Was
sind Polyamide ?
Polyamide (PA) sind makromolekulare
Stoffe, die durch Kondensation (Polykondensation)
von Diaminen und Dicarbonsäuren entstehen.
Es können aber auch Polyamide entstehen, wenn sich Ringsysteme einer Aminosäure öffnen
und miteinander verbunden werden.
Bildung eines Polyamids
Die einzelnen Teile (Monomere) sind im Makromolekül
durch sogenannte Amidbindungen
miteinander verbunden.
Die Bildung von Polyamiden
erfolgt durch Wasserabspaltung aus zwei funktionellen Gruppen. Es handelt
sich dabei um eine Aminogruppe
und
eine Carboxylgruppe (-COOH).

(R1 und R2 sind die beliebigen organischen Reste der
Moleküle).
Haben die jeweiligen Moleküle zwei Aminogruppen (Diamine) beziehungsweise
zwei Carboxylgruppen (Dicarbonsäuren), so können sich lange
Ketten bilden.
Eigenschaften
Die Polyamide gehören zu den Thermoplasten.
Sie sind also unter Wärmeeinwirkung verformbar und schmelzen beim
Erhitzen.
Im allgemeinen sind sie farblos oder gelblich, durchsichtig bis undurchsichtig
und haben keinen charakteristischen Geruch oder Geschmack.
Sie besitzen eine sehr glatte Oberfläche, trocknen schnell, sind
sehr zäh und reißfest und haben eine relativ große Beständigkeit
gegenüber Wasser, verdünnten Säuren und organischen Lösungsmitteln.
Wie alle Kunststoffe können sie Wärme nur schlecht leiten und sind elektrische Isolatoren.
Verwendung
Verwendung finden Polyamide als Kunstfasern
wie Nylon oder Perlon und zur Herstellung
von Gebrauchsgegenständen wie Schutzhelmen, Reißverschlüssen
oder Folien, sowie Maschinenteilen.
Nylon, ein Vertreter der Polyamide
Das erste synthetisch hergestellte Polyamid, das Nylon, gewann man aus
Hexamethylendiamin und Hexandisäure bei Du Pont in den USA.
Es ist der bekannteste Kunststoff dieser Gruppe.
Hexamethylendiamin 
Hexandisäure (Adipinsäure) 
Polyamid (Nylon) 
Das Molekül enthält Amidgruppen (-CO-NH-),
durch die die einzelnen Bestandteile zu einem Riesenmolekül verknüpft
sind.
Aus der Schmelze wird das Polymer zu sehr feinen Fasern verarbeitet.
Die Polyamide werden durch Zahlen gekennzeichnet, wie das Polyamid 6,6
(Nylon), da es aus einer Carbonsäure mit 6 Kohlenstoffatomen und
einem Amin mit 6 Kohlenstoffatomen gebildet wird.
Perlon
Formel : 
Dieser Kunststoff ist ein weiteres Beispiel für ein Polyamid, das
durch Polykondensation aus einer Aminosäure mit 6 Kohlenstoffatomen
entstanden ist. Dieses Polyamid wird als Polyamid 6,0 bezeichnet. Die
Benennung Perlon ist ein Warenzeichen. Perlon wurde in Deutschland etwa zeitgleich wie Nylon entwickelt.
Es handelt sich um einen sehr beständigen Stoff, die meisten Chemikalien
greifen ihn nicht an, er ist kochfest und mechanisch relativ hoch belastbar.
Die Hauptverwendung liegt in der Herstellung von Wasser abweisenden Geweben,
z. B. für Rucksäcke und Campingausrüstungen, aber auch Damenstrümpfen.