



Redoxreaktionen
im engeren Sinn
Verbinden sich Elemente mit Sauerstoff zu einem Reaktionsprodukt,
nennt man diese chemische Reaktion allgemein Oxidation.
Die Reaktionsprodukte heißen Oxide.
Beispiele

Durch Umkehrung des Oxidationsprozesses kann z. B.
aus einem Metalloxid das Metall zurückgewonnen werden.
Diese Reaktion heißt Reduktion.
Die Reduktion ist eine chemische Reaktion, bei der einer Verbindung, z. B. einem Metalloxid, der Sauerstoff entzogen wird. Das Metalloxid wird zum Metall zurückgeführt (lat. reducere - zurückführen).
Die Reduktion kann demnach als Umkehrung der Oxidation
angesehen werden.
Um z. B. den im Eisen(II)-oxid enthaltenen Sauerstoff zu entfernen, also
das Eisen(II)-oxid zu reduzieren, benötigt man einen Stoff, der
Sauerstoff noch stärker an sich binden kann, als Eisen. Man braucht
ein Reduktionsmittel.
Ein Reduktionsmittel
ist ein Stoff, der während einer chemischen Reaktion anderen Stoffen
Sauerstoff entzieht, sie reduziert.
Das Reduktionsmittel verbindet sich dabei mit dem
Sauerstoff, es wird gleichzeitig oxidiert.
Stoffe, die Sauerstoff abgeben, sind Oxidationsmittel.
Sie werden durch die Sauerstoffabgabe reduziert.
Ein Oxidationsmittel ist ein Stoff, der Sauerstoff an andere Stoffe abgeben
kann und diese Reaktionspartner dadurch oxidiert.
Bei solchen chemischen Reaktionen sind Oxidation und Reduktion nicht mehr
voneinander zu trennen, beide laufen gleichzeitig ab.
Dem einen Stoff wird Sauerstoff entzogen, er gibt
ihn ab - dies bezeichnet man als Reduktion. Gleichzeitig nimmt der andere
Stoff Sauerstoff auf - dies bezeichnet man als Oxidation.
Oxidation und Reduktion stellen eine nicht zu trennende Einheit dar.
Eine chemische Reaktion, bei der Oxidation und Reduktion gleichzeitig
ablaufen, nennt man Redoxreaktion.
Ein Beispiel für eine Redoxreaktion im engeren
Sinne ist die Reaktion zwischen Aluminium und Eisen(III)-oxid.
Da Aluminium Sauerstoff stärker bindet als Eisen, kann es auch als
Reduktionsmittel für die Reduktion von Eisen(III)-oxid eingesetzt
werden.
Während der Reaktion nimmt das Aluminium Sauerstoff auf (Oxidation) und reagiert zum Aluminiumoxid. Es wirkt als Reduktionsmittel. Eisen(III)-oxid gibt Sauerstoff ab und wird zu Eisen. Es wirkt als Oxidationsmittel.
Diese Reaktion nutzt man aus, um kleinere Mengen Eisen herzustellen. Das Verfahren wird z. B. beim Gleisbau für Eisen- und Straßenbahn (siehe Bild 1) eingesetzt, um Schienen zu verbinden.
Man bezeichnet es als aluminothermisches Schweißen
oder als Thermitverfahren.
Redoxreaktion im
erweiterten Sinn
Betrachtet man die Reaktion von Aluminium mit
Eisen(III)-oxid genauer, so findet sich nicht nur ein Übergang des
Sauerstoffs, sondern es werden Elektronen zwischen den Reaktionspartnern
ausgetauscht. Aluminium besteht aus Aluminiumatomen.
Aluminiumatome besitzen drei Außenelektronen. Durch Abgabe dieser
Außenelektronen entstehen Aluminium-Ionen.
Elektronenabgabe: 
Die abgegebenen Elektronen werden von den Eisen(III)-Ionen
(im Eisenoxid) aufgenommen. Diese werden dadurch zu Eisenatomen.
Elektronenaufnahmen: 
Bei dieser Reaktion erfolgt ein Elektronenübergang.
Betrachtet man die Reaktion von Eisen mit Kupfer(II)-Ionen, bei der kein Sauerstoff beteiligt ist, so findet auch hier ein Elektronenübergang statt. Eisen gibt Elektronen an die Kupfer(II)- Ionen ab.
Redoxreaktionen sind nicht unbedingt an den Übergang von Sauerstoff
gebunden.
Die Redoxreaktion ist eine Reaktion mit Elektronenübergang.
Bei der Teilreaktion Oxidation erfolgt eine Elektronenabgabe (bei Beteiligung von Sauerstoff eine Sauerstoffaufnahme). Bei der Teilreaktion Reduktion erfolgt eine Elektronenaufnahme (bei Beteiligung von Sauerstoff eine Sauerstoffabgabe).
Das Oxidationsmittel ist der Reaktionspartner, der Elektronen aufnimmt.
Das Reduktionsmittel ist der Reaktionspartner, der
Elektronen abgibt.
Teilchen, die Elektronen abgeben, heißen Elektronendonatoren
(lat. donare = schenken).
Teilchen, die Elektronen aufnehmen, sind Elektronenakzeptoren
(lat. acceptare - empfangen).
Reaktionen, bei denen Elektronenabgabe und Elektronenaufnahme gleichzeitig
ablaufen, sind Reaktionen mit Elektronenübergang.