




)
und anderen Säuren (z. B. HF und
)Düngemittelproduktion
Weltweit dient die Hauptmenge (50-60 %) zur Produktion von Düngemitteln, z. B. Ammoniumsulfat oder Superphosphat, einem Gemisch aus primärem
Calciumphosphat
und Calciumsulfat
.
Der Stickstoffdünger Ammoniumsulfat wird durch Umsetzung von Schwefelsäure
mit Ammoniak hergestellt. Superphosphat wird aus natürlich vorkommenden
Calciumphosphatmineralen hergestellt. Da diese wasserunlöslich sind,
können die Nährstoffe von den Pflanzen nicht aufgenommen werden.
Die Phosphate müssen durch Umsetzung mit Schwefelsäure aufgeschlossen
und in das besser lösliche Superphosphat überführt werden
(Bild 3). Superphosphat hat allerdings den Nachteil, dass es Calciumsulfat als unnötigen Ballaststoff enthält.
Herstellung von anderen Säuren
Wenn man das Tricalciumphosphat-Mineral mit größeren Mengen Schwefelsäure umsetzt, erhält man Phosphorsäure, die man vom Calciumphosphat abtrennen kann.
Ca3(PO4)2 + 3 H2SO4 → 2 H3PO4 + 3 CaSO4
Wenn man dann diese Phosphorsäure zum Aufschluss des Phosphatminerals einsetzt, erhält man das sogenannte Doppelsuperphosphat, einen hochwertigen Phosphatdünger ohne unnötiges Calciumsulfat.
Aufschluss
von Erzen
Knapp 20 % der Schwefelsäure dienen der Herstellung von Titandioxid,
einem der wichtigsten Weißpigmente,
das in vielen Farben (weiße Wandfarbe), Kunststoffen (Fensterprofile)
und Lacken enthalten ist. Titandioxid wird hauptsächlich aus Ilmenit
(formal
)
hergestellt, das bei 170-200 °C in konzentrierter Schwefelsäure
gelöst wird. Aus der Lösung wird anschließend in mehreren
Schritten Titandioxid-Hydrat gewonnen, das die weiße Farbe von vielen
Gegenständen des Alltags erzeugt (Bild 4).
Organische Synthesen
In Deutschland dominiert mit 40-50 % der Einsatz in der organischen
Chemie. Schwefelsäure dient u. a. als Ausgangsstoff zur Sulfonierung,
d. h. zur Einführung von Sulfonsäuregruppen
,
was besonders bei der Herstellung von Tensiden (Waschmitteln), Farbstoffen
und Arzneistoffen genutzt wird (Bild 5).
Aus dem Unterricht bekannt ist auch die katalytische und Wasser entziehende
Wirkung der Schwefelsäure bei Veresterungen. In ähnlicher Weise
wird sie als saurer Katalysator
bei einigen organischen Synthesen eingesetzt. Obwohl der mengenmäßige
Verbrauch eher gering ist, greift man doch zur Synthese vieler organischer
Stoffe (Phenol, Aceton, Ester u. v. a. m.) auf den bewährten
und preiswerten Säurekatalysator zurück. Insbesondere deswegen
wird die Schwefelsäure auch als "Blut der Chemie" bezeichnet.
Außerdem ist sie Bestandteil der Nitriersäure,
einer Mischung von Schwefelsäure und Salpetersäure. Diese wird
zur Herstellung von Nitroverbindungen wie z. B. Trinitrotoluol (TNT),
Nitrocellulose und Nitroglycerin benötigt. Daraus produziert man
große Mengen Sprengstoffe
für militärische aber auch friedliche Zwecke. Nitroverbindungen
sind aber auch wichtige Zwischenprodukte für die Herstellung von
organischen Farbstoffen (Nitro- und Anilinfarbstoffe) und Arzneistoffen.
So gibt man Glyceroltrinitrat Herzinfarktpatienten, weil dadurch die Gefäße
erweitert und der akute Anfall beendet werden kann.
Einsatz in der nichtchemischen Industrie
Weitere 25 % der Schwefelsäure werden in der nichtchemischen
Industrie eingesetzt, so handelt es sich z. B. bei der Batteriesäure
in Autobatterien um Schwefelsäure (Bild 6). Auch die Elektronikindustrie
verwendet große Mengen Schwefelsäure, hauptsächlich zum
Ätzen von Halbleitern. Ohne die vielseitig verwendbare Säure
würde also kein Auto gestartet werden können und viele elektronische
Geräte nicht funktionieren bzw. nur zu einem deutlich höheren
Preis zu haben sein.