

Die Salze der Salpetersäure, die Nitrate, sind Ionenverbindungen, die aus elektrisch positiv geladenen Metall-Ionen und elektrisch negativ geladenen Nitrat-Ionen aufgebaut sind.
Strukturmodelle des Nitrat-Ions:

Sie sind in Wasser meist gut löslich. In wässriger Lösung wird das Ionengitter abgebaut und es liegen frei bewegliche Ionen vor.

Nitrate bilden sich, wenn Metalle, Metalloxide, -carbonate oder -hydroxide
mit verdünnter Salpetersäure umgesetzt werden.
Eigenschaften und Verwendung der
Nitrate
Nitrate sind meist farblose, kristalline Feststoffe, die sich bei thermischer
Beanspruchung zersetzen. Die Alkalimetallnitrate bilden dabei Nitrite
und Sauerstoff, während die Schwermetallnitrate in die Oxide überführt
werden. Nitrite sind Salze der
salpetrigen Säure
.

Die thermische Zersetzung kann auch wie beim Ammoniumnitrat explosionsartig
erfolgen. Die thermische Zersetzung der Nitrate spielt bei der Zündung
von Feuerwerkskörpern (Bild 1) eine entscheidende Rolle. So ist Schwarzpulver ein Gemisch aus Schwefel, Holzkohle und Kaliumnitrat, welches den Sauerstoff liefert.
Nitrate sind häufig gute Oxidationsmittel. Im Gegensatz zu den Schmelzen wirken die wässrigen Lösungen jedoch nicht oxidierend.
Nitrathaltige Düngemittel werden eingesetzt, um den Stickstoff-Haushalt
der Pflanzen zu decken (Bild 2). Um ein zu schnelles Auswaschen der löslichen
Nitrate aus dem Boden zu verhindern, werden sie in entsprechenden Kombinationsdüngern
verwendet, die die Nitrat-Ionen nur langsam abgeben.
Wichtige Ausgangsstoffe für diese Dünger sind Natriumnitrat
(Natronsalpeter,
),
Kaliumnitrat (Kalisalpeter,
),
Calciumnitrat (Kalksalpeter,
)
und Ammoniumnitrat (
).
Nachweis des Nitrat-Ions
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zum Nitrat-Nachweis.
Nitrate können jedoch nicht durch Fällungsreaktionen nachgewiesen
werden.
Deshalb wurden zum einen Teststreifen entwickelt, deren Substanzen mit Nitrat-Ionen charakteristische Farbreaktionen ergeben. Eine andere einfache Nachweisreaktion für Nitrat-Ionen ist die sogenannte Ringprobe (Bild 3).
Die auf Nitrat-Ionen zu prüfende Lösung wird mit einigen Tropfen
einer Eisen(II)-sulfat-Lösung versetzt. In einem schräg gehaltenem
Reagenzglas wird die Lösung vorsichtig mit konzentrierter Schwefelsäure
unterschichtet (Vorsicht! Schutzbrille!). Die Schwefelsäure hat eine
höhere Dichte als die wässrige Lösung und setzt sich am
Boden des Reagenzglases ab. An der Grenzfläche bildet sich ein meist
brauner Farbring, der auf der Bildung des Eisennitrosokomplexes beruht.
Ausgewählte Nitrate
Natriumnitrat ist im Chilesalpeter
(Caliche) enthalten. Da Natriumnitrat Wasser anzieht , spielt es als Oxidationsmittel
in der Feuerwerkerei keine Rolle. Es dient zur Herstellung von Düngemitteln
und zur Herstellung von Kaliumnitrat.
Geringe Mengen werden zur Farbstabilisierung von Fleisch verwendet.
Kaliumnitrat kommt in der
Natur nur selten vor und muss aus Natriumnitrat hergestellt werden. Es
ist außerdem ein wichtiger Bestandteil des Schwarzpulvers, einer
Mischung aus 10 % fein gemahlenem Schwefel, 15 % gemahlener Holzkohle
und 75 % Kaliumnitrat. Diese wurde seit dem 12. Jh. in China und
seit dem 14. Jh. in Europa (Mönch Berthold Schwarz) als Sprengmittel
und Treibmittel in Kanonen und Musketen genutzt.
Aus einem Kilogramm Schwarzpulver bilden sich ca. 2 300 Liter
gasförmige Reaktionsprodukte.
Kaliumnitrat wird in der Feuerwerkerei für Leuchtsätze und als
Bestandteil von Kältemischungen eingesetzt.
Ammoniumnitrat ist ein
wichtiger Bestandteil von Düngemitteln. Wegen seiner explosiven Wirkung
darf es jedoch nicht rein, sondern nur in Gemischen mit Calciumcarbonat als sogenannter Kalkammonsalpeter verwendet werden.
Ammoniumnitrat wird als starkes Oxidationsmittel in der Sprengstofftechnik
verwendet. In Bomben kann es im Gemisch mit TNT (Trinitrotoluen) zum Einsatz
kommen. Bei der plötzlichen thermischen Zersetzung in der Wärme
bilden sich aus 2 mol festem Ammoniumnitrat 7 mol gasförmige Reaktionsprodukte.

Der frei werdende Sauerstoff kann mit anderen beigefügten Sprengmitteln
weiter reagieren und damit die Sprengwirkung weiter verstärken.
In der Feuerwerkstechnik werden auch andere Nitrate zugesetzt, die beim
Verbrennen der Feuerwerkskörper zu charakteristischen Farben führen.
So erzeugt Bariumnitrat ein grünes, Strontiumnitrat ein rotes Licht
beim Abbrennen der Feuerwerkskörper (siehe Bild 1).
Ein weiteres wichtiges Nitrat ist Silbernitrat,
das durch Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit Silber hergestellt
werden kann. Das so gewonnene Silbernitrat wird für galvanische Versilberungen
verwendet. Es findet auch Verwendung zur Beseitigung von Wucherungen (Höllenstein)
und als wichtiges Reagenz in der analytischen Chemie, z. B. zum Nachweis
der Halogenid-Ionen (Chlorid,
Bromid, Iodid).
Die Nachweisreaktion beruht darauf, dass Silbernitrat-Lösung zu einer
sauren Probelösung getropft wird. In Gegenwart der genannten Halogenide
bildet sich dann ein Silberhalogenid, welches in Wasser schlecht löslich
ist und als Niederschlag ausfällt. Dabei ist Silberchlorid weiß,
Silberbromid leicht gelblich und Silberiodid intensiv gelb gefärbt.
