amalgamieren usw. |
Ausgewählte Legierungen
Unter einer Memory-Legierung
bzw. einem Memory-Metall versteht man Metall-Legierungen (z. B. Nickel-Titan-Basis),
die ihre ursprüngliche Form "speichern" können. Werden
Bauteile aus solchen Legierungen nun bei niedrigen Temperaturen verformt
erfolgt nur scheinbar eine plastische Verformung. Wiederum über eine
kritische Temperatur erwärmt, nehmen sie ihre frühere Form wieder
an. Anwendungsbeispiele sind Ver- und Entriegelungen, Schalter etc.
Große Bedeutung haben Amalgame
in der Zahnmedizin. Jeder kennt das
Problem der Zahnfüllung durch Amalgam. Seit 150 Jahren werden kariöse
Zähne mit Plomben aus Amalgam versorgt. Diese Legierung gilt als
preisgünstiger, verhältnismäßig einfach zu verarbeitender
und dauerhafter Füllwerkstoff. Durch mechanische Beanspruchung und
elektrochemische Vorgänge kann Quecksilber austreten. Daher ist dieses
Material in der Diskussion, die Legierung in der Zahnmedizin sehr umstritten.
Trotzdem existieren viele unterschiedliche Amalgame in der zahnärztlichen
Praxis! Konventionelles Amalgam enthält 53 Masseprozent metallisches,
flüssiges Quecksilber und etwa 47% Legierungspulver. Das Legierungspulver
selbst besteht aus:
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Ag:
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mind. 40% |
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Sn:
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max. 32% |
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Cu:
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max. 30% |
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Hg:
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max. 3% |
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Zn:
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max. 2% |
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Ni:
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36 ppm |
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Cd:
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24 ppm |
Die gesundheitsbeeinflussenden Eigenschaften des Amalgams haben dazu
geführt, dass heute fast ausschließlich andere Metall-Legierungen
in der Zahnheilkunde zum Einsatz kommen. Dabei spielt Gold eine besondere
Rolle. Es muss aufgrund seiner Weichheit legiert werden, z. B. kann die
Zusammensetzung wie folgt sein.
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Au:
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71,0% |
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Pt:
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12.9% |
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Pd:
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2,0% |
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Ir:
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0,1% |
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Ag:
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10,0% |
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Zn:
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4,0% |
Der hohe Edelmetallanteil sorgt wegen der ausgeprägten Reaktionsträgheit
für eine lange Lebensdauer der eingesetzten Materialien.
Die Legierungsbildung von Quecksilber mit Gold (Goldamalgam) erfolgt sehr leicht. Goldamalgam kann auf Gegenstände gut aufgetragen werden. Durch Erhitzen verdampft das Quecksilber und eine dünne Goldschicht verbleibt auf dem Gegenstand. Früher wurden durch dieses Feuervergolden Kuppeln und Dächer mit einer Goldschicht bedeckt. Da Quecksilberdämpfe aber giftig sind, ist dieses Verfahren außerordentlich gesundheitsschädlich und findet heute keinen Einsatz mehr. In der Schmuckindustrie wird es jedoch auch heute noch angewendet. Das Verfahren hat eine lange Tradition. Diese Art des Vergoldens von Schmuckgegenständen war schon den Etruskern bekannt.
Die Legierungsbildung mit Gold wird, vor allem in Südamerika und
Asien, aber auch in Europa, zur Goldgewinnung
genutzt. Fluss-Sand oder zerkleinertes goldhaltiges Gestein wird über
versilberte Kupferplatten geleitet, die mit Quecksilber überzogen
sind. Selbst kleinste Mengen des Goldes lösen sich im Quecksilber
Anschließend wird die Legierung auf 360°C erhitzt, wobei das
Quecksilber verdampft. Aufgrund der giftigen Quecksilberdämpfe, darf
das Erhitzen nur in geschlossenen Anlagen erfolgen. Nur äußerst
strenge Arbeitsschutz -und Sicherheitsmaßnahmen lassen solche Produktionsabläufe
nicht zu einer ökologischen Katastrophe werden.