

Ein Atom wird in Atomkern und die Atomhülle gegliedert.
Die Hülle kann dabei vereinfacht als aus Schalen bestehend betrachtet
werden. Die Schalen entsprechen bestimmten Energiestufen (Energieniveaus).
Bei der Erklärung bestimmter Reaktionen, besonders bei Reaktionen
der Nebengruppenelemente und der Elemente mit einer Ordnungszahl, die
höher ist als 20, stößt dieses vereinfachte Modell an
Grenzen.
Auch die Frage, warum ein Element unterschiedliche
Oxide bilden kann, lässt sich damit nicht beantworten.
Im Orbitalmodell werden
die Aufenthaltsräume der Elektronen ("Hauptniveaus") in
einzelne Bereiche - die Orbitale - aufgeteilt. Dabei ist die Anzahl der
Orbitale umso größer, je weiter das Hauptniveau vom Atomkern
entfernt ist.
So umfasst die erste (K) Schale nur ein Orbital, das s-Orbital, die zweite
(L) Schale schon vier Orbitale, ein s-Orbital und drei p-Orbitale, die
dritte (M) Schale 9 Orbitale, ein s-Orbital, drei p-Orbitale und fünf
d-Orbitale usw.
Orbitale
Ein Orbital beschreibt einen bestimmten Bereich
(Raum) um einen oder um mehrere Atomkerne, in dem sich ein Elektron mit
einer Wahrscheinlichkeit von ungefähr 90% aufhält.
Die genaue "Bahnkurve" des Elektrons kann nicht ermittelt werden.
Aber entsprechend der Aufenthaltswahrscheinlichkeit
des Elektrons kann man eine Elektronendichte angeben.
Der mögliche Raum, in dem das Elektron sich aufhalten kann, wird
durch die Form der jeweiligen Orbitale beschrieben.
Jedes Elektron besitzt einen bestimmten Energiegehalt, aus dem sich die
unterschiedliche räumliche Form des Orbitals
ergibt,
die aber immer symmetrisch ist.
Für das Wasserstoffatom, das als einziges Element
nur ein Elektron besitzt, hat man eine kugelsymmetrische Verteilung der
Elektronendichte festgestellt.
In allen anderen Atomen beeinflussen sich die Elektronen gegenseitig,
sodass es schwer ist, ihren Aufenthaltsort zu erfassen. Man kann aber
die näherungsweise erworbenen Zusammenhänge auf die anderen
Atome übertragen.
s-Orbitale
Zu jeder Hauptenergiestufe (Schale) gehört ein kugelsymmetrisches
Orbital, welches man durch ein "s" kennzeichnet. Die Größe
dieses s-Orbitals richtet sich
nach der Schale, der es zuzuordnen ist. Sie nimmt mit steigender Zahl
(n) zu.
p-Orbitale
Auf dem zweiten Energieniveau (n=2) und auf jedem darauffolgenden gibt
es drei sogenannte p-Orbitale,
die alle den gleichen Energiegehalt, sowie die gleiche Größe
und Form aufweisen. Diese Orbitale sind hantelförmig und stehen senkrecht
aufeinander, sie sind also räumlich gerichtet. Man bezeichnet sie
auch als
Orbitale,
die man in einem Koordinatensystem darstellen kann.
Sie werden modellhaft als symmetrische, um die jeweiligen Achse rotierende
Gebilde betrachtet.
d-Orbitale
Ab dem dritten Hauptniveau (n=3) gibt es zusätzlich noch fünf
d-Orbitale, von denen vier rosettenförmig
sind und eins hantelförmig, wie ein p-Orbital nur mit einem zusätzlichen
Ring.
f-Orbitale
Diese f-Orbitale werden bei den
Lanthanoiden und den Actinoiden mit Elektronen besetzt. Von ihnen gibt
es sieben.
Ihre Form ist sehr kompliziert und noch nicht vollständig klar.
Verteilung der
Elektronen in der Atomhülle
Für die Verteilung
von Elektronen eines Atoms auf die jeweiligen Orbitale der Atomhülle
gibt es festgelegte Regeln.
Darstellung der Besetzung
Es gibt zwei Arten, um die Orbitalbesetzung eines Atoms zu beschreiben: eine Darstellung durch Zahlen und eine grafische Darstellung.
Beschreibung durch
Zahlen
Beispiel :
Das Aluminiumatom (Al) hat drei Schalen (n=3, dritte Periode). Insgesamt
besitzt es dreizehn Elektronen, die sich wie folgt auf die Orbitale verteilen
:
(gesprochen:
eins-s-zwei, zwei-s-zwei, zwei-p-sechs, drei-s-zwei, drei-p-eins)
Die Elektronen verteilen sich also auf drei kugelförmige s-Orbitale
(1s, 2s, 3s), welche vollbesetzt sind und vier hantelförmige p-Orbitale
, von
denen drei vollbesetzt und eins einfach besetzt sind.
Die Zahl (1, 2,...) gibt dabei die jeweilige Hauptschale an. Der kleine
Buchstabe (s, p,...) beschreibt die Art des jeweiligen Orbitals und die
hochgestellte Zahl die Anzahl der Elektronen, die sich in dem Orbital
befinden.
Grafische Darstellung (Kästchenschema)
Hier werden die Orbitale als Kästchen dargestellt, die durch Pfeile
(Elektronen) besetzt werden. Die Richtung der Pfeile gibt den Spin (die
Drehrichtung der Elektronen) an.