Qualitative Elementaranalyse organischer Stoffe
Aufbau organischer Verbindungen
Organische Verbindungen enthalten neben Kohlenstoffatomen hauptsächlich
Wasserstoff-, Sauerstoff- sowie Stickstoffatome. Außerdem sind manchmal
in den Molekülen auch noch Halogen-, Schwefel- und Phosphoratome
gebunden.
Aus welchen Bestandteilen ein Stoff aufgebaut ist, kann mithilfe der qualitativen
Elementaranalyse experimentell ermittelt werden.
Dabei können neben einfachen chemischen Verfahren auch Verfahren
der Spektroskopie sowie
Verfahren der Chromatografie
genutzt werden.
Chemische Nachweise der Bestandteile
organischer Stoffe
- Qualitativer Nachweis von Kohlenstoff
Unter starker Wärmezufuhr zersetzen sich die meisten organischen
Substanzen und verkohlen oder verbrennen mit rußender Flamme.
Bei flüchtigen oder kohlenstoffarmen Verbindungen lässt sich
der Kohlenstoff nur indirekt
über Kohlenstoffdioxid nachweisen.
Der Nachweis des Kohlenstoffdioxids lässt sich mit Bariumhydroxidlösung
durchführen.
Das bei der Reaktion entstehende Gas wird dabei in Bariumhydroxidlösung
eingeleitet. Beim Vorhandensein von Kohlenstoffdioxid, bildet sich ein
weißer Niederschlag, das schwer lösliche Bariumcarbonat
.
- Qualitativer Nachweis von Wasserstoff
Entsteht bei der Verbrennung der zu untersuchenden Substanz Wasser,
so deutet dies darauf hin, dass Wasserstoffatome
in den Molekülen enthalten sind.
Bei der Verbrennung hat das Wasser einen gasförmigen Zustand, man
kann es also an einer kalten Glasplatte kondensieren lassen und somit
nachweisen.
Das entstehende Wasser kann auch mithilfe von wasserfreiem Kupfersulfat
nachgewiesen
werden. Denn dieses ändert seine Farbe bei der Aufnahme von Wasser
von farblos nach blau.
- Qualitativer Nachweis von Stickstoff
Erhitzt man die zu untersuchende Substanz zusammen mit Natronkalk (Natriumhydroxid
und Calciumoxid), so kann man bei den meisten organischen Stickstoffverbindungen
das Entstehen von Ammoniak beobachten (VORSICHT!).
Dies gilt als qualitativer Nachweis
für Stickstoff. Ammoniak ist ein Gas und entweicht mit stechendem
Geruch. Hält man ein feuchtes Universalindikatorpapier in den Reaktionsraum,
so färbt es sich blau.
- Qualitativer Nachweis von Halogenen
Die Anwesenheit von Halogenatomen (wie Chlor, Brom, Iod) lässt
sich mit der Beilstein-Probe
ermitteln. Dabei bringt man einen zuvor ausgeglühten Kupferdraht
in die Probensubstanz und hält den Draht daraufhin in die Brennerflamme.
(VORSICHT!)
Sind Atome von Halogenen in
der Substanz enthalten, so färbt sich die Brennerflamme charakteristisch
grün, da im Verlauf der Reaktion Kupferhalogenide entstehen, die
verdampfen.