
Entstehung und Vorkommen von
Salzlagerstätten
Für uns unvorstellbar große Mengen an Salzen befinden sich
gelöst im Wasser der Ozeane und Meere. Die Ostsee besitzt mit einem
Salzgehalt von 1,5% einen geringen Salzgehalt, das Tote Meer mit 22% einen
sehr hohen. Der durchschnittliche Salzgehalt aller Ozeane und Meere liegt
bei 3,5%.
Weitere riesige Mengen an Salzen befinden sich in unterirdischen Lagerstätten.
Salzlagerstätten
entstehen allerdings nur dann, wenn sich der Salzgehalt,
der in Wasser gelösten Salze, drastisch erhöht. Dieser Fall
tritt nur durch das Verdunsten des Wassers ein. Die verschiedenen Salze
scheiden, je nach Löslichkeit und Menge, in einer bestimmten Reihenfolge
(salinarer Zyklus) aus.
Durch chemische Verwitterung der Gesteine, lagern sich Carbonate wie Kalk
ab, als nächste Schicht die Sulfate und letztendlich Steinsalz
(Natriumchlorid) und Kalium- und Magnesiumsalze. Die Salzlager auf unserem
Gebiet sind durch diese Salzablagerungen vor rund 200 Millionen Jahren
aus dem Zechsteinmeer hervorgegangen. Zu jener Zeit herrschten auf unserem
Planeten ganz andere klimatische Verhältnisse. In Europa war es heiß
und trocken (arides Klima). Die Verschiebungen des Meeresboden führten
zu Wölbungen, sodass kleinere Becken entstanden, in denen das Wasser
durch die hohen Außentemperaturen rasch verdunsten konnte. Die entstandene
Salzschicht im ausgetrockneten Becken wurde mit Staub- und Sandschichten
(Salztone) bedeckt und somit
vor Witterungseinflüssen geschützt. Es bildeten sich Gesteinsschichten
und die darunter liegenden Salzschichten senkten sich über viele
Millionen Jahre hinweg ab.
In der Bundesrepublik Deutschland findet man solche Lagerstätten
vor allem im Unstrut-Saale-Gebiet und im Werra-Fulda-Gebiet.
Gewinnung:
Auf diese Weise entstandene Salzlager liegen in ca. 300 - 1 500 m Tiefe
und werden bergbaulich zur Salzgewinnung
erschlossen. Die Räume, in denen das Salz abgebaut wird, können
bis zu 2000
groß sein. Ein Stützen der Abbauräume ist durch die Festigkeit
der Salze nicht notwendig. Mithilfe von sogenannten Schrämmmaschinen
oder durch Bor- und Schießarbeit wird das Salz gewonnen.
Eine andere Methode ist das sogenannte Aussolen.
Hierbei wird Wasser in die Salzschicht gepumpt und als Salzlösung
(Sole) wieder gefördert. An der Oberfläche wird die Sole eingedampft
(Siedesalz). Das kann in offenen Pfannen oder in Verdampfergefäßen
erfolgen. Besonders früher nutzte man offene Pfannen. Aus dieser
Technik erklärt sich die Bezeichnung "Kochsalz".
Durch Salzabbau entstandene unterirdische Hohlräume dienen wegen
ihrer Festigkeit als Kavernen zur Erdgasspeicherung oder als Zwischenlager
für radioaktive Abfallprodukte.